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INSIDE Küche

  • Schlagzeile: Finanzierungsrunde eingetütet
  • H1: Küchenheld: Finanzierungsrunde durch

Das Berliner Digitalunternehmen Küchenheld hat es geschafft, eine weitere Finanzierungsrunde abzuschließen – woran einige Start-ups in den letzten Monaten gescheitert waren.

Mit angeschoben bei Küchenheld haben

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  • Schlagzeile: Ab nach oben im Netz
  • H1: Küchenheld

Viel ist davon die Rede, dass die Menschen längst bereit sind, deutlich mehr für Möbel im Netz auszugeben. Das ist auch bei Küchen so. Ein Besuch beim Küchen-Start-up Küchenheld in Berlin und München.

Von außen kann man ihn nicht erkennen, den Smartroom des Küchenhändlers Küchenheld in Berlin in der Charlottenstraße nahe Gendarmenmarkt. Der Outsider ist auch glatt bisschen zu doof und latscht erst mal dran vorbei. Der so genannte Smartroom hat gar keine Ladenfront, ist im zweiten Stock und verfügt an der Haustüre unten an der Charlottenstraße grad mal über ein Klingelschild.

Laufkunden sind nicht die Zielkunden der Küchenheld-Geschäftsführer Dr. Love Edquist und Ivo Wissler und ihrem Team (knapp über 100 Leute mittlerweile). Leads werden im Netz gemacht. 40 Prozent der Kunden kommen auch kein einziges Mal in einen der mittlerweile sechs Showrooms des 2019 gegründeten Digitalanbieters, der Mitglied bei Der Kreis ist. Sitz der Gesellschaft ist Mainz. Im Mainzer Umfeld sind auch die ersten Küchenheld-Investitionsrunden gelaufen. Der bestens aufgestellte Kreis-Filialist Stefan Pallesch (Küche Creative mit Stammhaus in Bad Kreuznach und Hauptlieferanten wie Leicht, Beckermann, Häcker, Schüller) ist früh eingestiegen und bisher jede Kapitalerhöhung mitgegangen. Die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) hat sich vor zwei Jahren an der Küchenheld GmbH beteiligt. Zuletzt auch Möbel-Martin-Inhaberfamilie Martin. Küchenheld gilt für viele – auch aus der Industrie – als Kreativlabor und kleines Versprechen in die digitale Küchenzukunft. Auch für Möbelmacher ist die Idee relevant und bei einigen nach und nach stärker im Fokus. Denn Küchenheld zeigt: Kunden geben im Netz viel Geld aus, für Möbel, für Küchen. Man kann sagen: jedes Jahr mehr. Bei Küchenheld stiegen die Warenkörbe seit dem Gründungsjahr 2019 jedes Jahr: von 12.000 Euro (2019) auf 20.000 Euro im vergangenen Jahr.

Zur Idee, zur Grundhaltung und zu ihren weiteren Plänen haben wir uns zwei Mal mit den Co-Gründern Edquist und Wissler getroffen. Einmal im Dezember in Berlin. Und im Januar im neuen Smartroom in München-Schwabing.

Klar ist: Das Internet ist längst kein Kanal mehr allein für den Preiseinstieg. Die Warenkörbe sind bei Sofas, Betten, Kommoden deutlich nach oben gegangen in den vergangenen zwei Jahren. Und die Kun-den haben damit offenkundig nicht nur schlechte Erfahrungen gemacht. Noch fehlt in vielen Onlineshops die Idee, wie man online echte Erlebnisse schaffen kann. Doch auch mit ein paar Bildchen und oft noch unausgereiften Konfiguratoren gingen die Durchschnittsbons nach oben. Wir wagen an dieser Stelle die Prognose: Sie werden nicht wieder sinken.

 
Thema Industrie (1)

Thema Lieferung, Logistik

Thema Industrie (2)

Thema Marke

Thema Leads

Thema Daten

Edquist beschreibt die Küchenheld-Idee so: „Es gab eine Marktlücke. Der Kunde in der Großstadt, der vorwiegend digital unterwegs ist, gut verdient oder geerbt hat und eine Küche sucht, der wurde nicht bedient. In die Marktlücke sind wir gesprungen, nicht gegen den Markt. Es wird den Küchenfachhandel weiter brauchen. Doch es gibt eben immer mehr Kunden, die digital unterwegs sind und die auch bereit sind, ihr Geld im Netz auszugeben. Wir sind uns sicher: Man muss das Geschäft für eine bestimmte Kundenschicht so digital wie möglich denken.“ Auch hochwertige Luxusgüter wie Autos oder Uhren werden im Netz gekauft. Immer öfter, immer bedenkenloser. Noch brauche es aber stationäre Touchpoints, sagen Edquist und sein Partner Wissler. Nach der Eröffnung in München wird Küchenheld in diesem Jahr weitere Smartrooms eröffnen, die dann auf ein paar Quadratmetern den Kunden auf der letzten Meile des Customer Journey abholen sollen: Leipzig kommt jetzt, Düsseldorf bald. Freiburg, Stuttgart, Hannover stehen auf der Liste.

Wie funktioniert die Idee? Der Lead wird im Netz generiert, die Anfrage geht bei Küchenheld ein. Nach der Budgetabfrage geht es in die Planung, durch eine persönliche Online-Beratung. Am Ende der Planung steht ein Angebot, in dem transparent – fast wie bei Ikea – dargelegt wird, was Unterschränke, Oberschränke, Arbeitsplatte und alle Teile inklusive der E-Geräte kosten. „Und dann verhandeln wir nicht“, sagt Edquist. „Unsere Preise sind transparent. Wenn der Kunden weniger ausgeben will, bieten wir Alternativen im Produkt.“ Starke Küchenheld-Partner sind Häcker, Schüller/ Next125, Baumann, Siemens, Bosch, Miele, Quooker, Bora. Rund ein Drittel der Küchenheld-Kunden nimmt die Küche heute mit Muldenlüfter. Küchenheld funktioniert dabei auch ein bisschen wie ein Markenlabor. Frank Haubold, bei Küchenheld als Director Einkauf und Fulfillment an Bord: „Viele Küchenhersteller sagen ja heute noch, dass Marke keine große Rolle spiele. Wir können das nicht bestätigen. Unsere Kunden wissen viel über die Marken und fragen gezielt, kennen die Instagram-Story – oder wissen zum Beispiel auch, wenn es da keine Story gibt.“

 

Thema Digitalisierung

Die Warenkörbe im Netz steigen. Wir werden dazu in der großen Befragung mit Infas 360, die wir auf dem 4. INSIDE Branchen-Gipfel präsentieren (siehe INSIDE Spezial Neue Ideen Nr. 3), exklusive neue Zahlen und Daten liefern. Und wir werden dazu weiter auch die Datenbank von moebel.de befragen. Zur Frage, wie stark die Warenkörbe der moebel.de-Partnershops in den vergangenen zwei Jahren angewachsen sind, liefert eine aktuelle moebel.de-Auswertung für uns spannende Zahlen (siehe Kasten).

Geld verdienen sie bei Küchenheld noch keins. Muss man daraus schließen, dass die Idee keine gute ist? Edquist und Wissler sagen, was Start-up-Unternehmer auf die Frage nach den schwarzen Zahlen oft so sagen. Botschaft: Die Rendite werde kommen, erstmal sei jetzt aber der Markt dran. Edquist: „Bisher haben wir alle Ziele erreicht. Falsch. Wir liegen deutlich über unseren Zielen.“

2021 generierte Küchenheld im dritten Jahr nach der Gründung nach Angaben der Gründer ein Nettoauftragsvolumen von 10 Mio Euro. 650 Küchen wurden verkauft. Im laufenden Jahr will man das Nettoauftragsvolumen schon wieder mindestens verdoppeln. Die Idee macht die Runde. Wir werden sie weiter beobachten. 

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  • Schlagzeile: Digitaler Arm für Möbel Martin
  • H1: Digitaler Arm für Möbel Martin

Seit Montagabend ist raus: Die Saarländer Unternehmerfamilie Martin und der ebenfalls in Saarbrücken beheimatete Investor David Zimmer mit seiner Investmentfirma Kalodion werden das junge Digitalunternehmen Küchenheld zu gleichen Teilen übernehmen und die übrigen Investoren ablösen. Die Notarverträge sind schon unterzeichnet. Beide Investoren sind bereits seit Längerem an Küchenheld beteiligt: Kalodion hatte im Zuge der letzten Finanzierungsrunde auf gut 45 Prozent aufgestockt; Möbel Martin hielt bislang einen eher symbolischen Anteil von gut 5,5 Prozent.

Gegründet hatten Dr. Love Edquist und Ivo Wissler, die auch nach dem Deal als Geschäftsführer an Bord bleiben werden, Küchenheld seinerzeit mit Schützenhilfe des Kreis-Händlers Stefan Pallesch (Küche Creativ, Bad Kreuznach) und hatten sich deshalb auch dem Kreis angeschlossen.

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  • Schlagzeile: Stimmung, News und E-Auto-Prämie
  • H1: Küchenherbst in OWL im INSIDE-Raffer: Stimmung, News und E-Auto-Prämie

Auf den Küchenmessen in OWL wird die Stimmung seit ihrem Start Ende letzter Woche konstant hochgehalten. Und das, obwohl inzwischen wirklich auch der letzte die Meinung aufgegeben hat, dass es in absehbarer Zeit konjunkturellen Rückenwind geben wird.

Ohne politischen Einsatz im Hinblick auf den kranken Wohnungsbau wird das nicht kommen, das ist inzwischen jedem klar. So ist auch die diskutierte neue Förderung für E-Autos, durch die nach der Wärmepumpe wiederum Konsumentengelder in andere Bereiche als Küche, Möbel und Wohnen gelenkt werden könnten, eines der Haupt-Aufreger-Themen in den Messezentren. Nobilia-Chef Dr. Lars Bopf prägte gleich zum Messeauftakt den Satz „Jeder wohnt, aber nicht jeder fährt Auto“, den auch MHK-Boss Volker Klodwig beim Branchenabend am Montag zitierte.

Dennoch: Lange Gesichter sind die absolute Ausnahme entlang der Meile. Auch die Besucherzahlen haben nicht wirklich gelitten, beim dem einen wie Häcker oder Nobilia mit ihren weitreichenden Produkt-Umstellungen bzw. Erweiterungen oder auch bei Ballerina, Rotpunkt und Pronorm sind es mehr Händler, bei anderen ein paar weniger, die durch die Ausstellungen strömen. Im Großen und Ganzen ist es halt wie immer, wenn Küchenmeile ist: Die Messezentren sind voll. Und jedes Jahr muss man mehr Zeit mitbringen, denn nach Bora und Siemens hat ja nun auch Bosch in der Architekturwerkstatt eine neue Heimat an der A30 gefunden.

Aus der anhaltend miesen wirtschaftlichen Lage werden ganz unterschiedliche Schlüsse gezogen. Einige Aussteller geben nun gerade Gas bei ihren Neuheiten, andere zeigen ganz gezielt kaum welche. Argumente kann man für alles finden.

Aus Küche wird Wohnen

Großes Thema nicht nur in den Küchen-Ausstellungszentren: Aus Küche wird jetzt wirklich Wohnen. Gilt speziell für den Marktführer, der in Verl nun auch Echtholzfurnier im Wohnen aufgenommen hat und mit dem neuen Schubkasten N-Box auch im Living-Bereich ernsthaft mitspielen kann, aber auch für andere. Vorkonfigurierte Sets gibt’s nun zum Beispiel auch bei Pronorm. Verlängerte Fronten lassen überall die Schränke wohnlicher wirken.

News im Raffer

Ein paar News in Kürze:

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  • Schlagzeile: Preisanhebungs-Fragen
  • H1: Küchenmarkt vor unterjährigen Preiseröhungen

Fast alle Umsatzrekordmeldungen aus der Küchenmöbelindustrie, die in den letzten Tagen in den Äther geblasen wurden, kamen mit Appendix: Kurze bis längere Einlassungen zu den sich in ungeahnte Höhen aufschwingenden Kosten und zum Dauerthema Materialversorgung. Wir haben uns in diesen Tagen durch den Markt telefoniert: Auftragsseitig scheint auch weiterhin die Sonne für die deutsche Küche. Wäre da nur nicht die Preisfrage.

Ausgehend vom Rekordniveau des Vorjahres haben die deutschen Küchenmöbelbauer im vergangenen Jahr nochmal um 8,7 Prozent beim Umsatz zugelegt und 5,708 Mrd Euro auf die Waage gebracht. Auch für den Handel mit Küchen in der Republik hat der BVDM Anfang dieser Woche für 2021 ein Wachstum von 8 Prozent auf 14 Mrd Euro hochgerechnet. Das sind mehr als 40 Prozent Anteil am Einrichtungsmarkt.

Mit der Auftragslage in den ersten Wochen des neuen Jahres sind die meisten ebenfalls zufrieden. „Noch immer ist die Nachfrage hoch. Wir haben das Problem, dass wir das kaum bewerkstelligen können“, sagt beispielsweise Christine Zinner vom Münchner Premium-Händler Gienger Küchen und erklärt: „Das liegt aber auch daran, dass immer wieder Mitarbeiter ausfallen, weil sie sich in Quarantäne befinden.“ Mit Blick auf die kommenden Monate meint sie: „Viele Kunden warten, dass sich die Zinsen ein wenig erhöhen. Solange es so ist, dass die Menschen Strafzinsen zahlen müssen, investieren sie lieber in ihr Heim. Das sind feste Werte."

Michael Freckmann vom EMV-Mitglied Freckmann Küchen hat in den ersten beiden Monaten weiter gut verkauft und rechnet damit, dass das auch erstmal so bleibt: „Küche wird auch 2022 weiter boomen." Denkt auch Martin Breitschopf vom Direktvermarkter Breitschopf Küchen aus Österreich. „Es wird weiterhin viel gebaut“, sagt er. „Das bedeutet wohl auch weiter gute Aufträge für Küchenanbieter. Da der Bauboom anhält, rechnen wir mit einem guten Jahr 2022. 2023 könnte es eventuell dann eine Spur weniger werden.“

„Im Moment geht es ebenso gut weiter, wie das letzte Jahr aufgehört hat“, sagt Rotpunkt-Geschäftsführer Andreas Wagner, der für den Januar über 23 Prozent Umsatzplus berichten kann und auch im Januar und Februar über ein zweistelliges Wachstum beim Auftragseingang. Und Häcker-Geschäftsführer Markus Sander: „Auch bei uns hat das Jahr auftragsmäßig extrem gut angefangen, wobei man natürlich sehen muss, dass vor einem Jahr viele Geschäfte geschlossen waren.“ In Rödinghausen übertreffen sie allerdings auch das 2019er Niveau, was Häcker zum Teil auf die Neueinführung von Concept130 zurückführt. Schüller meldet aus Herrieden: „Die Nachfrage nach Küchenmöbeln ist für Schüller auf einem nach wie vor hohen Niveau.“ Zufriedene Stimmen zur Auslastung auch von Störmer und Nolte.

Nolte- und Express-Küchen-Geschäftsführer Eckhard Wefing sieht gute Auftragseingänge aktuell „im Markt querbeet“ – im Inland und im Ausland, in allen Absatzkanälen von Studio über den mittelständischen Möbelhandel bis zur Großfläche. Express Küchen ist trotz eines Schwerpunkts im momentan eher schwächer laufenden Discountmarkt nach wie vor gut ausgelastet und hat verlängerte Lieferzeiten. Fürs zweite Halbjahr sieht Wefing „eine Menge Nebel“ – sowohl bei der Marktentwicklung als auch bei den Kosten. Für Pino-Geschäftsführer Jörg Deutschmann läuft es „besser als befürchtet, wenn auch weniger als erhofft.“ Und Ulrich Spleth, Geschäftsleiter Vertrieb von Impuls bezeichnet den Start ins Jahr als „durchwachsen“. Nahezu bombig läuft es im Geschäft mit den Küchenspezialisten, während der Discount sich erheblich schwerer tut. Doch klar: Auch die Discount-Lieferanten liegen über Vorjahr, schließlich waren vor einem Jahr die Läden geschlossen und gerade Großfläche und SB in dieser Zeit schwer getroffen.

Während der Export der deutschen Küchenmöbelproduzenten im letzten Jahr um 18,6 Prozent zulegte, damit die Delle des ersten Corona-Jahres mehr als kompensierte und die Exportquote auf knapp 44 Prozent steigen ließ, betrug das Umsatzplus im Inland lediglich 2,1 Prozent – von August bis Dezember waren sogar rückläufige Umsätze zu beobachten –, allerdings auch gegen die enormen Vorjahreswerte. Dass im deutschen Markt vielleicht bald eine Sättigung erreicht sein könnte und die Jahre des ewigen Wachstums hierzulande bald vorbei sind, das vermuten einige aus der Branche. Allerdings vermutet man das ja auch schon länger. Wäre ein Grund mehr, sich in Richtung Export zu orientieren. Die Küchenmöbelindustrie ist gerüstet.

So viel zu den positiven Themen im Markt. In den Gesprächen, die man dieser Tage führt, überwiegen die anderen. Die Herausforderungen sind vielschichtig und reichen von Materialverfügbarkeit über die drastische Kostenentwicklung bis hin zur Krankheitsquote. Laut Nolte-Geschäftsführer Wefing war die krankheits- und quarantänebedingte Ausfallquote in den Betrieben noch nie so hoch.

Kosten und Preise

Womit man vielleicht hätte rechnen können oder müssen – es aber ganz sicher nicht präventiv hätte einkalkulieren können: Seit Jahresanfang wurden die Preise für Vorprodukte und, ach, überhaupt alles, mit enger Taktzahl weiter erhöht. Die Frage, wie man mit den erneuten Kostensteigerungen nun umgehen soll, lässt intern in den Chefetagen der Industrie die Köpfe rauchen. Störmer-Chef Christoph Fughe: „Ich habe gedacht, dass ich in den letzten Jahren wirklich jedes Problem schon gesehen habe. Dass Lieferanten aber im Vier-Wochen- Takt auf der Matte stehen würden und die Preise erhöhen, damit habe ich nicht gerechnet. 35 Prozent mehr für ein neues Korpusdekor, das gerade erst eingeführt wurde, sind einfach nicht drin.“ „Das Kostenthema hört nicht auf“, sagt Häcker-Vertriebsgeschäftsführer Markus Sander und auch Nobilia-Boss Dr. Lars Bopf beschreibt die jüngsten Preisrunden der Vorlieferanten als „extrem belastend“. „Wir sind ganz gut ausgelastet, aber was kommt jetzt?“, fragt Pino-Mann Jörg Deutschmann. „Verfügbarkeit und Kosten sind unberechenbar.“

Wie viel teurer?

In der E-Geräte-Industrie ist mindestens einer der großen E-Gerätebauer schon mit einer saftigen Preiserhöhungsankündigung rausgegangen, andere haben Kunden mündlich vorbereitet: Zwischen 7 und 10 Prozent müssen Abnehmer einkalkulieren, spätestens fürs zweite Halbjahr. Aber – dieser Seitenhieb muss erlaubt sein – früher werden die meisten Geräte ja wahrscheinlich auch gar nicht geliefert. Auch beim Holz wird der Küchenhandel sich, das ist ziemlich sicher, im späten Frühjahr auf Teuerungszuschläge einstellen müssen. „Die Kostensteigerungen kann keiner stemmen, ohne sie weiterzugeben“, meint einer der ganz großen Küchenmöbelbauer. Christoph Fughe sagt es so: „Sich die Mehrkosten auf Dauer von der Marge abzusparen kann nicht die Lösung sein.“ Die Marge muss man ja auch erstmal haben. Rotpunkt-Chef Wagner: „Wir müssen auch an morgen und an übermorgen denken. Kein Schrank darf das Werk verlassen, an dem kein Geld verdient wird.“ „Temporär kann man es schlucken, aber auf Dauer kann es nicht so weitergehen, das ist ein wirtschaftliches Gesetz“, sagt einer, der nicht namentlich zitiert werden will.

Der Tenor ist schon ziemlich einheitlich: Ohne unterjährige Preiserhöhungen wird es nicht laufen, wenn nicht die Kosten wieder sinken, womit kaum zu rechnen ist. Nur wann und wie viel? Und wie macht man das mit Gespür?

Mit einer Ankündigung von +2,9 Prozent zum 1.6. hat ein nicht ganz so Großer kürzlich den Anfang gemacht. Das machte schnell die Runde. Obwohl es den meisten anderen nicht einmal ausreichen würde – benötigt werden überwiegend zwischen 4 und 7 Prozent –, wird mehrheitlich noch abgewartet. Die großen Küchenmöbelhersteller halten sich noch bedeckt. Keiner will der Erste sein. „Wie im letzten Herbst spielen wir Mikado. Alle warten eigentlich darauf, dass einer der Großen, eigentlich der Größte, sich bewegt“, sagt jemand.

Und wann?

Im Laufe des März, spätestens Anfang April, werden Entscheidungen getroffen sein. Wie genau dann die Umsetzung erfolgt? Die Systeme der Küchenmöbler sind komplex, die neuen Verkaufshandbücher gerade draußen. Für den Handel sei es schwierig Anhebungen „kalkulativ abzufrühstücken“. Aber: Dass nur einmal im Jahr mit den neuen Verkaufshandbüchern die Preise angepasst werden könnten, von dieser Denke müsse man sich lösen. Teuerungszuschläge seien inzwischen geübte Praxis. Die Pandemie hat einiges verändert. Offenbar auch die Praxis der „Jahresabkommen“.

Natürlich schwingt bei einigen Herstellern auch die Sorge mit, dass man mit Preiserhöhungen vielleicht den Konsum abdreht. Doch vielleicht sind höhere Preise gar nicht so wild? In der Küchenmöbelindustrie hat so ziemlich jeder gelesen, welche Preiserhöhung Ikea – ziemlich beiläufig eigentlich über ein in der internationalen Presse erschienenes Interview – durchgegeben hatte: Um die 9 Prozent sollten es „weltweit im Schnitt“ sein. Wer die Möglichkeit hat zu vergleichen, sieht allerdings, dass daraus zumindest bei in Deutschland verkauften Küchen erheblich mehr geworden ist. Und hat man davon in den letzten Wochen nochmal etwas gehört? Sind Endverbraucher Sturm gelaufen? Eher nicht. Die dürften das mehrheitlich gar nicht mitbekommen haben, weil sie kein Gespür für Küchen-Preise haben.

Gienger-Chefin Christine Zinner: „Wir haben mit Preiserhöhungen zu tun, die gab es bislang in der Branche nicht. Aber die Kunden sind auch vielfach nicht mehr ganz überrascht, wenn sie aufmerksam die Presse verfolgen.“ Die Preiserhöhungen der Industrie, sofern sie rechtzeitig angekündigt wurden, reichen Händler natürlich soweit es möglich ist an Endverbraucher durch.

Problem-Thema Geräte

Im Gespräch mit Küchenhändlern ist das Brennpunktthema nach wie vor die Lieferzeitenproblematik der E-Geräteindustrie, die sich teils sogar noch verschärft hat. „Das ist schlimmer geworden“, berichtet der oberfränkische Garant-Händler Marco Häfner. Ein anderer erzählt vom Kunden, der 27.000 Euro einbehält, weil der Kochfeldabzug nicht zum versprochenen Termin geliefert wurde und auch in absehbarer Zeit gar nicht in Sicht ist. Da platzt manchem Händler die Hutschnur. Nicht nur, weil es auf die Liquidität geht, sondern vor allem, weil es – das kommt in Gesprächen immer wieder durch – an vielen Stellen an der Kommunikation zu haken scheint. „Die E-Gerätehersteller sitzen teilweise auf einem sehr hohen Ross“, findet Michael Freckmann nicht als Einziger. Die Lieferproblematik bei Geschirrspülern hat er durch Bevorratung in den Griff gekriegt: „Wir haben ein 600-qm-Lager. Das hilft uns. Wir haben 2019 hundert Geschirrspüler eingekauft. Seitdem immer wieder nachbestellt. Davon leben wir jetzt.“

Ärgerlicherweise sind zuletzt Kühlschränke neu zu den Problemkindern dazugekommen, und immer wieder fehlen auch Mikrowellen, sagt Martin Breitschopf. Auch Breitschopf hat ein kleines Lager aufgebaut. Natürlich haben den Geräte-Stress, der bekanntlich auch oft mit mehrfachen Anfahrten zum Endkunden verbunden ist, auch die Verbände nicht erst seit gestern auf dem Schirm. Der Mehraufwand durch zusätzliche Montagetermine aufgrund von Fehlteilen dürfe nicht allein zulasten des Handels gehen, machte beispielsweise auch Ernst-Martin Schaible, geschäftsführender Gesellschafter von Der Kreis, kürzlich nochmal bei einer Verwaltungsratssitzung deutlich.

  • Schlagzeile: Podcast für Küchenkäufer
  • H1: Küchenliebe: Neuer Podcast für Küchenkäufer

Die Branchen-Insider Sascha Wollschläger (Küchensachverständiger und Ex-Küchenhändler) und Gérard Alsdorf (als Handelsvertreter für einen großen Küchenbauer unterwegs) sind in der vergangenen Woche mit einem neuen Podcast an den Start gegangen. Neue Folgen soll es künftig alle zwei Wochen geben.

Der Podcast „Küchenliebe“  richtet sich grundsätzlich an Endkunden, die eine Küche kaufen wollen. „Wir wollen aber auch Händler mit ins Boot holen“, sagt Alsdorf. Sprich: Der Handel soll seinen Kunden den Podcast empfehlen – zum Beispiel vorm ersten Beratungstermin. Gleich in der ersten Folge ging es nämlich unter anderem darum, was man als Küchenkunde denn so mitbringen soll zur Küchenplanung.

Bei der Produktion haben die beiden mit Murmel Productions zusammengearbeitet, einer Agentur, die auch von Promis wie Elton oder Atze Schröder engagiert wird. Entsprechend professionell kommt schon der Opener daher: Das Intro wurde von MHK-Küchenstimme Martin Hecht eingesprochen, als Jingle folgt der Reinhard-Mey-Song „Ich liebe meine Küche“.

Wie Alsdorf und Wollschläger an Hörer kommen wollen? „Einfach mal laufen lassen“, sagt Alsdorf. Feedback nach der ersten Episode kam in erster Linie aus dem Küchenhandel. Wichtig: Der Podcast soll neutral bleiben, es werden also weder Küchenhersteller noch Händler explizit empfohlen.

In der zweiten Folge nächste Woche wird es unter dem Titel „Der Preis ist heiß“ um Verkaufspreise gehen. Und zwar nicht nur darum, was Endkunden in Sachen Preiserhöhungen zu erwarten haben, sondern auch darum, wie der Preis sich zusammensetzt – nämlich nicht nur aus den Materialkosten.

  • Schlagzeile: Die Podcastmacher im Talk
  • H1: Küchenliebe: Die Podcastmacher im INSIDE Küche-Talk

Vor knapp zwei Jahren haben Gérard Alsdorf und Sascha Wollschläger mit ihrem Podcast Küchenliebe ein Herzensprojekt begonnen.

Seit dem Start informieren die beiden, verpackt in kurzweiligem Geplauder und mit viel Herzblut für die Sache, regelmäßig potenzielle Küchenkäufer, aber auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Handel, über technische Finessen. Anfang August waren sie selbst Talk-Gäste bei Outsiderin Eva Ernst.

Den Talk gibt's hieroder auf den gängigen Podcastplattformen (Stichwort: INSIDE hören) auch als „audio only".

 

  • Schlagzeile: Das Glas ist halb voll
  • H1: Das Glas ist immer halb voll - die Küchenbranche macht sich Mut

„Die Gesamt-Gemengelage bleibt angespannt. Aber nicht so schlimm, wie es in der Bild-Zeitung steht.“ Das Zitat eines Managers aus der Küchenmöbelindustrie fasst ganz gut zusammen, was uns bei einem ersten Rundruf durch den Küchenmarkt zum Jahresstart als Stimmungsbild entgegenschlug. Zwischen eingeschlafenem Auftragseingang und neuen, vielfach nicht ausgelasteten Kapazitäten hat die Küchenbranche ihren Optimismus nicht verloren.

Viele haben in den Gesprächen dieser Tage darauf hingewiesen – und wenn man mal an die Jahre vor Corona und auch vor der kapazitätsverknappenden Alno-Insolvenz zurückdenkt, war das auch so: Der Jahresanfang war traditionell immer schwach im Küchenbusiness. In der Industrie wurden Zeitkonten abgebaut; und wenn Kurzarbeit angemeldet werden musste, dann im ersten Quartal. Sobald die Tage länger wurden, spätestens um Ostern herum, dann wurde die Branche wieder von einer guten Auftragslage überrascht. Und das kurioserweise jedes Jahr aufs Neue.

So sieht das auch Andreas Wagner, Chef des Küchenbauers Rotpunkt-Küchen, der in Bünde gerade 80 französische Kunden zu einer kleinen Hausmesse außer der Reihe zusammengetrommelt hat: „Bei uns selbst wird der Januar umsatzseitig besser als 2022, auch preisbereinigt. Auf der anderen Seite sehe ich jetzt, dass die Küchenbranche in die normale Saisonkurve zurückkehrt, die wir vor der Pandemie kannten. Und wenn ich die Kurve beispielsweise über die von 2017 lege, sehe ich denselben Verlauf – nur höher.“ In dasselbe Horn stößt Nobilia-Geschäftsführer Dr. Lars Bopf: „Die Corona-Jahre waren besondere Jahre. Alle Schwankungen, die man sonst im Jahresverlauf hat, waren verändert. Jetzt bewegen wir uns wieder im normalen Muster.“ Bopf legt allerdings ein Aber nach: „Dieses Jahr ist alles sensibler zu betrachten, weil bei vielen Verbrauchern ein extrem hohes Maß an Unsicherheit geherrscht hat. Diese Unsicherheit wird allmählich abgebaut, aber sie ist noch nicht ganz weg. Die Dynamik steigert sich hoffentlich. Ab Ostern geht es weiter.“ Bis dahin gelte es, „anspruchsvolle erste Wochen“ zu überbrücken.

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  • Schlagzeile: Abschwächung mit Ansage

Mit den dicken Pluszahlen im Küchenmarkt könnte es bald vorbei sein. Das zeigt die amtliche Statistik, die der VdDK bereitstellt, und kommt auch mehr oder weniger mit Ansage, schließlich ist der Vorjahresvergleich in den meisten Monaten dieses Jahres durch die Lockdowns in unterschiedlichen Zeiträumen irgendwie schräg. Das führte im ersten Halbjahr in der Küchenmöbelindustrie zu einem Plus von 16,3 Prozent auf 2,868 Mrd Euro. Im Juli lag der Zuwachs dann noch bei 5,1 Prozent, während im August 7,5 Prozent Minus verbucht wurden.

Betrachtet man die Monate Juli und August zusammen, was sich aufgrund der Betriebsferiensituation empfiehlt, liegt das Minus nur bei 1,5 Prozent. Sicherlich wird es im vierten Quartal zu weiteren Rückgängen kommen -  schon allein wegen der hohen Vorjahreswerte in dem Zeitraum, die die Industrie nicht übertreffen kann, weil mehr als Vollauslastung und Überstunden einfach nicht drin sind. Und auch weil Verzögerungen im Bau zu kurzfristigen Auftragsverschiebungen führen. Die dadurch entstandenen Lücken können oftmals nicht spontan gefüllt werden.

Als Vorbereitung für eine Talkrunde Ende November haben wir in dieser und der letzten Woche mit etlichen Händlern gesprochen. Mal abgesehen von den Beschaffungssorgen, die man kaum noch erwähnt, obwohl sie sich in den nächsten Wochen noch verschärfen sollen, waren alle gut drauf und gut beschäftigt. Fast zu gut. Und werden es wohl auch bis ins Frühjahr hinein sein. Die Lieferzeiten der Industrie? Nach wie vor viel zu lang. Das gilt für den Holz-Bereich. Im Gerätebereich muss man froh sein, wenn bestimmte Produkte überhaupt irgendwann mal wieder lieferbar sind. Der ein oder andere Händler rechnet aber schon mit einer Abschwächung im Frühjahr, wenn sich ein seit dem Herbst verzeichneter Frequenzrückgang in den Büchern niederschlagen könnte. Zuletzt war es dann doch eher leerer in den Geschäften. Andererseits: Wie oft haben wir in den vergangenen Jahren ein Ende des Küchen-Booms befürchtet? Eingetreten ist das bislang nicht. 

Die aktuelle Auftragslage im Handel stufen die meisten doch eher als „Normalisierung“ ein. Vor Weihnachten kriegt ohnehin kein Endkunde mehr seine Küche.

  • Schlagzeile: Inselträume
  • H1: Mallorca: Küchenmarkt für Auswanderer

Business auf den Balearen? – Ein Traum für viele Macher aus dem deutschen Küchen- und Möbelmarkt. Einige haben ihn dauerhaft erfolgreich umsetzen können. Das Geschäft auf Mallorca hat seine Eigenheiten.

Es hat sie aus verschiedenen Gründen auf die größte der fünf Baleareninseln gezogen. Mallorca ist etwa 170 Kilometer vom spanischen Festland entfernt; weggehen möchte keiner mehr, der es geschafft hat. Manch anderer Deutsche, der auf Mallorca im Küchen- oder Möbelhandel gestartet ist, hatte da weniger Erfolg. „Wir haben zehn Jahre gebraucht, um alle unsere 30 Mitarbeiter zu finden. Etwa ein Drittel davon haben wir selbst ausgebildet“, sagt Udo Stork. Er ist einer derjenigen, die es geschafft haben. Der Möbelhändler aus dem Kraichgau gehört zur zweiten Generation von Möbel Stork, genauer der Johann Stork GmbH in Bretten. Vom Haupthaus in der Region um Karlsruhe und Pforzheim wagte er den Schritt ins gut 1.100 Kilometer entfernte Santa Ponça. Warum? „Meine Frau ist Brasilianerin. Und wir haben überlegt, wo es eine Umgebung für die Kinder gibt, die viel mit den beiden Kulturen ihrer Eltern gemeinsam hat.“

So wie den Mittfünfziger hat es einst auch Birgit und Hans Heinrich Müller auf die Insel gezogen. Auch hier gaben private Gründe mit den Ausschlag. Hans Heinrich Müller wollte es nach einer längeren Karriere bei IBM und Lexmark anders und auch etwas ruhiger angehen. „Eigentlich war es eine Schnapsidee, aber wir haben uns dann intensiver mit dem Gedanken beschäftigt. Jetzt sind wir seit 22 Jahren hier auf Mallorca“, sagt er rückblickend. Auch Müllers, noch geschäftlich, aber nicht mehr privat verbunden, hatten schon vorher mit Küchen zu tun, Birgit Müllers Familie kommt aus der Küchenbranche.

Auf Mallorca sind Birgit Müller Küchen inzwischen ein eingeführtes Brand im hochpreisigen Segment. Da kann eine Küche auch schon mal eine Viertelmillion Euro kosten. „Küchen bei Birgit Müller fangen so bei etwa 60.000 Euro an, Nolte Küchen kosten auf Mallorca im Schnitt vielleicht 18.000 bis 20.000 Euro oder etwas mehr. Das ist eine kleine Schnittmenge“, sagt Ralf Heitkamp über die Marke seiner Kollegin. Wenn einer den Markt auf Mallorca kennt, dann er. Heitkamp hat das Mallorca-Geschäft für Nolte aufgebaut, war mehr als zwei Jahrzehnte dort tätig und arbeitet aktuell noch seinen Nachfolger ein.

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  • Schlagzeile: Der Preis war's
  • H1: Küchenmarkt in Österreich 2022 leicht gewachsen

Allein die Preiserhöhungen der Hersteller sorgten dafür, dass der österreichische Küchenmarkt im Jahr 2022 nochmals zulegte – um 2,1 Prozent auf 589,5 Mio Euro zu Herstellerabgabepreisen, hat der „Branchenradar Küchen“ ermittelt. Der Mengenabsatz ging 2022 um etwa 3 Prozent zurück, so die Studie.

Zum Umsatzplus leisteten Küchenmöbel mit +1 Prozent auf 472,8 Mio Euro den geringeren Beitrag und das auch nur wegen Preisanhebungen um im Schnitt 4,5 Prozent. Höher war die Dynamik bei Arbeitsplatten, die um 8 Prozent auf 87,9 Mio Euro zulegten, und auch bei Spülen mit +2,9 Prozent auf 28,8 Mio Euro. Konsumenten entscheiden sich beim Zubehör verstärkt für höherwertige Produkte. So war beispielsweise bereits mehr als jede fünfte Küchenarbeitsplatte entweder aus mineralischen Werkstoffen, aus Naturstein oder verfügte über eine Keramikbeschichtung. Bei Küchenspülen substituieren Modelle aus Komposit oder Keramik zusehends die klassische Edelstahlspüle.

Zu den Gewinnern im Markt gehörte laut der Studie vor allem Schüller, aber auch Ewe/FM, Ikea und Breitschopf. Diese Anbieter konnten ihren Umsatz deutlich erhöhen.

  • Schlagzeile: Warnick wird Händler

Back to the roots - Dr. Bernd Warnick, vielen im Markt aus seiner langjährigen Tätigkeit als Küchenquelle-Chef bekannt, eröffnet einen Küchenfachmarkt, und zwar im Nürnberger Stadtteil Langwasser.

Küchenmegastore Nürnberg GmbH heißt die Gesellschaft, die Warnick in diesen Tagen gegründet hat und deren Mehrheitseigner er sein wird. Der Einstieg eines Partners ist geplant. Die Immobilie in der Thomas-Mann-Straße 50 hat Warnick nicht zufällig ausgewählt: Dort befindet sich momentan noch der Nürnberger Küchenquelle Megastore, der aber zuletzt gar nicht mehr für den Verkauf genutzt wurde, sondern für Schulungen etc. - bei Küchenquelle konzentriert man sich bekanntlich voll auf das Traditionsmodell der Beratung beim Kunden zu Hause – flankiert von Videoberatung. Die Zahl der stationären Läden war zuletzt schon auf drei zurückgefahren. Momentan heißt es auf der Homepage: „Aufgrund der aktuellen Situation sind unsere Studios geschlossen.“

Doch zurück nach Langwasser: „Sobald wie möglich“ will Warnick die 1.500 qm Ausstellungsfläche dort wieder eröffnen, auch um das Herbstgeschäft mitzunehmen. Die Ausstellungsküchen können zunächst weiter genutzt werden, rund 50 haben Platz auf der Fläche. Demzufolge geht der neue Fachmarkt auch mit Häcker, Nobilia und Kempfle als Hauptlieferanten an den Start. Mittelfristig können weitere dazu kommen. Überhaupt will Warnick nach und nach ein abgeändertes, innovatives Konzept etablieren - über das er dann spricht, wenn es so weit ist. „Wir werden an vielen Stellen auch neue Wege gehen“, sagt Warnick, der allerdings auch schon am früheren Konzept beteiligt war. Beim Blick in die Archive findet sich eine Pressemitteilung aus dem Jahr 2006 zur Eröffnung des „bundesweit ersten Küchenquelle-Megastores“, in der Warnick zitiert war.

Mit der neuen Gesellschaft hat Warnick sich übrigens dem Küchenring angeschlossen.

Küchenquelle Nürnberg2 Fotor

Küchenquelle Nürnberg Fotor

  • Schlagzeile: Eine App für die Holländer
  • H1: Küchenmeile 2024: Eine App für die Holländer

Wenn im September der Handel auf der Küchenmeile unterwegs ist, werden auch wieder viele Händler aus den Niederlanden kommen. Die Gäste aus dem Nachbarland wollen sich natürlich dazu auch gut orientieren. Die zu BouwMedia gehörende Küchen-Newsplattform uwkeukenprof.nl hat dazu gleich eine eigene Küchenmeile-2024-App gelauncht. Die wird mit

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  • Schlagzeile: Revue: Die Woche in OWL
  • H1: Messenachlese: Die Woche in OWL

Anders als bei den Wohnmöbeln, wo Einzelkunden seit vielen Jahren seltene Erscheinungen sind und die Einkaufskommissionen großer Filialisten und Verbände den Großteil der Messebesucher stellen, ging es in den Küchenmessezentren in OWL seit dem letzten Wochenende wieder lebhaft bis eng zu. Teils wurden die Vor-Corona-Besucherzahlen erreicht oder gar getoppt, teils lag man leicht drunter oder auf dem Vorjahr. Mit dem neuen Bora-Flagship-Store und Siemens im IDF34 sind aber natürlich auch zwei hochfrequentierte neue Anlaufstellen dazugekommen, die eventuell Zeit für andere Besuche abknapsten. Nutzen Händler die Flaute, um in ihren Ausstellungen klar Schiff zu machen, um zu investieren? Hält man sich sparsam zurück? Beide Varianten gibt es.

Im Großen und Ganzen muss man sagen: Der Besucherzustrom bei den Küchenmessen war weniger das Problem. Schwerer wiegt nach wie vor die Lage draußen im Markt, die allerdings nahezu überall aktiv totgeschwiegen und von der Messefreude ohnehin ausgestochen wurde.

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  • Schlagzeile: Endlich wieder Menschen

Wie ist es, nach zwei Jahren Pause endlich wieder unter Leuten zu sein, live Produkte anzufassen, das Feierabendbier mit Kollegen zu trinken? Wie ist das für einen Messeveranstalter? Und wie ist es, überhaupt plötzlich selbst Messeveranstalter zu sein, wenn man selbst jahrelang nur Aussteller war?

Ein paar Stimmen von den Messen in OWL, u.a. mit Markus Frönd (Grünergriff), Hansi Kalek (Hansgrohe), Carla Giesecke (Caroline Giesecke Raumdesign), Susanne Zeitlhöfler (Schock), Peter Ruppeiner (Freezyboy) und Kai Schäffer (IDF34).

 

 

  • Schlagzeile: „Plötzlich ist alles wie immer“

Die Trends, Must-Sees und Talk-Abouts entlang der A30.

„Es herrschte große Aufregung im Vorfeld. Dann ging es los, und plötzlich ist alles wie immer - trotz der Umstände.“ Nicht nur Area30-Macher Michael Rambach wirkte in diesen Tagen in OWL sichtlich entspannt. Frohe Gesichter überwogen. Gemecker über die Maßnahmen gab es kaum, auch wenn der Messetag wie bei Nobilia oder Poggenpohl schon mal routinemäßig mit einem Teststäbchen in der Nase begann. Klar gab es auch Skurrilitäten: Wer hätte vor zwei Jahren gedacht, dass auf einer Möbelmesse mal Ordnungsamt und Zoll überprüfen, ob Gesichtsmasken getragen werden oder dass Besucher mit gefälschten Impfpässen nach Hause geschickt werden (hoffentlich Einzelfälle).

Schon zu Mitte der Messewoche konnte man sagen, dass die Besucherzahlen überwiegend zufriedenstellten, auch wenn sie logischerweise nicht das Niveau des letzten „normalen“ Jahres 2019 erreichten. Viele Händler reisten einfach mit weniger Personen, so dass die Zahl der Firmen, die die Messen besuchten, gar nicht mal so stark sank. Auch internationale Besucher waren mehr unterwegs als man vielleicht erwartet hätte.

Überthema Nachhaltigkeit

Dass Schwarz ist das neue Weiß ist, wissen wir nun schon seit ein paar Jahren. Dieser Hype hält sich hartnäckig in den Küchenausstellungen. Weitere Trends: Outdoor-Kochen, Sprudel- und Heißwasserarmaturen, farbliche Abstimmung von Materialien, Retro-Chic, Gold und Kupfer, Regale, Regale, Regale, Nischenregale, Licht (wie bei Pronorms I-luminate oder Ballerina mit der Nimbus-Kooperation) und viele Natur- und Recyclingmaterialien - von der Lavendelrückwand bei Rational über eine Recyclingglas-Keramikverbund-Arbeitsplatte bei Nobilia bis hin zur kunststofffreien Küche bei Beeck mit Linoleum-Fronten. Überhaupt wurde Nachhaltigkeit von vielen groß aufgehangen, ob mit Nachhaltigkeitspreisen oder Zertifikaten. Nur ein Beispiel: Rotpunkts FSC-Zertifizierung.

Anti-Fingerprint ist vom Endverbraucher gefragt. Muss man haben, auch wenn die Materialien teils so wenig fettfrei bleiben wie bügelfreie Hemden tatsächlich bügelfrei sind. Bei den E-Geräten hat sich in der Front der Glasanteil weiter erhöht, während Edelstahl zurückgeht. Das Design wird noch zurückhaltender, Displays bleiben im ausgeschalteten Zustand unsichtbar. Muldenlüfter sind für Gerätebauer zum Muss geworden, werden teils aber auch nur deswegen mit angeboten, weil man halt Vollsortimenter ist. Und im Armaturen- und Spülenbereich? Da ist es groß angesagt, zum Systemanbieter zu werden. Promotet Blanco als Vorreiter ja schon seit Längerem und kommt auch beim Handel gut an.

Selbstbewusst ins Wohnen

Nach ein paar Jahren des zaghaften Annäherns als „Ergänzung“, die vor allem im Export gefragt sei, haben einige große Küchenbauer nun beschlossen, beim Thema Wohnen Volldampf zu machen. Als „wichtigstes Thema“ wurde das Wohnen gar bei Schüller bezeichnet. Nolte in seinem neu eröffneten Forum und Nobilia haben fürs Living eigene Flächen vorgesehen, vorkonfigurierte Sets zusammengestellt, mit denen nicht nur Küchen-, sondern auch Wohnen-Verkäufer etwas anfangen können. Und auch mancher Wohnen-Einkäufer aus dem Möbelhandel reiste in diesen Tagen nach Verl oder Löhne. Sagen wir so: Es sieht nicht mehr nach umfunktionierten Küchenmöbeln aus, was in den Living-Kojen der Küchenmöbler steht.

Smart Home demokratisch

Das Thema Smart Home - früher mal ureigenes Thema der Geräteindustrie - findet inzwischen auch bei den Küchenherstellern statt. Auch wenn es noch immer Küchenmöbelbauer gibt, die es lieber ignorieren, sind da auch diejenigen, die das vernetzte Heim groß spielen. Zu letzteren gehört Nobilia. Gemeinsam mit Samsung will man das Thema einfach umsetzbar und damit marktfähig machen. Auch Naber arbeitet mit Samsung im Bereich Vernetzung zusammen. Schüller hat sich Christian Hartmannsgruber und Kimocon als Partner gesucht (Dazu mehr im INSIDE Spezial Zulieferindustrie, das mit dem INSIDE 1122 Mitte Oktober versandt wird.) Bei Pronorm in Vlotho war die „digitale Arbeitsplatte“ Steuerbar zu Gast, das jüngste Projekt des Innovationsnetzwerks Ambigence mit dem Kunststoffverarbeiter Coko aus Bad Salzuflen. Smart-Home-Anwendungen in der Küche und anderswo im Haus lassen sich über eine individuell belegbare Steuerung an der Arbeitsplatte bedienen.

Start-ups salonfähig

Bemerkenswert: Start-ups sind in der Branche angekommen und werden ernst genommen. Was kann die Küchenbranche von Start-ups lernen, wurde in diesen Tagen häufiger gefragt als umgekehrt. Schließlich ist jeder auf der Suche nach innovativen Lösungen, die begeistern.

Noch stärker als früher haben Holz-, Geräte- und Zubehöranbieter das Thema Service herausgestellt. In Zeiten, in denen die Anspannung der Kundschaft aufgrund von Lieferzeiten und Preisanhebungen zunimmt, wenigstens ein Zeichen. Preise, ja, die sind ein Riesenthema. Hoch einstellige Preiserhöhungsforderungen sind in keinem Bereich eine Seltenheit.

Sex, Crime und Alno

Gesprächsthemen entlang der A30: Häckers neue Rasterküche Concept130, die Luxusküchen von BT45 im IDF34 mit Gimmicks wie Waffenschrank und „Spielzimmer“ (als Alternative zum Hauswirtschaftsraum) und natürlich der Kauf der Marke Alno durch Arndt Vierhaus, den wir am Dienstag melden durften.

  • Schlagzeile: Umsatz stark gestiegen
  • H1: Umsatz stark gestiegen

Die deutsche Möbelindustrie hat ihren Umsatz im ersten Quartal dieses Jahres um 16,1 Prozent auf rund 4,8 Mrd Euro gesteigert, teilt der VDM mit. Besser als viele andere Bereiche haben sich dabei die Küchenmöbel geschlagen, denn hier lag das Plus mit 16,8 Prozent noch einmal höher, als in der gesamten Möbelbranche. Branchweit sieht es so aus: Im Inland lag der Zuwachs laut den amtlichen Zahlen insgesamt bei 15,6 Prozent. Im Ausland setzten die deutschen Möbelhersteller ebenso 17,1 Prozent mehr um als im Vorjahreszeitraum. Die Exportquote kletterte somit von 31,6 Prozent auf 32,2 Prozent.

Für diese Effekte gebe es zwei Gründe, lässt sich VdDK-, VDM- und VHK-Geschäftsführer Jan Kurth zitieren: „Zum einen muss beim Vergleich mit dem Vorjahr der damalige Lockdown berücksichtigt werden.“ Die coronabedingten Handelsschließungen hatten im ersten Quartal 2021 zu einem Umsatzrückgang von knapp 8 Prozent in der deutschen Möbelindustrie geführt. „Zudem spiegeln die Umsatzzahlen des Auftaktquartals 2022 den hohen Auftragsbestand und die gestiegenen Produktionskosten unserer Hersteller wider, die sich aus den höheren Materialpreisen ergeben.“

Hinsichtlich der Verfügbarkeit der Vormaterialien seien derzeit zwar Anzeichen einer leichten Entspannung erkennbar, so Kurth. Allerdings gestalte sich der Anstieg der Materialpreise weiterhin sehr dynamisch und die Lieferketten seien nach wie vor äußerst fragil. „Materialverfügbarkeit hat aktuell einen hohen Preis, und für die deutsche Möbelindustrie stellt diese Kostenentwicklung eine große Belastung dar“, so Kurth.

Nahezu alle Sparten verzeichneten von Januar bis März dieses Jahres zweistellige Umsatzzuwächse. Besonders zulegen konnten Küchenmöbel +16,8 Prozent), Polstermöbel +20,8 Prozent) sowie Büro- und Ladenmöbel +12,2 Prozent). Bei den sonstigen Möbeln – inklusive Wohn-, Ess- und Schlafzimmermöbeln – gelang ein Umsatzanstieg von 19,3 Prozent. Lediglich die Matratzenindustrie verbuchte einen leichten Rückgang von -1,9 Prozent.

 

Für den Monat März 2022 ermittelte die amtliche Statistik für die deutsche Möbelindustrie einen Umsatz von 1,8 Mrd Euro – ein Plus von 17,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.  Auch der Auftragseingang liege derzeit immer noch über dem Vorjahresniveau, habe sich aber im Jahresverlauf abgeschwächt, heißt es aus Bad Honnef.

  • Schlagzeile: Auch im Herbst ein Plus
  • H1: Küchenmöbelindustrie: Plus im Herbst

9,8 Prozent Plus bei einem kumulierten Umsatz von 4,773 Mrd Euro stehen Ende Oktober laut amtlicher Statistik in den Büchern der deutschen Küchenmöbelindustrie. Nach einer Delle im August (-7,5 Prozent) wurden auch die Monate September (+2,9 Prozent) und Oktober (+2,9 Prozent) mit leichten Zuwächsen abgeschlossen, was man in Anbetracht der guten Vorjahreswerte durchaus als Leistung bezeichnen kann. Bereits jetzt ist ziemlich klar, dass die Industrie positiv raus geht aus 2021, selbst wenn November und Dezember gegenüber dem Vorjahr vielleicht nicht mehr so gut werden. Spätestens 2022 werden dann Preiserhöhungen greifen, die die Umsatzstatistik mit Sicherheit pushen werden.

Das satte Plus im Berichtszeitraum Januar bis Oktober haben die Küchenbauer vor allem dem Export zu verdanken, der um 19,2 Prozent zugelegt hat. Im Inland betrug der Anstieg nur 3,4 Prozent. Hier wurden im August (-9,1 Prozent), September (-1,5 Prozent) und Oktober (-0,6 Prozent) Rückgänge verzeichnet.

Die gesamte Möbelindustrie lag in den ersten zehn Monaten mit 14,381 Mrd Euro Umsatz um 2,1 Prozent über dem Vorjahr. Speziell bei den Herstellern von Sonstigen Möbeln (u.a. Kastenmöbeln) lief es schlecht – gegenüber einem guten Vorjahr. Diese Produktgruppe musste Umsatzeinbußen von 7,7 Prozent auf 4,871 Mrd Euro hinnehmen. Die Polstermöbler (in die Statistik fließt nur Produktion in Deutschland ein) legten gegenüber dem Vorjahr um 12,7 Prozent auf 849,2 Mio Euro zu, vor allem im Ausland (+28,4 Prozent)..

  • Schlagzeile: Zahlen bis November
  • H1: Küchenmöbelindustrie wächst 2021

Von Einbruch ist in der amtlichen Umsatzstatistik für die Küchenindustrie auch zum Jahresende 2021 hin nichts zu spüren. Auch der November wurde mit 4,6 Prozent mehr Umsatz als im Vorjahr abgeschlossen, kann man aus den vom VdDK veröffentlichten Destatis-Zahlen ablesen. Kumuliert über die ersten elf Monate standen die Küchenbauer damit bei 5,333 Mrd Euro und 9,2 Prozent Plus, das zu einem großen Teil dem Exportgeschäft zu verdanken war. Während die Inlandsumsätze nur um 2,9 Prozent auf 3 Mrd Euro zulegten und in den Monaten August bis November leichte Einbußen gegenüber den hohen Vorjahreswerten zu verzeichnen waren, gab es im Export gewaltige Zuwächse. Mit 2,337 Mrd Euro Auslandsumsatz wurden wertmäßig 18,6 Prozent mehr Küchenmöbel exportiert.
In der gesamten Möbelindustrie summierten sich die Umsätze von Januar bis November auf 16,148 Mrd Euro und lagen damit um 2 Prozent über dem Vorjahreswert. Im Inland lieg ein leichtes Plus von 0,5 Prozent auf, im Ausland von 5,4 Prozent.

  • Schlagzeile: 10 Prozent mehr Umsatz
  • H1: 10 Prozent mehr Umsatz

Dank des guten ersten Halbjahrs rechnet die deutsche Küchenmöbelindustrie im Jahr 2022 mit einer positiven Bilanz. Im ersten Halbjahr wuchs der Umsatz um 10,11 Prozent auf 3,62 Mrd Euro an, natürlich auch bedingt durch die Preisanstiege. Der VdDK geht davon aus, dass das gute Auftragspolster die positive Entwicklung bis zum Jahresende stützen wird, aber macht natürlich auf die „aktuell zunehmende Verunsicherung der Konsumenten“ aufmerksam. Maximal bis zu 10 Prozent mehr, so lautet die Prognose fürs Gesamtjahr.

Die eingetrübte Konjunktur und die Marktturbulenzen gehen an der Branche nicht spurlos vorbei: Im Juni und Juli sanken die Umsätze, um -0,05 beziehungsweise um -5,45 Prozent. VdDK-Vorstands-Vorsitzender Stefan Waldenmaier formulierte es gestern auf der Jahrespressekonferenz in Herford so: Die Küchenmöbelindustrie müsse stärker durch den Export unterstützt werden. Denn mit „Küchen Made in Germany“ könne man sehr gut punkten, so Waldenmaier. Auf die hohen und oft kaum kalkulierbarer Kostenbelastungen bei Material und Energie verwies VdDK-Geschäftsführer Jan Kurth. Es sei es für die Unternehmen existenziell, diese Belastungen sehr schnell in der Kette weiterzugeben. Im Inland setzten die Küchenmöbler bis Ende Juli 2 Mrd Euro um, 9,23 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch hier ist sich seit Juli eine deutliche Abkühlung im Markt zu beobachten. Im Export wuchs die Küchenmöbelindustrie ebenfalls, saldiert um 11,21 Prozent .Der Auslandumsatz trägt mit über 1,63 Mrd Euro zu 44 Prozent zu den Gesamtumsätzen bei. Im Geschäft mit den Nachbarn waren und sind auch die Auftragseingänge erfreulich: So stiegen die Auftragseingänge aus dem Ausland erneut zum 1. Quartal 2022 um 13,84 Prozent, gefolgt von 16,26 Prozent zum Folge-Quartal. Zu Juli sowie August stiegen sie jeweils um 13 Prozent.

Neben einem größeren Umsatz verzeichnet die Branche auch eine Mengensteigerung: Kurth sagt es so „Nach Menge hat die Küchenmöbelindustrie per August insgesamt um 5,1 Prozent bzw. im Inland um 6,1 Prozent und im Ausland um 3,9 Prozent zugelegt.“ Auch hier war das erste Halbjahr entscheidend, mit Quoten zwischen 28,7 Prozent im Februar und um 19,3 Prozent im Juni. Inzwischen beschäftigt die Branche 5 Prozent mehr Mitarbeiter, als vor einem Jahr, knapp 18.200 sind es, die in bundesweit rund 50 Firmen mit mehr als 50 Mitarbeitern beschäftigt sind.

Nach den VdDK-Zahlen stiegen die durchschnittlichen Ausgaben pro deutschem Haushalt für „Küche“ in den letzten drei Jahren von 373 Euro (2019) und 411 Euro (2020) auf 431 Euro im letzten Jahr. Ob dieser Trend so anhält? Waldenmaiers Prognose: „Die Jahre 2023 und 2024 werden anspruchsvoll und anstrengend. Unser Wohlergehen als Branchenzweig hängt dabei nicht nur von der reinen Kostenseite und von der Entwicklung volkswirtschaftlicher Kennziffern ab. Maßgeblich wird die mentale Wahrnehmung beim Verbraucher werden.“