Schock (mit Video)

"Positiv irritierend"

26. Mai 2021, 8:45
Schock-CEO Ralf Boberg und Marketingleiterin Susanne Zeitlhöfler im Interview

Mit der Kampagne „Sink Green“ hat sich der Kompositspülenhersteller Schock aus Regen im Bayrischen Wald in eine Position manövriert, von der aus es deutlich einfacher ist, Produkte und Nachhaltigkeitsaktivitäten zu thematisieren. Ein gelungener Coup, der das Thema Nachhaltigkeit in den Vordergrund stellt, ohne den Zeigefinger zu erheben.

Wie macht man sich als Spülenhersteller beim Endverbraucher bekannt? Man setzt Punk-Legende Iggy Pop auf einen Thron aus Spülen mitten in den Bayrischen Wald, umgeben von bedrohten Tierarten wie Luchs, Kauz, Feuerfalter, Fischotter und Feldhamster und lässt ihn die Gründungsgeschichte des Unternehmens erzählen. Ob man nun Fan ist und Iggy Pop auf jedem Möbel cool findet, ob man Fan ist und sich drüber aufregt oder ob man kein Fan ist und sich einfach nur fragt, was das denn bitte soll - die Aufmerksamkeit ist geweckt. Als „positiv irritierend“ beschreibt Schock-CEO Ralf Boberg die jüngste Marketingkampagne des Unternehmens. Als Testimonial wären übrigens auch Senta Berger oder Reinhold Messner im Angebot gewesen. Selbst Alice Cooper.

 

„Das sieht auf den ersten Blick wie ein Missverständnis aus“, schrieb vor einigen Wochen die FAZ, die ebenso wie andere Publikumsmedien groß über die aktuelle Werbekampagne des Spülenherstellers berichtete. Ist es natürlich nicht. Für Arwed Berendts, Geschäftsführer der verantwortlichen Agentur Saint Elmo’s ist die Kampagne schlicht ein „kommunikativer Knaller“ - der als nächstes in Frankreich viral gehen soll.

Iggy Schock Fotor

Mit rund 550 Mitarbeitern hat Schock im vergangenen Jahr rund 100 Mio Euro Umsatz erzielt. Ein wichtiges Thema war Nachhaltigkeit für das Unternehmen schon immer. Schock nimmt auch für sich in Anspruch der einzige Quarzkomposit-Spülenhersteller mit Produktion ausschließlich in Deutschland zu sein. Mit bis zu 75 Prozent Quarzsandanteil wurde bei der Spülenproduktion schon immer größtenteils auf regionale und natürliche Materialien gesetzt. Bereits die Gründerfamilie hatte Nachhaltigkeit hoch aufgehängt. Heute, mit dem Finanzinvestor Triton im Hintergrund, verfolgt man in Regen den Nachhaltigkeitsansatz mit System. Seit Mitte letzten Jahres laufen sämtliche Aktivitäten in dieser Hinsicht in einer Stabstelle zusammen. Eine Person im Unternehmen prüft jeden Schritt nochmal auf das Thema Nachhaltigkeit, erklärt Boberg.

Bei der im September präsentierten nachhaltigen Spülen-Linie Cristadur Green Line setzt sich das Bindemittel aus natürlichen, nachwachsenden oder recycelten Rohstoffen zusammen. Macht zusammen mit dem Quarzsand über 99 Prozent nachhaltige Vorprodukte. Bei Schock sehen sie diese Produktinnovation als Höhepunkt der bisherigen Nachhaltigkeitsaktivitäten. Doch auch hinter den Kulissen wurde zuletzt einiges in Bewegung gesetzt. Marketingleiterin Susanne Zeitlhöfler: „Es geht nicht darum, es sich einfach zu machen, sondern auch die Dinge anzugehen, die wehtun. Also gegebenenfalls etwas kosten.“ Teuer war beispielsweise die Umstellung auf Ökostrom zum Anfang des Jahres. Und als erstes Spülenunternehmen ist Schock klimaneutral zertifiziert.

Dem Handel gibt Schock durch seine Beteiligung als Industriepartner an der Nachhaltigkeitsinitiative Grünergriff ein Konzept mit an die Hand, wie „grüne Themen“ gebündelt in den Vordergrund gestellt werden können. Auch im Handel wird natürlich durch die Iggy-Pop-Kampagne unterstützt. Neben POS-Materialien und Katalogen für die Händler spricht Schock mit Sink Green auch Endverbraucher direkt an. Digital, auf Plaketen und an Litfasssäulen.

 

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