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INSIDE Küche

  • Schlagzeile: Das nächste große Ding

In fünf Werken produziert Häcker Küchen heute in etwa 1.000 Küchen – am Tag. Bei Häcker mit Sitz in Rödinghausen, dem zweitgrößte Einzelunternehmen in der deutschen Küchenindustrie, geht es in diesem Herbst Schlag auf Schlag weiter. Im vergangenen Jahr wurde das neue Werk 5 in Venne hochgefahren. Ein großer Systemat-Relaunch stand im Herbst 2020 im Fokus. Systemat 3.0 läuft auf Hochtouren in Venne.

Rund 35 Prozent der Systemat-Küchen sind heute grifflos. Tendenz steigend. Im neuen Werk 5 in Venne arbeiten aktuell rund 300 Mitarbeiter. Das Werk wird weiter hochgefahren. Rund 3.100 Schränke werden in Venne aktuell am Tag produziert. Kapazitäten gibt es noch für deutlich mehr.

Häcker Küchen liegt in diesem Jahr bislang deutlich zweistellig über Vorjahr. Ein dynamisches Inlandsgeschäft; im Export wächst Häcker noch etwas stärker.

Schlag auf Schlag: In diesem Herbst startet Häcker die neue Raster-Küche Concept130, die 2023 den Hauptumsatzträger Classic ersetzen soll. Mit Classic macht Häcker rund 400 Mio Euro Umsatz. Eine gewaltige Operation. Wir haben die drei Häcker-Geschäftsführern Dirk Krupka, Stefan Möller und Markus Sander in Rödinghausen getroffen. Ein kurzweiliges Interview werden wir dazu im neuen INSIDE Spezial Küche bringen.

 

  • Schlagzeile: Karin Padinger im Talk
  • H1: Häcker-Marketingleiterin Karin Padinger im INSIDE Küche Talk

Warum Häcker Küchen 27 Innenarchitektinnen und Innenachitekten beschäftigt, wieso der Küchenbauer zu Gast auf einem Truckerfestival war und sich auf Autohöfen auf Personalsuche gemacht hat, darüber spricht Karin Padinger im INSIDE Küche Talk mit den Outsidern Simon Feldmer und Eva Ernst.

Padinger ist seit Anfang 2021 Leiterin Marketing und Innenarchitektur in Rödinghausen. Den Talk gibt's unten als Video oder als Podcast bei Spotifyund Co.

  • Schlagzeile: Einbau-Aufschlag

Mit einem Wachstum um rund 50 Prozent im ersten Halbjahr gehört der chinesische Gerätebauer Haier zu den am Stärksten gewachsenen Herstellern auf dem deutschen Markt. Den nach wie vor einstelligen Marktanteil dürfte Haier - mit allen Marken - hierzulande weiter ausgebaut haben. Dem Ziel, unter die Top 5 Hausgerätehersteller in Deutschland zu kommen, wird Haier dann aber mit Akquisitionen näherkommen müssen - wenn die Zeit denn reif dafür ist.

Das in den letzten Monaten erzielte Wachstum, das erläutert Deutschland- und Österreichchef Thomas Wittling im Videointerview, war organisch, und neben den Marktanteilsgewinnen natürlich auch auf eine positive Gesamtmarktentwicklung zurückzuführen.

Den Aufschlag im Bereich hochwertiger Einbaugeräte hat sich Haier mit der Hauptmarke Haier für das kommende Jahr vorgenommen. Da auf dem chinesischen Heimatmarkt Standgeräte dominieren, wird die Produktrange eigens für Europa entwickelt. Die dahinterstehende Technik (Stichwort: Vernetzung) ist in China bereits erprobt. Zielsetzung der Haier Group ist es, innerhalb Europas Marktführer im Bereich Vernetzung zu werden, wofür die Haier Einbaugeräterange ein wesentliches Element sein wird. Anderthalb Autostunden vom Headquarter in Qingdao entfernt wird dafür ein eigenes Einbaugerätewerk hochgezogen.

Da das Einbausortiment erst im kommenden Jahr fertig sein wird, hat man sich für dieses Jahr gegen eine Herbstmesse entschieden. Der Konzern dagegen wird voraussichtlich im Rahmen des Salone in der Mailänder Innenstadt Präsenz zeigen.

Deutlich vorangekommen ist Haier hierzulande bereits mit den Einbaugeräten der Marke Candy. Hier wurden kürzlich einige Deals eingestielt. Mit Candy ist das Unternehmen neu gelisteter Lieferant beim Küchenmarktführer Nobilia, der die Geräte international einsetzen wird. Aktuell werden in Verl die Lagerbestände hochgefahren. Ein weiterer ostwestfälischer Küchenmöbelbauer wird Candy aufnehmen, das aber erst zur Hausmesse im September kommunizieren. Auch mit dem Küchenring als drittem Neukunden ist eine aktive Zusammenarbeit geplant, bei der es um die Marke Candy geht. Diese ist eine Marke speziell für junges Publikum, denn alle Candy-Geräte sind bereits jetzt vernetzungsfähig.

Als Herausforderung stellt sich momentan natürlich auch für Haier jeden Tag aufs Neue die Lieferfähigkeit dar. Wittling: „Wir können das liefern, was wir zugesagt haben. Aber es besteht kein Anlass momentan groß auf die Trommel zu hauen und Neuaufträge an Land zu ziehen.“  

  • Schlagzeile: Thomas Wittling im INSIDE-Talk
  • H1: Haier-Dach-Chef Thomas Wittling im INSIDE Küche-Talk zu 2023

Wie war 2022? Wie blicken die Haier-Kollegen in Asien auf 2023? Wie kommt der asiatische Riese in Deutschland voran? Ein weihnachtlicher INSIDE Küche-Talk mit Haier-DACH-Chef Thomas Wittling als Video oder als Podcast.

 

 

  • Schlagzeile: Talk zur Übergabe
  • H1: Hailo: Talk zur Übergabe

Ende Juni, das war im Markt schon länger bekannt und wurde im Umfeld der Interzum auch offiziell gemacht, wird Hailo-Urgestein Martin Mies sich in den Ruhestand verabschieden.

Seine Nachfolge als Bereichsleiter Einbautechnik tritt Stephan Müller an, zuletzt Exportleiter. Outsider Nikolaj Wulff hat Mies und Müller sowie Marketingleiter Frank Peter Koch kurz vor der Stabübergabe zum INSIDE Küche-Talk eingeladen. Hier geht’s zum Talk als Podcast. Und hier zum Video:

  • Schlagzeile: Schlauchbox und Gemüsedusche

Zu Beginn dieses Jahres hat beim Schwarzwälder Armaturenhersteller Hansgrohe Hans-Joachim Kalek den Vertrieb im Küchenbereich übernommen. Kalek ist im Markt bekannt. Er kommt aus der Küchenmöbelindustrie, war lange bei Nolte, danach für Störmer und für Beckermann unterwegs. Für die Hansgrohe Deutschland GmbH soll er nun im noch jungen Geschäft mit dem Küchenhandel Gas geben. Das Unternehmen ist vor vier Jahren aktiv im Küchenbereich gestartet, zuvor war man dort hauptsächlich im Ersatzteilebedarf unterwegs.

Im Videointerview auf INSIDE Küche sprechen Volker Stark, Leiter Channel Management bei Hansgrohe Deutschland, und Kalek über ihre Chancen in diesem Segment.

(Den kompletten Artikel gibt’s für INSIDE-Küche-Abonnenten und auch in unserer Print-Ausgabe INSIDE Spezial Küche, das Mitte September zu den Herbstmessen erscheint. Alle, die am liebsten hören, finden das Interview als INSIDE Küche Talk auch hierund überall, wo es Podcasts gibt - von Spotify bis Amazon Music.)

Hans-Joachim Kalek geht an seine neue Aufgabe pragmatisch ran: „In Deutschland werden jedes Jahr 1 Mio Küchen verkauft.“ Das bedeutet ein Potenzial von 1 Mio Mischbatterien und Spülen von Hansgrohe, sagt er. Ganz so groß wird’s vielleicht nicht. Zum Ziel hat Kalek sich aber eine Zusammenarbeit mit 80 bis 90 Prozent der Einkaufsverbände gesetzt. Mit dreien ist Hansgrohe bereits im Geschäft, Gespräche laufen mit weiteren drei.

Bei Mischbatterien sieht Hansgrohe sich selbst in der Champions League. Die Preisrange beginnt bei 100 Euro VK und reicht hoch bis 1.000 Euro, im Luxussegment kommt die Marke Axor zum Einsatz. Made in Germany ist nur eins der Argumente. Fünf Jahre Garantie und 15 Jahre Nachkaufgarantie sind weitere. In Offenburg hat das Unternehmen, das ist durchaus eine Besonderheit, ein eigenes Kartuschen-Werk. Das Einbauspülensortiment ist noch ausbaufähig. Edelstahl und Quarz gehören hier zum Sortiment; die Spülen werden extern gefertigt.

Weil der Küchenmarkt beim Start vor vier Jahren natürlich nicht auf einen weiteren Armaturenlieferanten gewartet hat, trat Hansgrohe mit ein paar überzeugenden Argumenten an. Da ist zum einen eine Innovation praktischer Art, erklärt Volker Stark: die Schlauchbox - ein Gehäuse, in dem der Schlauch einer Auszieharmatur separat geführt wird. Das verhindert Verhaken mit anderen Gegenständen unter der Spüle. Der Schlauch gleitet widerstandslos zurück; zudem wird der Ausziehradius um einiges größer. Und wichtig für die Montage: die wird mit der Schlauchbox einfacher, was letztendlich Arbeitszeit und damit Geld spart. „Die qualitativen Vorzüge sitzen unter der Arbeitsplatte“, sagt Kalek, der sich auf Besuch beim Handel gern mal direkt an die Monteure wendet, weil diese die Besonderheiten am meisten zu schätzen wissen.

Eine weiteres Alleinstellungsmerkmal ist die Strahlart. Ja, tatsächlich. Aus der Armatur Aquno Select, die aus dem Badbereich adaptiert wurde, treffen mikrofeine Einzelstrahlen aus dem Armaturensockel im flachen Winkel auf Gemüse, Obst und Kräuter. Als „Duschvergnügen fürs Gemüse“ hat das die Schiltacher PR-Abteilung umschrieben. Der wahre Vorteil liegt natürlich nicht darin, den Nahrungsmitteln ihre Zubereitung so vergnüglich wie möglich zu machen, sondern sie besonders schonend zu behandeln. Und dabei Wasser zu sparen und Spritzer zu minimieren. Nur rund 4 Liter pro Minute werden benötigt. Zusätzlich gibt es zwei weitere Strahloptionen von oben. Der Wechsel zur gerade benötigten Strahlart ist intuitiv per Knopfdruck möglich. Muss man wohl selbst testen - zum Beispiel im 1.000 qm großen Showroom in Schiltach.

In OWL wird der Armaturenhersteller vom 18. bis 23.9. auf der Area30 zu finden sein, die ja im vergangenen Jahr der Pandemie zum Opfer gefallen war. Das Jahr Messepause hat Hansgrohe insofern nicht so hart getroffen, dass die letzte Neuheitenoffensive erst 2019 war, sagt Volker Stark.

  • Schlagzeile: 12 Kontakte für 2 Aufträge
  • H1: Küchenverkauf : 12 Kontakte für 2 Aufträge

Harry Biedendorf hat in seiner Zeit bei Vorwerk das Küchen-Verkaufen per Kalt-Akquise perfektioniert und später als Verkaufstrainer seine Tricks an Verkaufsberater aus dem Handel weitergegeben. 12 Kontakte und vier Angebote braucht es für zwei Aufträge, hat er errechnet. Sein Trick dabei: nicht verkaufen wollen. Was Biedendorf, heute Rentner mit Branchenbezug, Verkäufern geraten hat und heute noch rät, berichtet er kurzweilige 30 Minuten lang im INSIDE Küche-Talk. Hier als Podcastoder unten im Video.

Eine große Rolle spielen für Biedendorf der Smalltalk vorab und eine unterhaltsame Bedarfsermittlung ­– ohne den Zwang im Hinterkopf, einen Auftrag schreiben zu müssen. Den Kunden so lange wie möglich im Geschäft halten, ihn aber nicht langweilen. Wenn die Konzentration nachlässt, lieber nochmal einen Termin ausmachen. Und geplant wird bei Biedendorf erst, wenn man sich grundsätzlich mit dem Kunden einig ist, dass er eine Küche kaufen will. Sonst geht zu viel Zeit verloren.

Damit auch in schwächeren Zeiten möglichst viele Kundenkontakte zu Aufträgen werden, empfiehlt Biedendorf gerade im Moment, gewohnte und auch erfolgreiche Verkaufsprozesse kritisch zu prüfen und gegebenenfalls anzupassen, um die „Trefferquote“ zu steigern. Seine Vorstellung vom idealen Verkaufsprozess hat er in fünf Stufen unterteilt, für die er jeweils eine grobe Zeitdauer veranschlagt:

  • Stufe 1: Motive finden (Kundenkontakt - Infos austauschen in der Ausstellung oder am Telefon – ca. 15 Minuten)
  • Stufe 2: Fakten sammeln (Bedarfsermittlung am Beratungsplatz oder per Video Call – ca. 15 Minuten)
  • Stufe 3: Zielsicher planen (Planung – Angebot entwickeln am Arbeitsplatz, mit oder ohne Kunden – 45 Minuten)
  • Stufe 4: Projektstory präsentieren (finaler Entwurf mit Angebot am Beratungsplatz, in der Ausstellung oder per Video Call – 15 Minuten)
  • Stufe 5: Kaufentscheidung begleiten (Angebot ggf. angepasst mit finaler Preisnennung, in der Ausstellung oder per Video Call – 10 Minuten, optional Folgetermin ausmachen)

  • Schlagzeile: Andere Sphäre

Im sauerländischen Brilon wird gerade bei Impuls Küchen und Puris Bad ein umfangreiches Investitionsprogramm umgesetzt, das historische Dimensionen hat.

Unter dem früheren Inhaber Alno gehörten Impuls und die damalige Schwestergesellschaft Pino zwar zu den Perlen des defizitären Konzerns. In Pfullendorf war es finanziell jedoch knapp an allen Ecken und Enden, so dass auch bei Impuls zuletzt ein Investitionsstau aufgelaufen war. Angepackt wurde der mit dem Einstieg von Brimax und Georg Billert. In einem kurzen Video-Interview fasst Georg Billert die wichtigsten Maßnahmen kurz zusammen.

 

Einige Umstellungen fanden während der Betriebsferien in diesem Sommer statt, die die teilweise nicht ganz reibungslos von Statten gingen. Schnelle Normalisierung wird erwartet - vier statt sieben Wochen Lieferzeit. Dazu beitragen sollen nicht zuletzt die Investitionen am Standort, die Impuls „in eine ganz andere Sphäre bei Prozessen, Qualität und Zuverlässigkeit“ versetzen sollen.

 

  • Schlagzeile: So lief der Start ins Küchenjahr
  • H1: INSIDE Küche-Talk zum Start ins Jahr mit Yvonne Zahn, Daniel Hörnes und Matthias Berens

Kann Küche Krise? Diese Frage treibt uns um, seit auch im von den letzten Jahren erfolgsverwöhnten Küchenmarkt die Bäume nicht mehr überall in den Himmel wachsen. Auf der Area30 haben wir beim ersten INSIDE Küche-Live-Talk mit einer Reihe von Protagonisten aus dem Markt diskutiert, welche Zukunft der Branche mittelfristig bevorsteht.

Nun sind wir drei Monate weiter. Wie ist 2022 zu Ende gegangen und wie das neue Küchenjahr gestartet? Darüber haben wir am heutigen Freitag mit Yvonne Zahn (Küchenstudio Proform aus Weinheim) und Daniel Hörnes (Quooker) gesprochen, die auch beim Talk auf der Area30 zu Gast waren. Mit Matthias Berens, Geschäftsführer bei der Baumann Group, war heute zudem noch ein Talk-Gast dabei, der auch einen Blick aufs konsumige Segment hat.

Den ganz frisch aufgenommenen Talk gibt’s als Podcastoder hier als Video:

  • Schlagzeile: Kreativer, bunter, diverser
  • H1: Kreativer, diverser, bunter: Wilhelmine Götz, Lena Schaumann und Markus Sander im INSIDE Talk

Der Vortrag von Häcker-Küchen-Geschäftsführer Markus Sander auf unserem INSIDE Branchen-Gipfel hat, das kann man mit Recht behaupten, bei den Teilnehmern Eindruck hinterlassen und war auch nach dem 12. Mai noch Thema in vielen Gesprächen.

War ja auch eine Überraschung: Der Geschäftsführer eines großen mittelständischen, ostwestfälischen Küchenmöbelherstellers (dessen Geschäftsführung sich by the way aus vier Männern zusammensetzt) steht in München vor einem zu knapp 90 Prozent männlichen Publikum auf der Bühne (das hat Sander selbst nachgezählt) und hält einen Vortrag mit dem Titel „Mehr Kreativität, mehr Buntes, mehr Diversity in unseren Teams.“ In einer bunten Runde, moderiert von den Outsidern Nikolaj Wulff und Eva Ernst, bei der außerdem Lena Schaumann und Wilhelmine Goetz dabei waren, haben wir Markus Sander dann Anfang dieser Woche nochmal intensiver dazu befragt, was sie in Rödinghausen in Sachen Diversität und Toleranz schon getan haben und noch tun wollen. Während einige Dinge wie die Anonymisierung von Lebensläufen in der Personalabteilung durch Vorgaben einfach umsetzbar sind, brauchen Veränderungen in der Unternehmenskultur Zeit, sagt Sander. Und Vorbilder, die Toleranz vorleben.

Lena Schaumann, Chefin beim VME-Händler Möbel Schaumann in Kassel, hat im Familienunternehmen gemeinsam mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den letzten Jahren bereits einiges anders gestaltet. Sie wünscht sich sogar, dass häufiger Forderungen und Wünsche geäußert werden. Schaumanns Statement zum Status quo in der Branche: "Auch wenn ich glaube, dass wir unheimlich viel Handlungsbedarf haben, würde ich nicht alles nur kritisch und negativ bewerten. Wir befinden uns auf dem Weg, es passiert was. Wir dürfen auch anerkennen, was wir schon geschafft haben. Schwierig wird es, wenn wir Druck aufbauen. Wir sind immer besser in Dingen, die uns Freude machen. Es gibt auch viele positive Beispiele. Wenn wir die benennen, werden wir viel schneller nach vorne kommen, als wenn wir immer nur darüber sprechen, was alles noch nicht stimmt. Lasst uns ein Freudethema draus machen!"

Dass es Firmen am Markt gibt, in denen Flexibilität und Vereinbarkeit bereits gelebt werden, das konnte Wilhelmine Goetz in der Runde erzählen. Sie ist Head of Content Management beim Digital-Start-up Küchenheld und Mutter von zwei Kindergartenkindern. Aus der Vergangenheit kennt sie auch traditionellere Arbeitsmodelle und weiß darum um so mehr zu schätzen, was ihr möglich ist. Wilhelmine Goetz: "Das Elternsein sollte weniger als Einschränkung wahrgenommen werden. Nie wieder im Leben schläft man so wenig und leistet so viel. Wir haben 1.000 Dinge gleichzeitig im Kopf und 999 davon schaffen wir meistens sogar. Dass das mehr als Skill wahrgenommen wird und mehr als Weiterentwicklung im Leben und das Elternsein stärker normalisiert wird statt als Manko gesehen, das stelle ich mir bei einem modernen Arbeitgeber vor."

Schauen Sie rein oder hören Sie rein! Überall, wo es Podcasts gibt, z.B. hier auf Spotify, oder im Video:

  • Schlagzeile: Sieben Wege in die Küche
  • H1: INSIDE-Jungunternehmer-Talkr

Völlig happy mit dem eigenen Werdegang, selbst wenn er nicht in allen Fällen so geplant war - dieses mehrheitliche Fazit aus dem INSIDE-Jungunternehmer-Talk, zu dem wir Anfang dieser Woche sieben junge Leute aus dem Küchenhandel per Zoom zusammengeschaltet haben, hätte man bestimmt nicht in vielen anderen Branchen so bekommen.

Eine bunt gemischte Runde war es, aus Jungunternehmerinnen und Jungunternehmern, die uns an diesem Montag Einblicke in ihr Tagesgeschäft, in ihren Ausbildungsweg und die Herausforderungen, aber auch Möglichkeiten von Unternehmern gegeben haben. Unter den sieben waren größtenteils Nachfolgerinnen und Nachfolger, die die Unternehmen noch gemeinsam mit ihren Eltern führen. Teils ist die Übergabe aber auch schon abgeschlossen. Auch zwei Existenzgründer nahmen teil an der Runde. Und alle gehören unterschiedlichen Verbundgruppen an. Trotz so vieler Unterschiede hat man gemerkt: Küchen sind einfach ihr Ding. Und stationärer Küchenverkauf hat eine Zukunft.

Den kompletten Talk sehen Sie im Video unten - oder hören ihn überall wo’s Podcasts gibt (von Spotifybis Amazon Music) und hier im reinen Audio-Format.

Dabei war: Daniel Kreis, freier Küchenplaner aus Kürnach und Kreis-Mitglied, der sich auf barrierefreie Küchen spezialisiert hat und in seiner Region eigene Radiospots für sein One-Man-Start-up schaltet. Slogan: „Besondere Küchen für besondere Menschen“.

Larissa Meyer-Bechtle von Küche und Raum Berlin (MHK) hat schon während der Schulzeit ausgeholfen und Fronten sortiert, ihren Vater zu Händlerschulungen begleitet. Inzwischen führt sie das Studio allein. Vor- und Nachteile ihrer Selbstständigkeit halten sich für sie die Waage: Als Chefin hat sie die Möglichkeit, Beruf und Familienleben zu verbinden - gleichzeitig war es ihr aber auch nicht möglich komplett in die Elternzeit abzutauchen, wie andere es tun.

Sandra Münzhubers Großmutter war Mitgründerin von Asmo Küchen, das heutige Geschäft, das Küchenstudio Freising (KSV), hat ihr Vater vor 43 Jahren gegründet. Damit wurde ihr die Tätigkeit in der Küchenbranche quasi in die Wiege gelegt. Nach der Ausbildung bei Weko und dem Besuch der Einrichtungsberaterschule in Salzburg stieg sie 2015 ins elterliche Unternehmen ein. Ihr Motto: „Dinge die laufen, laufen lassen“ und: „Nicht Fehler suchen, sondern Lösungen finden.“

Nochmal umentschieden hat sich Jens Lehnemann von Küchenkompetenz Center Uhingen (Küchenring). Er hatte nämlich eigentlich nicht vor, das Familienunternehmen zu übernehmen. Fast hätte sein Vater mangels Nachfolge einen Verkauf ins Auge gefasst. Und das, obwohl er nach seinem dualen BWL-Studium bei WMF an der Möfa Küchenfachberater gelernt hatte. Nach der MöFa war Lehnemann zwei Jahre lang für den Küchentreff in Wildeshausen tätig, bekam dann aber doch wieder Südweh und stieg in die Firma ein.

Als ganz frischen Existenzgründer kann man Sven Wetendorf (Küchentreff) bezeichnen, der sein Küchenstudio City Küchen Dresden erst vor wenigen Wochen eröffnet hat. Wetendorf war zuletzt lange Jahre im Nobilia-Außendienst und verkauft darum - klar - auch vor allem Nobilia. Mit der Selbstständigkeit hat er sich selbst einen lang gehegten Wunsch erfüllt.

Der einzige Vollsortimentshändler in der Runde war Carsten Reimann vom Einrichtungshaus Reimann aus Flensburg (GfM-Trend), der sich die Geschäftsführung mit seinem Vater teilt. Er selbst kümmert sich um den wachsenden Küchenbereich, die Aufgaben sind klar getrennt. Auch seine Schwester arbeitet im Unternehmen. Für Reimann ist klar: Die Zukunft liegt in der Küche.

Katharina Zander vom Küchenfachmarkt Meyer & Zander (Garant) ist Geschäftsführerin eines Filialisten mit rund 50 Mitarbeitern. Vier Küchenfachmärkte, ein Küchendiscounter und ein Bettenfachmarkt gehören dazu. Beruflich hat sie - das können sicher nicht viele junge Leute von sich sagen - exakt den Weg eingeschlagen, den sie sich vorgenommen hatte. Sie wollte niemals weg aus Nienburg, auch nicht zur MöFa, und niemals etwas anderes machen als ins Unternehmen einsteigen. Ihre Ausbildung allerdings hat sie als Außenhandelskauffrau in einem KfZ-Teile-Großhandel absolviert. Ob es machbar ist, als Unternehmerin in Elternzeit zu sein, kann sie im kommenden Jahr erproben, wenn sie Mutter wird.

  • Schlagzeile: Zum Abruf

Wer nicht die Gelegenheit hatte, am 30. Juni auf der Plattform INSIDE.jobs den INSIDE-Möfa-Talk live aus Köln mitzuverfolgen, der kann das jetzt nachholen. Und zu sehen und hören gibt es einiges: Interviews und Gespräche rund um eines der vielleicht heißesten aktuellen Themen: Die schwierige und doch so wichtige Suche nach geeigneten Talenten und Nachwuchskräften. In kleine Häppchen aufgeteilt bringen wir hier Video-Ausschnitte aus dem Online-Offline-Event.

In den Gesprächen mit den Studierenden und den Unternehmern und Führungskräften fielen oft die Worte Leidenschaft, Interesse und Flexibilität. Es tut sich was in der Arbeitswelt – und an der MöFa. MöFa-Schulleiterin Sabine Gantzkow sprach im Interview mit INSIDE-Chefredakteur Simon Feldmer über das neue Bachelorstudium und über Modernisierungs- und Sponsoring-Pläne:


Teil des Talks waren auch Interviews mit Studenten der MöFa:  So beispielsweise Caroline Fischer, die erzählt, wie sie sich die künftige Mitarbeiterführung im elterlichen Möbelhaus vorstellt. Alexander Soller sieht die Chancen eines Handelsvertreters im E-Commerce-Bereich – die Digitalisierung macht auch vorm Möbelvertrieb nicht Halt. Hannah Brune, studierte Ernährungswissenschaftlerin, jetzt an der MöFa, will ins elterliche Küchenstudio einsteigen und findet, dass man den Kunden auch in Zukunft mit Onlineberatung mehr zu Hause abholen muss. Mehr zu Hause sein - das gilt nach ihren Vorstellungen selbst für die Mitarbeiter des Küchengeschäfts. „Homeoffice ist nicht so schwierig umzusetzen“, das habe sich in den letzten Monaten gezeigt. Luis Wannenwetsch sieht das familieneigene Möbelhaus aus Gingen an der Fils gerade wegen seiner kompakten Größe von 7.000 qm gut aufgestellt. Inga Dumath, die allein durch privates Interesse an der MöFa gelandet ist, meint: Der Arbeitsort müsse in Zukunft flexibel sein – es werde viele verschiedene Arbeitsplätze geben. Mit dieser Einstellung ist sie beim zukünftigen Arbeitgeber Designfunktion gut aufgehoben, der sich auf solche Lösungen einstellt. Carla Giesecke will ins Designbüro ihrer Tante einsteigen. Arbeit sieht sie nicht als Arbeit, sondern als Leidenschaft. Ihre Generation sei flexibel, sagt sie. „Wir wollen uns weiterentwickeln und nicht feststecken.“


Nicht zuletzt waren es auch die Interviews mit Managern der Möbel- und Küchenbranche, die viel Raum im Talk einnahmen. MHK-Vorstand Kirk Mangels sagte zum Beispiel:  „Die Corona-Zeit hat uns geholfen, einen großen Feldversuch umzusetzen, der gut funktioniert hat.“ In Dreieich hatte man traditionell auf Anwesenheitspflicht gesetzt, aktuell befinden sich noch 70 Prozent der Mitarbeiter im Homeoffice. Mangels: „Wir sind nicht Netflix und nicht Amazon. Wir arbeiten in einer traditionellen Branche.“  Da gelte es, die Balance zu finden zwischen der Notwendigkeit zu kulturellen Anpassungen wie mehr Work-Life-Balance und Tradition. Obwohl auch MHK spürt, dass die Personalsuche anspruchsvoller geworden ist, speziell im IT-Bereich, sieht man sich gut aufgestellt: „Wir sind da gut unterwegs und setzen uns bei Spitzenkräften gut durch.“ 

Emma-Mitgründer Dr. Dennis Schmoltzi erklärt im Interview, warum Recruiting bei Emma Chefsache ist und der persönliche Eindruck oftmals wichtiger als der Lebenslauf. 200 bis 300 Interviews führt Emma im Monat, rund 2.000 Bewerbungen flattern rein. Schmoltzi: „Wir suchen Talente.“ Ähnlich läuft es bei deinschrank.de, berichtet Geschäftsführerin Gisela Cousland, die gerade erst um die 30 Leute eingestellt und weitere Stellen offen hat. Oft sehe man dem Lebenslauf die Fähigkeiten eines Bewerbers gar nicht an. Ins selbe Horn stößt Janua-Gründer Christian Seisenberger: „Wenn man sich für etwas interessiert, dann ist man schnell sehr gut drin.“ Ottos Jan Filler sucht für sein Team Leute, die „richtig Bock haben, mit uns gemeinsam Erfolge zu feiern“. Die Halbwertszeit von gelerntem Wissen nehme immer mehr ab. Nichtsdestotrotz sei es für den Möbeleinkauf von Vorteil, die Branche zu kennen, die bekanntlich etwas anders tickt als andere.

Innerhalb eines Jahres hat Torsten Bendlins Start-up Valuedesk seine Belegschaft verdreifacht. Zum Ende des Jahres werden 50 Leute in Bielefeld tätig sein. Gerade hat Valuedesk sogar einen zweiten Standort in Berlin aufgemacht. So erhofft man sich, international bei der Personalsuche erfolgreich zu sein. Berlin zieht mehr als OWL.

 

 

 

Und hier noch ein paar Eindrücke von der Produktion: 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  • Schlagzeile: Zum Nachhören
  • H1: Der INSIDE Küche-Talk auf der Area30 zum Nachhören (mit Video)

Was kommt nach dem Boom? Komplett klären konnten wir diese Frage beim ersten INSIDE Küche Live-Talk am Messesonntag auf der Area30 natürlich nicht, aber immerhin einen Einblick gewinnen, mit welchen Rezepten unsere Talk-Gäste in die schwieriger werdenden Zeiten hinein gehen. Den Kopf in den Sand zu stecken hat keiner im Plan, das wurde deutlich.

Zu Gast waren Markus Schüller (Schüller), Michael Wunram (Eggersmann), Wilhelmine Goetz (Küchenheld), Irene Gotas (Flotho Werbeagentur), Yvonne Zahn (Proform), Willi Bruckbauer (Bora) und Daniel Hörnes (Quooker). Und die Gastgeber: Michael Rambach und sein Trendfairs-Team.

Die Vogelsänger Studios, die am Sonntagabend den Technik-Part übernommen hatten, haben für uns und für Sie blitzschnell einen schicken Video-Zusammenschnitt der Talkrunde erstellt.

 

Den kompletten Talk zum Nachhören gibt es auch als Podcast hier auf Spotify und so ziemlich überall sonst, wo es Podcasts gibt.

 

  • Schlagzeile: Herbstmessen - die Perspektiven

Kurz vor Ostern haben wir für eine prominente Talk-Runde Messemacher, Unternehmenslenker, Industrievertreter und Lokalpolitik zusammengetrommelt, um über die Perspektiven für die Messen im ostwestfälischen Küchenherbst zu sprechen.

Mit dabei waren: Matthias Berens (Baumann Group), Dr. Lars Bopf (Nobilia), Jan Kurth (VDM und VdDK), Bernd Poggemöller (Bürgermeister der Stadt Löhne), Michael Rambach (Trendfairs), Stefan Waldenmaier (Leicht Küchen, Architekturwerkstatt) und Jochen Willmann (Kitchen Center Löhne), die am Ende der Runde dann auch noch ein wenig Persönliches preisgaben.

Deutlich wurde in der Runde: Bei den Vorbereitungen für die Hausmessen im Herbst fahren die Unternehmen auf Sicht - stärker sogar als im letzten Jahr. Schließlich hat man gelernt, dass sich Rahmenbedingungen innerhalb kürzester Zeit komplett ändern können. Vorbereiten muss man sich auch auf Dinge, die vielleicht gar nicht umgesetzt werden können, weil sie bis zu den Messen möglicherweise überholt sein werden. Die Area30 mit ihren mehr als 100 Ausstellern, aber auch andere Messezentren wollen auf alle Eventualitäten vorbereitet sein. 

Stand heute planen alle ihre Messen. Auch die, die im Herbst des letzten Jahres ihre Türen geschlossen gehalten hatten wie die Baumann Group, das Kitchen Center Löhne oder auch das House4Kitchen.

Zuversichtlich stimmen einerseits die Aussicht auf eine bis Herbst ausreichend hohe Impfquote, andererseits neue Instrumente wie Schnelltests, die inzwischen zur Routine gewordenen AHA+L-Maßnahmen und nicht zuletzt natürlich die Erfahrungen für den Umgang miteinander, die wir im Geschäftsleben in den vergangenen zwölf Monaten alle gesammelt haben.

Auch Bernd Poggemöller als Bürgermeister der Stadt Löhne setzt sich für das Stattfinden der Messen ein. Momentan steht zwar auf dem Festplatz in Löhne noch das zentrale Testzentrum der Stadt. Bis zum Herbst, wenn hoffentlich die Mehrheit der Bevölkerung geimpft ist, soll dort aber Platz sein für die area30, auf die Poggemöller fest setzt. Für das traditionell im Anschluss startende Oktoberfest in Löhne sieht der Bürgermeister dagegen in diesem Jahr keine Perspektive. Da geht es ihm ähnlich wie seinem Münchner Amtskollegen.

Apropos Perspektiven: Damit Fachmessen wie die Area30 wieder stattfinden dürfen, müssen Bund und Länder dafür den Weg erstmal frei machen. Man brauche dringend die Signale aus Berlin, so sagt es Michael Rambach.

Aus Sicht von Jan Kurth, bei dem als Vertreter der Industrie viele Stimmen aufschlagen, ist die Durchführung von Messen in diesem Jahr sogar noch wichtiger als im letzten. Sowohl für die Industrie als auch für den Handel, denn es gab ja wenig Gelegenheiten für geballte Neuheitenpräsentationen innerhalb des letzten Jahres. Wie KCL-Betreiber Jochen Willmann sagt: Man hat nun über ein Jahr Übung im Nicht-Messe-Machen.

Ein wesentlicher Baustein für zusätzliche Sicherheit der Aussteller und Messebesucher werden sehr wahrscheinlich Schnelltests sein. Dabei würde im Sinne der Messebesucher klar ein gemeinsames Konzept bevorzugt. Man tauscht sich aus untereinander, kann aber noch nichts Konkretes entscheiden. Bis zum Herbst sollten auf jeden Fall die technischen Voraussetzungen gegeben sein, mit denen tagesaktuelle Schnelltests dokumentiert werden können. Wünschenswert wäre eine einheitliche Lösung, vermutlich in Form einer App. Welche App sich bis dahin durchgesetzt hat, wird natürlich nicht (nur) in OWL entschieden.

Auch in den Betrieben hat man in den vergangenen zwölf Monaten dazu gelernt und Erfahrungen gesammelt. Beispiel Nobilia, wo ergänzend zu Hygiene- und Schutzmaßnahmen seit etwa einem halben Jahr mit verschiedenen Testverfahren gearbeitet wird. Dr. Lars Bopf wartete mit beeindruckenden Zahlen auf: Aktuell werden alle rund 4.000 Mitarbeiter täglich (!) getestet.

Die gesamte Talk-Runde im Video gibt es hier zu sehen: 

In Kürze wird auch eine komprimierte Version mit den zentralen Aussagen bereitstehen.

  • Schlagzeile: Neustarter im Fokus
  • H1: KMG Zumbrock: Neustarter im Fokus

Robin Hood ist groß geworden. Pia Zumbrock und Rudolf Siemens von KMG Zumbrock waren auf INSIDE Küche zu Gast für die Talk-Serie „Verbände im Gespräch“.

Als Hans Ulrich Zumbrock die KMG vor 23 Jahren gegründet hat, stand das auch im INSIDE. Geschäftsführerin Pia Zumbrock hat als Vorbereitung auf das Interview in diesem Sommer das historische Heft hervorgeholt.

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  • Schlagzeile: Verbände im Gespräch (3)

2008 als Tochtergesellschaft des EMV gegründet, ist der Küchen Spezial Verbund der jüngste unter den Küchenspezialverbänden. In diesen 13 Jahren hat es das Team aus Fahrenzhausen von Null auf 400 angeschlossene Küchenstudios gebracht. Das Wachstum ging leise vonstatten. Diese Unauffälligkeit war durchaus gewollt. Ein größerer Schritt war 2018 der Beitritt von Gienger Küchen mit der Küchengruppe und etwa 100 Küchenhäusern.

Auch die KSV-Gesellschafter haben vom Küchenboom 2020 profitiert: Um über 35 Prozent stieg der Umsatz im vergangenen Jahr. Auch in diesem Jahr liegt die Verbundgruppe schon wieder um mehr als 30 Prozent im Plus. „Unsere Mitglieder sind am Limit, gerade was die Auslieferung anbelangt“, sagt KSV-Geschäftsführer Willibert Fröschen. Vor diesem Hintergrund wurde die Zusammenarbeit mit einem externen Montagedienstleister vereinbart, der deutschlandweit über 200 Montageteams und 40 Läger hat und auf den die Händler bei Bedarf zurückgreifen können. Im Preis enthalten ist sogar eine Restlieferversicherung. Im Dienstleistungsportfolio des Verbands läuft das Ganze unter „KSV Montageservice“

Was den KSV von anderen Küchenfachverbänden unterscheidet? Für EMV- und KSV-Geschäftsführer Ulf Rebenschütz ist es vor allem die Umsatzbündelung mit dem EMV und die Einkaufskooperation mit Garant. Gemeinsam bringen es die Verbände auf ein Beschaffungsvolumen von 1 Mrd Euro, sagt er. Auch administrative Aufgaben werden vom EMV übernommen.

Mehr dazu im Videointerview mit den KSV-Geschäftsführern Willibert Fröschen und Ulf Rebenschütz sowie Susanne Schiffner-Geringer, die in Fahrenzhausen für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

  • Schlagzeile: Neue Preisbereiche
  • H1: Küche & Co setzt auf Smart-Discount-Konzept

Ein Küchenstudio zu betreiben, ist eine komplexe Angelegenheit. Mehr noch, seit in Pandemie-Zeiten neben allen planerischen und kaufmännischen Aufgaben auch noch die Digitalisierung im Küchen-Business, beispielsweise mit Videoberatungen, zugenommen hat. Franchisemodelle versprechen eine Entlastung in vielen Teilbereichen und die reine Konzentration auf den Verkaufsprozess, doch für viele Küchenhändler im deutschen Markt haben einfach der Auftritt mit eigenem Namen und mit einem eigenen Marketing Priorität.

Es gibt auch andere Konzepte. Küche&Co hat sich seit vielen Jahren als eine feste Größe im Küchenfranchise-Segment etabliert. Es läuft, wie man an den Zahlen sehen kann, die die Hamburger Zentrale gerade gemeldet hat. Im Video-Interview geht Geschäftsführer André Pape ins Detail.


20,5 Prozent Umsatzwachstum auf bestehender Fläche in 2020 konnte Pape auf dem Franchisetag von Küche&Co, der am 5. und 6. November über die Bühne ging, verkünden. Und auch im laufenden Jahr geht er von einem zweistelligen Wachstum aus. Das 2022 zu toppen, werde allerdings schwierig, so seine Einschätzung. Große Hoffnungen setzt er in das Smart-Discount-Konzept, bei dem Küchen unterhalb der gewohnten Preis-Range von 8.000 bis 14.000 Euro auf kleiner Fläche angeboten werden. Dieser „untere Bereich“, so Pape, werde sich „schneller entwickeln, als wir vor vielleicht 20 Jahren erwartet haben“. Seit etwa zwei Jahren gibt es das Konzept. Acht Händler sind in Deutschland aktuell dabei, Tendenz steigend. Jetzt gilt es für Küche&Co noch mehr Händler davon zu überzeugen, und verstärkt auch Quereinsteiger in die Küche&Co-Familie zu integrieren.

  • Schlagzeile: Verbände im Gespräch (4)

Nach fast 20 Prozent Wachstum im vergangenen Jahr, haben die Mitglieder der Garant-Schiene Küchen Areal auch das erste Halbjahr 2021 mit einem Plus von 22 Prozent abgeschlossen, berichten Garant-Geschäftsführer Jens Hölper und Küchen-Areal-Leiter Jörg Böhler im INSIDE-Küche-Interview.

Zwar hätten die Händler im Schnitt gegen Ende des zweiten Quartals eine Abnahme der Kundenfrequenz festgestellt, so Hölper. Doch die Bestände sind hoch und auch nach wie vor die Abschlussquoten. Das hohe Vorjahresniveau - in der zweiten Jahreshälfte 2020 gab’s ein Plus von über 30 Prozent - wird sich nicht toppen lassen. Hölper rechnet damit, dass das Niveau sich nun von Monat zu Monat abflacht, ist aber überzeugt, dass Küchen Areal auch das Gesamtjahr 2021 mit einem Plus abschließen wird.

 

Jörg Böhler, seit dem vergangenen Oktober in Rheda-Wiedenbrück am Start, berichtet, mit welchen Mitteln er sich in den Monaten des Lockdowns bei den Händlern vorgestellt hat. Seit es wieder möglich ist, ist er rund um die Uhr auf der Straße. Ganz durch ist Böhler noch nicht mit seiner Tour. Kein Wunder - Küchen Areal hat knapp 500 Händler allein in Deutschland.

Nachdem sich in den vergangenen Jahren zwischen 15 und 20 Firmen pro Jahr dem Verband angeschlossen haben, werden es in diesem Jahr vielleicht acht bis zehn sein. „Ein Küchenhändler hat zurzeit anderes zu tun als den Verband zu wechseln“, meint Hölper. Eine Rolle spielt aber das Thema Existenzgründung.

Innerhalb des Garant-Verbands ist der Bereich Küchen mit fast 60 Prozent des Umsatzes mit Abstand der wichtigste. Der gemeinsame Einkaufsverband mit dem EMV, der EMMK, bringt es auf eine gute Milliarde Einkaufsvolumen. Das Volumen, das EMV und Garant im Küchenbereich bündeln machte es sogar möglich, im März in Zusammenarbeit mit der AEG eine exklusive E-Gerätelinie auf den Weg zu bringen. Auf der gemeinsamen Verbandsmesse in Leipzig soll diese dann erstmals auch physisch gezeigt werden. EMV, KSV und Garant erwarten dort auf einer Fläche von 20.000 qm (davon 5.000 qm Küche) eine vierstellige Zahl an Händlern.

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  • Schlagzeile: Eröffnung in Andernach
  • H1: Küchen&Wohn.Genuss: Michael Breitbach hat eröffnet

Bis auf ein E-Gerät, das von den üblichen Lieferschwierigkeiten betroffen ist, ist Michael Breitbachs Küchenstudio Küchen&Wohn.Genuss in Andernach jetzt komplett. Das 70 qm große Geschäft in der Innenstadt seines Heimatorts hat der frühere SHD-Mann seit dem 1.12. nach und nach eingerichtet.

Zunächst kamen die Outdoor-Küchen von Burnout und Haave, inzwischen sind auch die Next125- und Schüller.C-Ausstellungsküchen und ein Hauswirtschaftsraum installiert und inszeniert. Hier geht’s zu einem kurzen Video-Rundgang durch die neue Location:

Im zweiten Video berichtet Breitbach in einem lockeren Gespräch von seinen Plänen:

Fertige Planungen können Breitbachs Kunden übrigens mithilfe von Virtual Reality nochmal gegenchecken.

Breitbach VR

  • Schlagzeile: Ab nach oben im Netz
  • H1: Küchenheld

Viel ist davon die Rede, dass die Menschen längst bereit sind, deutlich mehr für Möbel im Netz auszugeben. Das ist auch bei Küchen so. Ein Besuch beim Küchen-Start-up Küchenheld in Berlin und München.

Von außen kann man ihn nicht erkennen, den Smartroom des Küchenhändlers Küchenheld in Berlin in der Charlottenstraße nahe Gendarmenmarkt. Der Outsider ist auch glatt bisschen zu doof und latscht erst mal dran vorbei. Der so genannte Smartroom hat gar keine Ladenfront, ist im zweiten Stock und verfügt an der Haustüre unten an der Charlottenstraße grad mal über ein Klingelschild.

Laufkunden sind nicht die Zielkunden der Küchenheld-Geschäftsführer Dr. Love Edquist und Ivo Wissler und ihrem Team (knapp über 100 Leute mittlerweile). Leads werden im Netz gemacht. 40 Prozent der Kunden kommen auch kein einziges Mal in einen der mittlerweile sechs Showrooms des 2019 gegründeten Digitalanbieters, der Mitglied bei Der Kreis ist. Sitz der Gesellschaft ist Mainz. Im Mainzer Umfeld sind auch die ersten Küchenheld-Investitionsrunden gelaufen. Der bestens aufgestellte Kreis-Filialist Stefan Pallesch (Küche Creative mit Stammhaus in Bad Kreuznach und Hauptlieferanten wie Leicht, Beckermann, Häcker, Schüller) ist früh eingestiegen und bisher jede Kapitalerhöhung mitgegangen. Die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) hat sich vor zwei Jahren an der Küchenheld GmbH beteiligt. Zuletzt auch Möbel-Martin-Inhaberfamilie Martin. Küchenheld gilt für viele – auch aus der Industrie – als Kreativlabor und kleines Versprechen in die digitale Küchenzukunft. Auch für Möbelmacher ist die Idee relevant und bei einigen nach und nach stärker im Fokus. Denn Küchenheld zeigt: Kunden geben im Netz viel Geld aus, für Möbel, für Küchen. Man kann sagen: jedes Jahr mehr. Bei Küchenheld stiegen die Warenkörbe seit dem Gründungsjahr 2019 jedes Jahr: von 12.000 Euro (2019) auf 20.000 Euro im vergangenen Jahr.

Zur Idee, zur Grundhaltung und zu ihren weiteren Plänen haben wir uns zwei Mal mit den Co-Gründern Edquist und Wissler getroffen. Einmal im Dezember in Berlin. Und im Januar im neuen Smartroom in München-Schwabing.

Klar ist: Das Internet ist längst kein Kanal mehr allein für den Preiseinstieg. Die Warenkörbe sind bei Sofas, Betten, Kommoden deutlich nach oben gegangen in den vergangenen zwei Jahren. Und die Kun-den haben damit offenkundig nicht nur schlechte Erfahrungen gemacht. Noch fehlt in vielen Onlineshops die Idee, wie man online echte Erlebnisse schaffen kann. Doch auch mit ein paar Bildchen und oft noch unausgereiften Konfiguratoren gingen die Durchschnittsbons nach oben. Wir wagen an dieser Stelle die Prognose: Sie werden nicht wieder sinken.

 
Thema Industrie (1)

Thema Lieferung, Logistik

Thema Industrie (2)

Thema Marke

Thema Leads

Thema Daten

Edquist beschreibt die Küchenheld-Idee so: „Es gab eine Marktlücke. Der Kunde in der Großstadt, der vorwiegend digital unterwegs ist, gut verdient oder geerbt hat und eine Küche sucht, der wurde nicht bedient. In die Marktlücke sind wir gesprungen, nicht gegen den Markt. Es wird den Küchenfachhandel weiter brauchen. Doch es gibt eben immer mehr Kunden, die digital unterwegs sind und die auch bereit sind, ihr Geld im Netz auszugeben. Wir sind uns sicher: Man muss das Geschäft für eine bestimmte Kundenschicht so digital wie möglich denken.“ Auch hochwertige Luxusgüter wie Autos oder Uhren werden im Netz gekauft. Immer öfter, immer bedenkenloser. Noch brauche es aber stationäre Touchpoints, sagen Edquist und sein Partner Wissler. Nach der Eröffnung in München wird Küchenheld in diesem Jahr weitere Smartrooms eröffnen, die dann auf ein paar Quadratmetern den Kunden auf der letzten Meile des Customer Journey abholen sollen: Leipzig kommt jetzt, Düsseldorf bald. Freiburg, Stuttgart, Hannover stehen auf der Liste.

Wie funktioniert die Idee? Der Lead wird im Netz generiert, die Anfrage geht bei Küchenheld ein. Nach der Budgetabfrage geht es in die Planung, durch eine persönliche Online-Beratung. Am Ende der Planung steht ein Angebot, in dem transparent – fast wie bei Ikea – dargelegt wird, was Unterschränke, Oberschränke, Arbeitsplatte und alle Teile inklusive der E-Geräte kosten. „Und dann verhandeln wir nicht“, sagt Edquist. „Unsere Preise sind transparent. Wenn der Kunden weniger ausgeben will, bieten wir Alternativen im Produkt.“ Starke Küchenheld-Partner sind Häcker, Schüller/ Next125, Baumann, Siemens, Bosch, Miele, Quooker, Bora. Rund ein Drittel der Küchenheld-Kunden nimmt die Küche heute mit Muldenlüfter. Küchenheld funktioniert dabei auch ein bisschen wie ein Markenlabor. Frank Haubold, bei Küchenheld als Director Einkauf und Fulfillment an Bord: „Viele Küchenhersteller sagen ja heute noch, dass Marke keine große Rolle spiele. Wir können das nicht bestätigen. Unsere Kunden wissen viel über die Marken und fragen gezielt, kennen die Instagram-Story – oder wissen zum Beispiel auch, wenn es da keine Story gibt.“

 

Thema Digitalisierung

Die Warenkörbe im Netz steigen. Wir werden dazu in der großen Befragung mit Infas 360, die wir auf dem 4. INSIDE Branchen-Gipfel präsentieren (siehe INSIDE Spezial Neue Ideen Nr. 3), exklusive neue Zahlen und Daten liefern. Und wir werden dazu weiter auch die Datenbank von moebel.de befragen. Zur Frage, wie stark die Warenkörbe der moebel.de-Partnershops in den vergangenen zwei Jahren angewachsen sind, liefert eine aktuelle moebel.de-Auswertung für uns spannende Zahlen (siehe Kasten).

Geld verdienen sie bei Küchenheld noch keins. Muss man daraus schließen, dass die Idee keine gute ist? Edquist und Wissler sagen, was Start-up-Unternehmer auf die Frage nach den schwarzen Zahlen oft so sagen. Botschaft: Die Rendite werde kommen, erstmal sei jetzt aber der Markt dran. Edquist: „Bisher haben wir alle Ziele erreicht. Falsch. Wir liegen deutlich über unseren Zielen.“

2021 generierte Küchenheld im dritten Jahr nach der Gründung nach Angaben der Gründer ein Nettoauftragsvolumen von 10 Mio Euro. 650 Küchen wurden verkauft. Im laufenden Jahr will man das Nettoauftragsvolumen schon wieder mindestens verdoppeln. Die Idee macht die Runde. Wir werden sie weiter beobachten. 

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