27. Juni 2022, 9:43
Knapp 210.000 Küchen gingen 2021 in Österreich über den Tresen, ein Plus von 8 Prozent, hat das Marktforschungsinstitut Kreutzer Fischer & Partner in seinem Branchenradar ermittelt.
Rund 80 Prozent davon ersetzten alte Küchen, 20 Prozent wurden im Rahmen von Neubauten eingesetzt. Der Umsatz zu Herstellerabgabepreisen legte 2021 infolge von Teuerungen sogar um knapp 12 Prozent zu und erreichte 577 Mio Euro. Davon entfielen 468 Mio Euro auf Küchenmöbel, rund 81 Mio Euro auf Arbeitsplatten und 28 Mio Euro auf Spülen. Geräte sind nicht in der Zahl enthalten.
Hört man sich im Handel um, dann heißt es, dass vor allem höherwertige Geräte und Arbeitsplatten hoch im Kurs stehen. Wie hierzulande haben Küchenstudios im Vergleich zur Großfläche an Bedeutung gewonnen, was nicht nur an den Lockdown-bedingten Verschiebungen lag. Inzwischen hat auch bei den Küchen die Frequenz im Handel stark nachgelassen. Die hohen Auftragsbestände jedoch werden wohl dafür sorgen, dass auch 2021 wieder ein Plus-Jahr wird. KFP prognostiziert hier ein Wachstum von gut 4 Prozent im Wert und Stagnation in der Menge.
Gut über die Hälfte der in Österreich verkauften Küchen sind übrigens aus deutscher Produktion, vor allem die Großfläche setzt auf deutsche Küchen. Und auf das Konzept der Blockvermarktung. Österreichischer Marktführer ist nach wie vor Dan mit rund 20 Prozent Marktanteil, gefolgt von der Nobia-Tochter Ewe, die mithilfe von TV- und Radiowerbung zuletzt der große Gewinner war. Die Bemühungen der Großfläche, stärker vom Küchenkuchen zu profitieren – sei es mit Heim- und Videoberatung wie bei Lutz oder mit eigenen Küchenstudios wie bei Leiner — nimmt man im Fachhandel zur Kenntnis und beobachtet das. Ohne Sorge. Aktuell sorgt man sich als Küchenhändler um Montagekapazitäten und vor allem darum, bestellte Ware auch zu bekommen.