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Holger Senfft als INSIDER der Woche

Holger Senfft als INSIDER der Woche

Über Vertrauen und Misstrauen

26. Mai 2026, 9:34
Holger Senfft

In der Branche ist Holger Senfft vor allem für seine Foto- und Filmproduktion bekannt. Über seine Agentur Tradeffect berät er Firmen aber auch, wenn es um die Frage geht, warum Kunden kaufen und warum nicht. Der Psychologe arbeitet seit rund 30 Jahren an der Schnittstelle von Markenführung, Kaufpsychologie und visueller Kommunikation. Marketing denkt er vom Kopf des Kunden her. Senffts These: In einem Markt, in dem die Sichtbarkeit zunehmend von Algorithmen gesteuert wird, braucht es mehr Substanz.

INSIDE: KI – tolle Sache, oder? Wo sollte man sie deiner Meinung nach lieber nicht einsetzen?

Holger Senfft: Überall dort, wo es um Wahrheit geht. Jede KI arbeitet auf Wahrscheinlichkeit basierend. Sie halluziniert. Eine Marke sollte ihren Brand-Aufbau nicht komplett über KI steuern. Automatisierung kann hier schaden – zumal KI eigenproduzierte Inhalte auch selbst erkennt.

Welche Entwicklung beobachtest du in der Branche, die du für gefährlich hältst?

Viele Unternehmen sehen die KI-Bild- und Content-Generierung als Allheilmittel. Es werden immer weniger reale Inhalte produziert, dafür ein „Content-Tsunami“ an KI-Inhalten. Gleichzeitig fällt aber die Akzeptanz KI-erzeugter Inhalte und Bilder massiv. Es besteht das Risiko, dass irgendwann kein Vertrauen mehr in Produktdarstellungen existiert. Und wenn man auf die Arbeitsweise von KI-Agenten schaut, läuft man zusätzlich Gefahr, die Relevanz in den digitalen Kanälen zu verlieren.Und was passiert, wenn die Masse an KI-Inhalten plötzlich aufgrund von kritischen, realen Social-Beiträgen mit höherer Authentizität negativ bewertet wird?

Gibt es Bereiche, in denen das anders läuft?

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