24. März 2026, 4:51
Was bringen BSH-Social-Media-Chefin Nina Wiemer und der Frankfurter Küchenhändler Artur Stock mit auf die Bühne der Alten Kongresshalle am 13. Mai? Steht hier auf www.inside-kueche.de!
Ende dieser Woche wird Nina Wiemer im INSIDE-Interview schonmal anteasern, was aus ihrer Perspektive mehr Sichtbarkeit bringt auf dem Social-Media-Basar der Neuzeit. Drei Fragen vorab.
INSIDE: Wie kann ich einem Kunden, der überlegt, eine neue Küche zu kaufen, zu Hause auf dem Sofa hockt und im Internet herumscrollt die Marke Siemens erlebbar machen?
Nina Wiemer: Verschiedene Plattformen erfüllen im Küchen- und Hausgerätebereich heute sehr unterschiedliche Rollen. Es geht weniger darum, überall präsent zu sein, sondern vielmehr darum, die Kanäle gezielt entlang der Customer Journey zu nutzen. Instagram ist dabei vor allem der Ort für Inspiration und Markenaufbau. Hier geht es um visuelle Stärke, um Lifestyle und darum, Begehrlichkeit zu schaffen. YouTube übernimmt eine ganz andere Funktion: Dort geht es in die Tiefe. Produkte werden erklärt, Funktionen verständlich gemacht und Vertrauen aufgebaut – ein wichtiger Schritt in Richtung Kaufentscheidung. Pinterest spielt eine oft unterschätzte Rolle, gerade im Küchenbereich. Viele Nutzer befinden sich dort bereits in der konkreten Planungsphase und suchen gezielt nach Ideen und Lösungen. Facebook hingegen ist stärker ein Kanal für Austausch, Community und Kundenbindung.
INSIDE: Menschen möchten mit Menschen sprechen, nicht mit Marken. Menschen folgen Menschen, nicht Marken. Was heißt das für Marken im allgemeinen Inspirationsnebel heute?
In einem Umfeld voller Content verlieren klassische Markenbotschaften an Wirkung. Für Marken bedeutet das vor allem, dass sie ihre Rolle neu denken müssen. Es reicht nicht mehr, als anonyme Absender zu kommunizieren. Marken müssen menschlicher werden – greifbarer, nahbarer und persönlicher. Das heißt konkret: weniger Hochglanz-Kommunikation, mehr echte Stimmen, echte Geschichten und echte Perspektiven. Immer wichtiger wird dabei, Menschen sichtbar zu machen – sei es durch Mitarbeiter, Experten, Creator oder auch Kunden selbst. Inhalte funktionieren dann besonders gut, wenn sie nicht wie klassische Werbung wirken, sondern wie ein ehrlicher Austausch auf Augenhöhe. Gleichzeitig geht es darum, Haltung zu zeigen und Themen zu besetzen, die für die Zielgruppe wirklich relevant sind. Wer nur sendet, geht unter. Wer zuhört, versteht und darauf aufbauend kommuniziert, bleibt hängen. Am Ende heißt das: Erfolgreiche Marken verhalten sich weniger wie Marken – und mehr wie Menschen.
INSIDE: An Tag 2 auf dem INSIDE Branchen-Gipfel, auf dem neuen Digital Marketing Day, wirst du mit Artur Stock von The Sense of Kitchen in Frankfurt eine Masterclass auf die Bühne bringen. Was habt ihr vor?
Nina Wiemer: Artur ist für mich ein sehr gutes Beispiel dafür, wie Fachhandel Social Media heute nutzen kann. Es geht nicht mehr um perfekt inszenierte Inhalte, sondern um Authentizität, eine eigene Stimme und klare Formate. Gleichzeitig ist es wichtig, auf den relevanten Plattformen präsent zu sein und diese aktiv zu bespielen. Was ich besonders spannend finde: Der Erfolg wird heute nicht mehr nur in Reichweite oder Likes gemessen, sondern in echter Wirkung – bis hin zu messbarem Umsatz. Und wenn man zurückblickt, sind die ersten Inhalte oft nicht perfekt. Aber genau darum geht es auch nicht. Entscheidend ist, überhaupt anzufangen. Dazu möchten Artur und ich ermutigen und mit konkreten Tipps inspirieren und befähigen.