13. Juni 2022, 13:34
Im vergangenen Jahr hat der österreichische Arbeitsplattenproduzent Strasser Steine aus St. Martin im Mühlkreis seinen Umsatz nochmals um 16 Prozent gesteigert und 44,1 Mio Euro vermeldet.
Aber auch die Kosten haben sich im letzten Jahr erhöht. Natürlich auch bei Strasser. „Die Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen sowie der Krieg in der Ukraine haben zu Preiserhöhungen bei Energie und Logistik geführt“, lässt sich Geschäftsführer Johannes Artmayr zitieren. Für die Oberösterreicher – nach eigenen Angaben europäischer Marktführer im Bereich Küchenarbeitsplatten aus Naturstein und Keramik – waren die vergangenen zwölf Monate auch von begonnenen Um- und Ausbaumaßnahmen gekennzeichnet. Ein 23 Mio-Euro-Investitionsprogramm wurde aufgelegt, unter anderem werden Produktion und Infrastruktur modernisiert, die Produktionsflächen auf 9.000 qm vergrößert. Bis 2024/2025 soll auch ein Naturstein-Kompetenzzentrum namens „Stoneum“ entstehen, samt Mitarbeiterbistro und Schulungsräumen. Ab 2023 wird in der neuen Halle produziert; dann soll auch das bisherige Drei-Schicht- in ein Zwei-Schicht-System geändert werden.
Teil des Projekts: Investitionen in die Energieversorgung und nachhaltigeres Wirtschaften. Wenn die neue Halle im Jahr 2023 fertiggestellt wird, wird beispielsweise die derzeitige Heizleistung von 550 Kilowatt auf rund 1,5 Megawatt verdreifacht. Geheizt wird seit 2011 mit Biomasse; Öl oder Gas werden seitdem nicht mehr benötigt. Auch die eigene Stromerzeugung über Photovoltaik soll drastisch gesteigert werden, von 200.000 Kilowatt-Peak auf 500.000 Kilowatt-Peak.
Nachhaltiger wird es auch bei den Produkten: Gerade erst hat Strasser mit Alpinova eine Reihe aus derzeit in fünf Farben lieferbaren, recycelten Platten auf den Markt gebracht. Sie bestehen zu 40 Prozent aus zerkleinertem Naturstein, zu 50 Prozent aus recycelten Materialien und enthalten 10 Prozent Bindemittel. Ausnahme ist „Alpinova Blanco“, für das 25 Prozent Naturstein verwendet wird. Laut Strasser ist dieses „Re-Stoning“, das weltweit erste Kreislaufsystem für Küchenarbeitsplatten. Das System baut Strasser in Deutschland und Österreich auf – und erhofft sich, davon dass alte Küchenarbeitsplatten so besser wiederverwertet werden können.