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V-Zug-Halbjahreszahlen mit Delle

Transformationsmodus

24. Juli 2025, 11:49

Zug ist ein schöner Ort. Nur das Geschäft dort läuft gerade nicht ganz so glänzend wie gewohnt. V-Zug, einer der größten Arbeitgeber der zentralschweizerischen 30.000-Einwohner-Stadt, hat zum ersten Halbjahr Zahlen vorgelegt, die man im Unternehmen selbst wohl nicht so feiern wird. Der Umsatz ist um 4,5 Prozent auf 271,2 Mio CHF gesunken, das EBIT fiel von 8,8 Mio CHF auf 3 Mio CHF, der Konzerngewinn auf 1,6 Mio CHF. Die Marge? 1,1 Prozent. Immerhin: Das große Bauprojekt zur Verdopplung der Kapazitäten liegt im Zeitplan. 2033 soll alles fertig sein – dann wird produziert, entwickelt und gestaltet auf einem Werksgelände, das man in Zug schon jetzt als „Zukunftswerk“ verkauft.

Bis dahin ist allerdings noch ein bisschen Strecke zu machen, vor allem international. Denn das Exportgeschäft hat im ersten Halbjahr 2025 rund 11 Prozent beim Umsatz verloren: Das Eigenmarkengeschäft ging gar um 23 Prozent zurück, das OEM-Geschäft, deutlicher kleiner, verdoppelte sich dagegen. Die Gründe dafür liegen vor allem in Asien: In China ist das Projektgeschäft abgeschmolzen. Europa zeigte sich stabil, Nordamerika immerhin mit leichtem Plus. In der Schweiz – immer noch mit Abstand wichtigster Markt – ging es umsatzseitig leicht bergab.

Seit April steht Christoph Kilian an der Spitze. Der frühere Bosch- und BSH-Mann sagt das, was neue Chefs sagen müssen – und meint es wahrscheinlich auch: „V-Zug ist ein wahres Juwel in der Branche – eine ikonische Marke, bekannt für Innovation, tief in der Schweiz verwurzelt und mit einer starken Position im Heimmarkt. Aus meiner Sicht besteht großes Potenzial, unsere einzigartige Positionierung auf dem internationalen Markt zu stärken, “ So steht es im Geschäftsbericht. Auf LinkedIn war Kilian etwas poetischer unterwegs: „True quality stands the test of time.“ 

Im Unternehmen läuft der Umbau unter dem Schlagwort „Simplify“. Intern heißt das: Organisation verschlanken, Prozesse straffen, Partnerstrategie schärfen. Dazu kommen neue Showrooms in Melbourne und Bangkok. Und neue Geräte, darunter der CombiCooler und breitere Kühlschränke. Auch beim Service wurde geschraubt – statt in vier Tagen wird in der Schweiz jetzt in drei Tagen repariert.

Der Ausblick bleibt vorsichtig. Das Unternehmen spricht von stabilen Auftragseingängen, geht aber nicht davon aus, dass das Vorjahr noch übertroffen wird. Verständlich. Wichtiger dürfte ohnehin sein, dass sich das Vertrauen in die Marke hält – und das Fundament für den nächsten großen Aufschlag gelegt wird. 

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