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Küchenheld-Gründer Dr. Love Edquist über die Realität der Hinterzimmer

Küchenheld-Gründer Love Edquist nach sieben Branchenjahren

Die Realität der Hinterzimmer

09. April 2026, 14:03

Vor sieben Jahren waren Ivo Wissler und Dr. Love Edquist mit dem Anspruch in den Markt gekommen, über ihr Start-up Küchenheld die Branche zu digitalisieren und zu disruptieren. Küchenheld ist heute eine Tochtergesellschaft des Begros-Filialisten Möbel Martin.

Das Küchenheld-Team hat seit der Gründung einen guten Teil dazu beigetragen, dass die Branche spürbar digitaler wurde. Auf ihrem Weg mussten Wissler und Edquist aber auch anerkennen, dass in der Küchenbranche oftmals eigene Gesetze gelten – und der Status quo oft beharrlicher ist als jede gute Idee.

Ivo Wissler hat Küchenheld im November verlassen. Ende April sagt nun auch Love Edquist auf eigenen Wunsch „Adieu“. Kurz vor seinem Absprung haben wir Love Edquist für ein Interview abgefangen, über sieben Branchenjahre, in denen er gegen fehlenden Mut gekämpft, aber auch die Familiarität der Branche zu schätzen gelernt hat.

INSIDE: Love, du warst jetzt sieben Jahre lang in der Küchenbranche unterwegs. Anders als viele, die von außen kommen und irgendwann wieder verschwinden, sind Ivo und du wirklich tief eingestiegen. Ihr habt euch vernetzt und die Besonderheiten kennengelernt. Was habt ihr unterschätzt?

Es gibt inzwischen eine „neue Möbelbranche“, D2C-Unternehmen, die an der bisherigen Möbelbranche komplett vorbeiarbeiten. Das war nie unser Ziel bei Küchenheld. Wir haben mit der Branche gearbeitet. Ich war zwar nicht mehr superjung, aber trotzdem viel zu naiv. Ich dachte damals, wenn eine neue Idee Sinn ergibt und alternativlos ist, dann wird sie auf jeden Fall umgesetzt.

Hier wurdet ihr enttäuscht?

Dass Digitalisierung in der Küchenvermarktung kommt, war 2019 schon klar. Auch, dass Marken in der Küchenbranche größere Bedeutung haben müssen. Wenn Endkunden eine Küche für 15.000 bis 20.000 Euro kaufen, möchten sie wissen: Was ist das für eine Marke? Diese Erkenntnis kommt in der Branche den meisten erst heute. Ich hatte anfangs auch die Macht der Akteure nicht richtig verstanden. Die Personen sind seit 30, 40 Jahren erfolgreich in dieser Branche unterwegs. Es gibt Eigentümer in der dritten oder vierten Generation – in der Industrie, im Handel oder in Verbänden. Da existieren Freundschaften, Feindschaften und Seilschaften, die eine viel größere Bedeutung haben als die objektiv beste Idee. Wenn du von außen kommst, verstehst du das erst mal nicht.

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