Strasser (mit Video)

Attraktion im Mühlviertel

15. Juni 2021, 12:28
Wertigkeit und Warenkorb steigen: Johannes Artmayr

Johannes Artmayr investiert kräftig in seinen Betrieb. Von 23 Mio Euro ist die Rede. Im Video-Interview mit INSIDE Küche berichtet Artmayr über seine Idee der Küche von morgen. Wertigkeit und Warenkorb steigen, so seine Prognose.

 




Im März letzten Jahres, kurz bevor Europa in die erste der vielen Schockstarren gefallen ist, besuchte INSIDE den Unternehmer Johannes Artmayr, geschäftsführender Gesellschafter von Strasser Steine. Strasser hat seinen Sitz in Sankt Martin im Mühlkreis. Mitten im Mühlviertel in Oberösterreich, knapp 30 Minuten von Linz entfernt. Tolle Gegend, man kann es nicht anders sagen: hügelige Wiesen, weiße Bergspitzen am Horizont, und auch die Donau ist nur wenige Gehminuten vom Dorfplatz entfernt. Es ist gemütlich. Und: Die Uhr tickt hier noch ein wenig langsamer. Auf der oberösterreichischen Tourismus-Website steht dazu: „Abseits von Massentourismus sind im Mühlviertel Begegnungen mit den Menschen, die hier wohnen und jenen, die als Gäste kommen, auch heute noch möglich. Fun und Action werden nicht für Sie durchorganisiert, aber gerne gibt man Ihnen Tipps, wo Sie in Sankt Martin schöne Plätze finden.“

Auch wenn die Uhren langsamer ticken, in spätestens zwei Jahren könnte sich die Lage ändern und die Tourismus-Verantwortlichen müssten die Website aktualisieren. Denn Artmayr – hat Strasser Steine im Jahr 2005 ersteigert und mordsmäßig was daraus gemacht – investiert in den Standort. Und auch Touristen dürfen sich in Zukunft über diese Investition freuen. Bis zum Jahr 2023 soll hier das Naturstein-Kompetenzzentrum Stoneum entstehen. Eine Erlebniswelt für den Küchenfachhandel, aber auch für den Verbraucher. „Endkunden sollen die Möglichkeit haben, sich über Naturstein zu informieren“, sagt Strasser. „Wir wollen Naturstein eine Bühne geben und unsere Naturstein-Kompetenz an den Küchenfachhandel und an den Verbraucher weitergeben.“

Zum diesjährigen Gespräch trifft sich der INSIDE-Reporter mit Artmayer leider nicht zwischen Wiesen, Hügeln, Bergen und der Donau, sondern im gut erprobten Teams-Sitzungssaal, zwischen Obst- und Wäschekorb, Sofa und Küchentisch, auch Homeoffice genannt. Auch Artmayr sitzt im Büro vor dem Rechner und berichtet über seine 23-Mio-Euro-Investitionen. Neben der Erlebniswelt will Artmayr auch die Produktion ausbauen. „Wir verdreifachen unsere Produktionsfläche“, sagt er. Heißt: Aus 3.000 qm werden 9.000 qm. Ein Zuwachs von 6.000 qm. Läuft das Geschäft so gut? Ja, sagt Artmayr. Aber das sei nicht der einzige Grund. Es ist schon erstaunlich, was da in Oberösterreich gerade wächst. Team-7-Boss Dr. Georg Emprechtinger hat mal so richtig groß ausgeholt für die Pläne der neuen Team-7-Welt in Ried im Innkreis (INSIDE 1109). Und rund 70 Kilometer entfernt entsteht bald das Stoneum von Artmayr. Die österreichische Möbelwirtschaft könnte sich kaum besser beim Endkunden in Szene setzen, hat man den Eindruck.

Bei Strasser will man perspektivisch von einer Drei-Schicht-Produktion auf eine Zwei-Schicht-Produktion umsatteln. „Es ist einfach zu kompliziert, eine gute Mannschaft für die Nachtschicht aufzustellen. Deshalb bauen wir an“, so Artmayr. Und um mit zwei Schichten die stetig wachsende Auftragslage stemmen zu können, brauche es die neue Halle. Laut Artmayr wächst die Nachfrage für Natursteinarbeitsplatten jährlich. Auch der Strasser-Steine-Umsatz klettert und klettert. „Unser Ziel ist es, zweistellig zu wachsen“, so lautete die Ansage im März 2020 (INSIDE Spezial Zulieferindustrie Nr. 19). Nach eigenen Angaben konnte Strasser Steine im letzten Jahr 37,9 Mio Euro umsetzen. Das entspricht einem Wachstum von knapp 10 Prozent. Ziel erreicht. Wenn auch haarscharf.

Die deutsche Küchenindustrie konnte letztes Jahr bekanntlich ein Bombenjahr hinlegen. Das Gleiche gilt für Strasser in Österreich. Und das trotz des Lockdowns, trotz der Unsicherheiten, trotz Kurzarbeit. Artmayr: „Nie wurde so viel gekocht wie in den letzten Monaten. Begriffe wie Nudeln kochen oder Brot backen sind bei Google durch die Decke gegangen. Uns kommt auch zugute, dass Regionalität und Nachhaltigkeit weiter im Trend sind und bleiben. Man isst heimischen Fisch und man freut sich auch über Küchen-Arbeitsplatten, hergestellt aus Steinen aus der Region.“ Artmayr ist stolz auf seine Firma, restlos überzeugt vom Konzept, das hört man in jedem Satz. Es gibt schlechtere Voraussetzungen, um ein Unternehmen weiterzuentwickeln.

Im deutschen Markt sieht Artmayr noch viel Potenzial, auch wenn es hierzulande zuletzt offenkundig gut vorwärtsging: „Wir konnten in Deutschland 25 bis 30 Prozent zulegen.“ Artmayr plant in den kommenden Jahren mit einem Exportanteil von knapp 50 Prozent. Noch verkauft er die meisten seiner Produkte in Österreich. Aber auch in Russland, China und Spanien ist Strasser Steine vertreten. Gemeinsam mit Klaus Sladko, Geschäftsführer des Erfurter Edeleinrichters K2 Home Design, betreibt Artmayr seit Oktober auch einen Flagship-Store auf Mallorca. „Aufgrund der eingeschränkten Reisemöglichkeiten war die Eröffnung eine Herausforderung. Allerdings sind wohl noch nie so viele Privatjets auf der Insel gelandet“, sagt Strasser. Gut für Artmayr und Sladko. Denn ihre Kunden auf Mallorca brauchen sowieso eine prall gefüllte Geldbörse. Verkauft wird dort die Kücheninsel STONE. Und die kann schnell bis zu 65.000 Euro kosten.

Zurück ins schöne Alpenland. Zurück ins Mühlviertel in Oberösterreich, wo der Spatenstich fürs neue Kompetenzzentrum bereits erfolgt ist. Im Juni ist Baustart für die neue Produktionshalle, im Herbst soll der Bau des Kompetenzzentrums beginnen. Das Architekturbüro X Architekten aus Linz ist mit dem Projekt beauftragt. Im neuen Stoneum (übrigens eine eigene Wortkreation, die sich Artmayr hat schützen lassen) sollen auf 1.000 qm Schulungsräume, eine Kantine, Präsentationsräume und ein sieben Meter hoher Chef‘s Table entstehen. Die Idee: Promi-Koch Johann Lafer (der gebürtige Österreicher Lafer hat in seiner Kochschule in Guldental sogar einen der längsten Mega-Strasser-Blöcke stehen und ist großer Fan) oder Marc Janko, Ex-Kapitän der österreichischen Nationalmannschaft und ehemaliger Spieler von Red Bull Salzburg, sollen dort dann für Artmayrs Händlerschaft kochen. Ein neuer Koch- und Kulinarik-Magnet aus Strasser- Steinen – eine reizvolle Idee.

Verwandte Artikel

Newsletter

INSIDE Wohnen Verlag GmbH
Destouchesstr. 6
80803 München

Telefon: (089) 38 35 670
Telefax: (089) 34 21 24

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Vertrieb
Projekte