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INSIDE Küche

  • Schlagzeile: Verstärkung im Häcker-Vertrieb

Häcker-Vertriebsgeschäftsführer Matthias Berens hat in seinem Team eine Vertriebsleitungsposition mit einem langjährigen BSH-Mann besetzt.

Heiko Prieß ist seit 1. Juni für Rödinghausen unterwegs. Er wird laut Berens als Vertriebsleiter Verbände zusammen mit Aileen Wilke die Verbundgruppen betreuen. Prieß

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  • Schlagzeile: Gedämpfte Zuversicht
  • H1: Häcker-Geschäftsführer Markus Sander und Schüller-Inhaber Markus Schüller im Interview-Doppel

Zwei deutsche Küchenindustriegrößen im Gespräch über den Boom, die Lage, die ­Zukunft der deutschen Vorzeigeindustrie – das war der Plan. Gemeinsam an einen Tisch wollte niemand. „Das wäre kein gutes Signal“, hörten wir. Doch Schüller-Chef ­Markus ­Schüller und Häcker-Geschäftsführer Markus Sander haben sich auf ein offenes Gespräch zu einem Fragenkatalog eingelassen, der für beide galt. Die Gespräche wurden dann aber getrennt geführt. Und durften auch mal abschweifen. Zwei Standpunkte zur Lage aus der Industrie - den Anfang hat Markus Sander gemacht.

„Jetzt erst recht“

Häcker-Geschäftsführer Markus Sander über den Einbruch und die Perspektiven, die Häcker- und die deutsche Küche sowie seine persönliche Motivation in diesen Tagen.

INSIDE: Herr Sander, ursprünglich wollten wir dieses Interview mit Markus Schüller und Ihnen gemeinsam führen. Was macht es denn so schwierig, zwei große deutsche Küchenmöbelhersteller für ein gemeinsames Interview an einen Tisch zu bringen?

Markus Sander: Wir respektieren alle Mitbewerber, aber pflegen keine zu große Nähe zu ihnen. Ein gemeinsames Interview von zwei großen Spielern wäre nicht das richtige Signal. Ich habe mir die Antwort auf Ihre Anfrage aber gut überlegt.

Hat das mit der aktuellen Lage zu tun? Oder gilt das für Sie generell?

Das hat nichts mit der aktuellen Situation im Küchenmarkt zu tun.

Die Hausmessen stehen unmittelbar bevor. Üblicherweise weiß man in der Industrie um diese Zeit herum schon etwa, wie das Jahr ausgehen wird. Ahnen Sie auch jetzt schon, wie 2023 für die Branche und Ihr Unternehmen enden wird?

Die Auftragsbücher sind lange nicht so voll wie noch vor einem Jahr. Die Auslastung ist nicht so gut wie vor einem Jahr. Deswegen kann ich auch nicht bis zum Jahresende schauen. Ein wichtiger Indikator wird die Hausmesse sein. Erst wenn man weiß, wie die Stimmung dort ist, kann eine seriöse Aussage getroffen werden. Dass wir in diesem Jahr keinen neuen Umsatzrekord einfahren werden, ist aber jetzt schon klar.

Eher einen Rückgang?

Einen leichten Rückgang, ja.

Haben Sie denn diesen krassen Einbruch erwartet zum Jahresstart? Oder kam es doch deutlich härter als gedacht?

Wir haben im September 2022 mit einem gleichbleibenden Umsatz und einem leichten Absatzrückgang geplant. Das haben wir im Mai nach unten korrigiert. Wir waren schon überrascht, weil es schneller gegangen ist als gedacht. Das habe ich in der Geschwindigkeit noch nicht erlebt. Viele haben geglaubt, im Frühling wird wieder alles gut. Das kam aber nicht so. 

Wie starten Sie denn in diesem Jahr in die Herbstmessen? Geht man da mit breiter Brust hinein? Oder eher mit einer defensiveren Haltung?

Wir haben schon bei den Previews für das Produkt extrem viele positive Rückmeldungen erhalten. Insofern freuen wir uns, unsere Neuheiten nun all unseren Kunden präsentieren zu können. Aber natürlich ist es auch so, dass wir weiterhin einen positiven Spirit verbreiten müssen. Wir denken nicht nur in Monaten, sondern auch in Jahren. Wir sind davon überzeugt, dass wir richtig aufgestellt sind und beste Voraussetzungen haben, um in Zukunft erfolgreich zu sein und auch wieder zu wachsen.

Auf wie viele harte Jahre stellen Sie sich ein?

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  • Schlagzeile: Von Anfang bis Ende

Innerhalb von mehr als 50 Jahren hat sich der Münchner Küchenfachhändler Süß & Bierl im Stadtteil Giesing einen Namen gemacht. Seit rund einem Jahr ist dort mit Martin Bierl die 2. Generation am Ruder. Ein Besuch vor Ort.

Der erste Blick ins Geschäft überrascht. Gut die Hälfte des Küchenstudios steht voller Kartons. An der rechten Wand, wo vor Kurzem wohl noch eine Küche aufgebaut war, schaut einem eine Betonwand entgegen. „Wir haben eine Musterküche verkauft“, sagt Martin Bierl, Mitinhaber und Geschäftsführer von Süß & Bierl. „Deshalb herrscht hier gerade etwas Unordnung“. Er wirkt zufrieden. Die Geschäfte laufen offenbar. Und tatsächlich könnte die Lage für kleinere Küchenhändler schwieriger sein in diesen Pandemie-Zeiten, in denen Kundenkontakte derzeit zumindest über Click&Meet oder online möglich sind.

„Wir sind in einer relativ guten Situation, weil wir 95 Prozent Empfehlungskunden haben“, erklärt Bierl. „Was den Auftragseingang betrifft, sind wir super unterwegs“. Aber natürlich schwingt bei jedem Satz auch ein wenig Sorge mit: Was, wenn wichtige Bauprojekte zum Stehen kommen? Was, wenn Monteure Corona bedingt ausfallen?

Bierl schaut dennoch positiv nach vorne. Bislang lief das erste Jahr für ihn in seiner Position im Familienbetrieb gut. Im Februar hatte sein Vater Gerhard Bierl sich offiziell aus dem Geschäft zurückgezogen. Martin Bierl übernahm die Anteile und ist seitdem, neben seiner Mutter Gabriele und Peter Haas, Geschäftsführer. Vor seinem Eintritt in das Unternehmen der Eltern hat er eine Ausbildung als Versicherungskaufmann und ein BWL-Studium absolviert, arbeitete aber immer wieder nebenbei im Küchenstudio, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. „Eine der ersten Amtshandlungen im Februar war es, sich um Sachen wie Kurzarbeitergeld zu kümmern“, sagt Bierl. „Das war natürlich ungewöhnlich, aber mit der Unterstützung meiner Mutter und Herrn Haas, kamen wir gut durch diese erste Phase voller Ungewissheiten“.

Gut sichbar vom Edelweißplatz aus: Süß & Bierl

Große Glasfronten erlauben schon von außen einen Blick ins Innere

Wie viele andere Küchenhändler auch, hat Süß & Bierl in der Pandemie-Zeit mit einigen Herausforderungen zu kämpfen. Verlängerte Lieferzeiten der Hersteller verzögerten die Fertigstellung der Küchen. Zum Teil wurde das mit dem verstärkten Einbau von Leihgeräten kompensiert. Hinzu kam, dass statt über das sonst übliche Gespräch im Geschäft viele Kunden online beraten werden mussten. Dass das Modell der Online-Beratung über die Zeit der Pandemie hinaus Bedeutung haben wird, glaubt Bierl nicht. Küchen müsse man anfassen, Schubkästen ausprobieren, um die Qualität zu spüren, sagt er. Zudem sei die Ablenkung in Video-Calls aus seiner Erfahrung heraus oft zu groß. „Die Qualität der Planungsgespräche ist im Studio oft wesentlich höher“, sagt Bierl. Noch dazu, weil es bei den Gesprächen um Küchen geht, die in der Regel bei einem Wert zwischen 15.000 und 50.000 Euro eine große Investition darstellen.

Süß & Bierl ist mittlerweile eine Institution für den Küchenverkauf im Münchner Stadtteil Giesing. Angefangen hat alles vor etwas mehr als 50 Jahren – und zwar keineswegs mit Küchen, sondern mit Öfen. 1966 starteten die Gründer Georg Süß und Gerhard Bierl ihr Geschäft mit dem Verkauf von Öl- und Gasöfen in der Eduard-Schmidt-Straße, nahe der Isar. Ende der 60er Jahre ging`s dann tatsächlich mit dem Küchenverkauf los: Sie eröffneten ein Milmö-Studio, ein Vorgänger späterer Allmilmö-Studios. In den Folgejahren wechselten die Namen großer Marken, die von Süß & Bierl verkauft wurden: Poggenpohl, Bulthaup, Goldreif. Seit einigen Jahren aber fokussiert sich Süß & Bierl mit dem neuen Standort am Münchner Edelweißplatz auf Küchen der deutschen Hersteller Häcker, Nobilia, Ballerina und auf die Handelsmarke Apéro des GfM-Trend-Verbundes, zu dem der Küchenhändler seit 1983 gehört.

Der Wechsel von der Eduard-Schmitt-Straße an den Edelweißplatz war notwendig geworden, weil das Geschäft gewachsen ist und die verwinkelte Architektur des alten Standortes die Möglichkeiten der Küchenpräsentation zu stark beschränkte.

Deutsche Küchenhersteller im Portfolio: Hauptlieferant Häcker, Nobilia für die Abrundung nach unten, Ballerina für die Abrundung nach oben. 

Heute werden bei Süß & Bierl auf rund 150 qm kontinuierlich rund fünf Musterküchen präsentiert, dazu gibt es auch einen kleinen Ausstellungsbereich für das Bad-Sortiment, das die Küchenlieferanten Häcker und Nobilia neben dem Küchensortiment bereitstellen. Vier Mitarbeiter arbeiten im Verkauf, ein Mitarbeiter im Backoffice und Gabriele Bierl kümmert sich um die Buchhaltung.

Das Besondere seines Küchenstudios sieht Bierl darin, dass seine Kunden wirklich von Anfang bis Ende intensiv betreut werden. „Wir haben Kunden, die zwei Jahre bevor die Küche fertiggestellt ist, bezüglich des Elektroplans kommen. Und wir betreuen das alles mit einem Ansprechpartner – bis zur Fertigstellung. Sowas kann die Großfläche nicht“, sagt Bierl.

Inselblöcke, exklusive Hauben: Bei Süß & Bierl ist nach oben hin viel möglich.

Küchenhändler mit Tradition: Seit 1966 bringt Süß & Bierl Küchen an den Kunden. 

Außerdem sei Süß & Bierl von der Montage-Philosophie anders. Bierl: „Wir sagen: Jeder Kunde, egal wie teuer die Küche ist, soll die beste Montage erhalten. Unsere Monteure wissen auch nicht, wie viel die Küche kostet, die sie installieren. Sie werden nur nach Zeit und Aufwand bezahlt, was eine gleichbleibende Qualität gewährleistet.“ Kurzum: Das Beste herausholen, was insbesondere Termintreue und Zuverlässigkeit angeht, darin will sich Süß & Bierl von den Markbegleitern differenzieren. In den letzten rund 50 Jahren ist dies gut gelungen, und viel spricht dafür, dass es auch künftig gut gelingt.

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  • Schlagzeile: Erlebniswelten in Bern
  • H1: Trendfairs vor der Premiere der Siex in Bern

Kurz vor der Area30 haben sich die Messemacher Michael Rambach, Claudia Weidner und Sylvia Rasek nochmal Zeit genommen, über die Veranstaltung zu informieren, die im Trendfairs-Messefahrplan auf den ostwestfälischen Messeherbst folgt. Vom 5. bis 7. November steigt die Premiere der Swiss Interior Expo (Siex) in Bern, die zum Start prominente Namen auf der Ausstellerliste vorweisen kann. Um die 100 Marken und Aussteller sind es insgesamt, darunter Unternehmen aus dem Küchenbereich wie Artego, die Baumann Group, Beckermann, Bora, Haier, Häcker, KH, Schüller, Liebherr, V-Zug, Dinger, Sachsenküchen, Siematic oder Quooker und Möbelbauer wie Schösswender, Rodam, Rolf Benz oder Wimmer.

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  • Schlagzeile: Die INSIDE Küchen-Hitliste
  • H1: Umsätze der deutschen Küchenhersteller 2021

Die mittlerweile achte INSIDE Küchen-Hitliste ist, das behaupten wir mit Stolz, das einzige Ranking im Markt, das nicht Äpfel mit Birnen vergleicht. Denn: Nur Umsätze nach Erlösschmälerungen werden aufgeführt. Im Zuge der inzwischen von vielen Unternehmen verfolgten Sortimentserweiterungen in andere Produktbereiche schleichen sich aber natürlich zunehmend Bad- oder Wohnmöbelumsätze ein. Tatsächlich erobert die Küchenindustrie allmählich das gesamte Haus.

Mehrere Jahre mit Bomben-Umsätzen hat die Branche nun hinter sich gebracht. 2021 hat die deutsche Küchenmöbelindustrie mit 8,7 Prozent Umsatzplus auf 5,708 Mrd Euro abgeschlossen. Der Export legte 2021 gar um 17,5 Prozent zu und hievte den Exportanteil der deutschen Küchenbauer auf knapp 44 Prozent. Kurzum: Bis zuletzt waren genug Aufträge für alle da. Das ändert sich gerade. Die Kaufbereitschaft lässt nach, das Geld wird knapp. Die Preise, auch für Küchen, steigen rasant. Hinzu kommen die überall aufgebauten neuen Kapazitäten der Küchenindustrie. Hersteller müssen nun die Balance finden zwischen auskömmlichen Preisen und einem Preisniveau, das die Kunden auch noch bereit sind zu zahlen. Wer das nicht schafft, wird unter die Räder kommen. Von den großen Küchenbauern wird so schnell wohl keiner ins Wackeln geraten. Auch von denen hört man aber in den letzten Wochen zunehmend besorgte Worte – um die Vielfalt in der Branche, um den „bunten Blumenstrauß“.

Ein Geschäftsführer eines Top-5-Unternehmens sagt es so: „Wir werden bald wieder Überkapazitäten haben und Preiskampf. Wir haben die Kostensteigerungen noch nicht voll weitergegeben, die Vorlieferanten geben nicht nach, weil sie ihrerseits Angst wegen der Gaspreise haben, wir erwarten extreme Lohnsteigerungen. Viele Hersteller haben, ebenso wie der Handel, in den letzten Jahren Sondertouren gefahren, Materialläger aufgebaut, Aufwand für Corona-Maßnahmen betrieben. 2022 wird bei uns allen ein riesiges Loch in die Erträge reißen. Bei vielen Kleineren ist die Marge ohnehin auf Kante genäht. Das macht schon Sorgen für die Zukunft.“ Ein anderer: „Was viele Unternehmen, nicht nur kleinere Küchenhersteller, auch Wohn- und Polstermöbelhersteller im kommenden Jahr erwartet, das macht mich sehr traurig.“

Auf die INSIDE Küchen-Hitliste für 2022 wird man mit Spannung blicken, gerade weil sich auch die unterschiedlichen Vorgehensweisen bei Preiserhöhungen und Teuerungszuschlägen in den Umsätzen niederschlagen werden. 2021 allerdings sind hauptsächlich die Großen größer geworden. Und Häcker ist an Nolte/Express vorbeigezogen.

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