Keine Produktlinie, sondern ein Logistikthema. So sieht man das hauseigene Schnelllieferprogramm Nobilia elements in Verl (INSIDE 1106). Elements umfasst einen kleinen Auszug aus dem regulären Nobilia-Sortiment (eine Frontfarbe, ein Griff, zwei Arbeitsplattendekore, 155 Artikel im Bereich Küche, 34 im Bad und 43 im Living), ein paar Tausend Schränke sind auf Lager. Das Programm ist einfach planbar und innerhalb von 24 Stunden lieferbar. Zusätzlich zum Lager in Sürenheide hat nobilia inzwischen Abholläger in Hamburg, Berlin, Rotterdam, Frankfurt und Oberhausen aufgebaut. Ganz frisch dazu gekommen sind Köln und Kassel. Weitere werden folgen.
Schnelle Lieferung wünschen sich Händler aktuell mehr denn je. Eine Idee auf dem Weg dorthin - zumindest für ein abgespecktes Nobilia-Sortiment - haben wir im INSIDE Wohnmarkt Magazin im Februar unter die Lupe genommen: die hybride Lagerhaltung.
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Nobilia elements: „Jetzt sind die Köpfe offen“
Befeuert durch den Lockdown, aber nicht nur dadurch, hat Nobilia sein vor gut einem Jahr gestartetes Schnelllieferprogramm Nobilia elements deutschlandweit breit ausgerollt.
Dr. Christian Ullrich, der in Verl den Bereich Unternehmensstrategie leitet und sich zuletzt maßgeblich um Nobilia elements gekümmert hat, zählt aktuell rund 550 Händler, die das Schnelllieferprogramm im Angebot haben. Fast täglich werden es mehr. Als reines E-Commerce-Produkt will man elements bei Nobilia nicht verstanden wissen. Auch nicht als Billigprodukt. Elements ist eigentlich sowieso kein Produkt-, sondern ein Logistikthema. Mit einem kleinen Auszug aus dem regulären Sortiment (eine Frontfarbe, ein Griff, zwei Arbeitsplattendekore, 155 Artikel im Bereich Küche, 34 im Bad und 43 im Living) und der Lagerhaltung von ca. 2.000 Schränken setzt elements vor allem auf Schnelligkeit und auf einfache Planbarkeit.
Die Lieferung kann aus dem elements-Lager in Sürenheide innerhalb von 24 Stunden erfolgen (INSIDE 1081). „Elements ist ein Produkt, das es schon gibt und von dem wir wissen, dass die Kunden es wollen“, sagt Ullrich. Dennoch eröffnet es Händlern neue Möglichkeiten: Sie können deutschlandweit Geschäfte machen, also darüber den Einstieg in die Online-Vermarktung finden. Auch die Vermarktung einzelner Schränke wird interessanter, und durch die einfache Planbarkeit kann theoretisch auch der Azubi eine Küche verkaufen.
Den Anstoß gegeben hat schon vor mehreren Jahren ein tschechischer Nobilia-Kunde, der ein eigenes Lager mit einem eingeschränkten Sortiment betreibt. Statt kommissionsweise zu bestellen kann dieser Händler Küchen aus dem begrenzten Portfolio schnell ausliefern.
Ob die aktuelle Entwicklung von Nobilia elements allein dem Lockdown geschuldet ist, lässt sich nicht klar sagen, denn richtig los ging es mit dem Konzept eigentlich zeitgleich mit dem ersten Lockdown. Eine günstige Zeit für die Akzeptanz neuer Konzepte ist es aber auf jeden Fall. Ullrich: „Jetzt sind die Köpfe offen.“ Auch für die jüngste Idee aus dem Hause Nobilia: die hybride Lagerhaltung.
Händler, die die Montage lieber selbst übernehmen als das vergleichsweise teure und zeitaufwändigere Zwei-Mann-Handling zu buchen, können auf die preiswertere und schnellere Alternative Palettenversand zurückgreifen. Da Artikel über 2,10 m Länge sich für den Palettenversand nicht eignen, aber bloß 5 Prozent aller Artikel ausmachen, könnte es sinnvoll sein, diese 5 Prozent selbst auf Lager zu nehmen. 4 m lange Arbeitsplatten zum Beispiel. Und gegebenenfalls ergänzend noch Artikel aus dem Standardsortiment. Verschiedene Starterpackages für die Lagerausstattung können über Nobilia bezogen werden.
Als Unterstützung für den Einstieg in den E-Commerce bietet Nobilia dem Handel inzwischen auch kostenlos einen Konfigurator an, der auf der Händlerwebseite eingebunden werden kann. Entwickelt wurde der Konfigurator vom Bielefelder Online-Händler topshelf.de (INSIDE 1085). Zu dem Deal kam es, als im April nach Lösungen für Händler im Lockdown gesucht wurden. In das Shopsystem anderer Händler lässt sich der Konfigurator nicht integrieren, dafür wird er automatisch aktualisiert. Alternativ kann ein Endkunde auch auf der Nobilia-elements-Seite planen, muss dann mit dem Output aber den Händler seiner Wahl ansprechen.