09. Juni 2021, 14:05
Der Umsatz von Blanco ist weiter gestiegen, die Investitionen wurden nicht zurückgefahren. Der Wasserplatz-Spezialist ist offenbar gut durchs Corona-Jahr gekommen. Mehr noch: Mit einer erhöhten Produktivität will Blanco Preiserhöhungen abfedern, die 2021 nicht an den Handel weitergeben werden sollen.
Bilanzpressekonferenzen in 2021 werden fast ausschließlich von der einen Fragestellung bestimmt: Wie ist man durchs Jahr gekommen, trotz der Widerstände und Schwierigkeiten, die die Pandemie mit sich gebracht hat? Das war auch bei der diesjährigen Blanco-PK so. Dort verkündet Blanco-Chef Frank Gfrörer: „Wir haben schnell reagiert und uns konsequent ausgerichtet. Und zwar mit einer eindeutigen Priorisierung: Gesundheit, permanente Kundenlieferfähigkeit und eine klare Liquiditätssicherung für das Unternehmen.“
In Zahlen: 408 Mio Euro hat Blanco insgesamt 2020 erwirtschaftet. Währungsbereinigt ist das ein Plus von 4,3 Prozent. Der Anstieg beim Auftragseingang im vergangenen Jahr lag bei 7,3 Prozent, so dass einige neue Aufträge auch ins neue Jahr 2021 geschoben wurden. Mittlerweile liegt der Auslandsanteil bei 63 Prozent. Die stärksten Regionen außerhalb der DACH-Region waren Europa, Amerika sowie Asien-Pazifik.
„Dies führte auch zu einem sehr, sehr guten Unternehmensergebnis“, sagt Gfrörer, ohne, wie gewohnt, genaue Zahlen zu nennen. Damit würden sich jetzt Möglichkeiten ergeben, „massiv in die Zukunft zu investieren“. Über 18 Mio Euro hat Blanco in 2020 investiert – hauptsächlich in Maschinen, Anlagen und Werkzeuge.
Für 2021 sieht Gfrörer „bei hoher Volatilität weiteres Wachstum“, und aller Voraussicht nach wohl auch „über den Raten von 2020“ – getrieben durch weltweite Ausgabenbereitschaft und Investitionen in privaten Haushalten. Dass es weiter bergauf geht, soll aber nicht allein durch externe Faktoren begründet sein. Optimistisch gibt man sich in Oberderdingen auch durch die Einführung neuer Produkte wie beispielsweise die Unit Drink.Soda, einem Soda-Wassersystem für gefiltertes und gekühltes Sprudelwasser, durch verstärkte Marketingaktivitäten, Investitionen in Supply- und Fulfill-Netzwerk, in Kompetenzaufbau für Trinkwasserveredelung und in eine verstärkte Digitalisierung in der Marktbearbeitung.
Dennoch ist wohl jedem klar, dass das kein Spaziergang wird: Herausforderung war und wird es weiter sein, eine hohe Lieferperformance zu gewährleisten. „Auch wir sind gefangen von der Knappheit auf den Märkten, was logistische Prozesse und Materialien angeht“, sagt Gfrörer. Die Konsequenz: Das Jahr 2021 werde Blanco „dramatische Mehrkosten“ bescheren.
Andreas Ostermann von Roth, als COO verantwortlich für die Supply-Chain, erklärt, wie das Lieferversprechen bislang eingehalten werden konnte. „Sonderfrachten, Luftfrachten und Ähnliches“ habe Blanco genutzt, um lieferfähig zu bleiben – „notfalls durch einen flexiblen Wechsel von Lieferquellen und Dienstleistern“ . Knappheit gab es insbesondere bei Holz, Verpackungsmaterialien und bis heute anhaltend bei Edelstahl. In mehr als 80 Prozent der Fälle habe Blanco Kundenaufträge termingerecht abwickeln können. Aber: „Mehr als 80 Prozent sind nicht 100 Prozent“, sagt Ostermann von Roth. „Unser Ziel ist es, alle Kundenaufträge termingerecht zu beliefern. Daran werden wir weiterhin arbeiten.“
Preiserhöhungen für die Blanco-Kunden soll es trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen 2021 nicht geben, so Gfrörer. Und: „Wir werden Stahlpreise, Rohmaterialpreise, erhöhte Preise für Containerfrachten und Holz abfedern durch eine starke und heftige Arbeit an unserer Produktivität.“ Komplette Preissicherheit für alle Kunden weltweit in 2021 ist die Devise.