07. November 2022, 10:26
Europa-Möbel-Küche: Nobilia-Vertriebsmann Daniel Patrzek mit EMV-Geschäftsführer Ulf Rebenschütz
Nach der Premiere in Leipzig 2021 fand die zweite EMMK-Ordermesse an diesem Wochenende erstmals auf Garant-Heimatboden statt, im A2 Forum in Rheda-Wiedenbrück, bei strahlendem Sonnenschein vor der Türe. Der Verbandsmesse-Reigen wurde an diesem Wochenende also eröffnet, ein intensiver November steht der Industrie bevor. Die EMV- und Garant-Händler können sich am umsatzstärksten Tag in der Woche nun wieder ums Möbel- und Küchen-Verkaufen kümmern.
EMV und Garant, die mittlerweile seit drei Jahren gemeinsam einkaufen, berichteten jeweils von Besucherzahlen etwa auf Vor-Pandemieniveau. Das Stimmungsbild kann man wie schon bei den Branchentreffs der letzten Wochen und Monate fast floskelhaft mit „besser als die Lage“ zusammenfassen. Schlechter reden als sie ist, will man die Lage ohnehin nicht. Aktuell sind es die erfolgsverwöhnten Küchenfachhändler, denen der Auftragseingang einbricht, auch wenn sie in der Auslieferung noch zu tun haben (Garant beispielsweise liegt im Bereich Küche kumuliert noch mit 15 Prozent im Plus). Im Möbelbereich dagegen war der Oktober nach einem fast verzweifelnd tiefen Sommerloch im Schnitt gar nicht mehr ganz so schlimm.
Grund zum Jubeln, das steht fest, hat aber aktuell keiner. Das liegt neben dem Kriegsschock und den inflationsbedingt fehlenden Budgets auch daran, dass der Möbelkonsum wieder stärker mit anderen Ausgaben konkurriert. Bei den Gutverdienern, die auch in der Krise noch Geld ausgeben, fließen sie oft in energetische Maßnahmen. Um bei den notwendigen Preislagen infolge der Inflation nicht komplett die Bodenhaftung zu verlieren, setzen Händler in der Platzierung Produkte mit weniger Funktionen ein. Küchenhändler beschäftigen sich zum Teil auch mit neuen Holz-Lieferanten, wenn ihre Stammlieferanten zu stark nach oben abdriften, haben die Verbandsvertreter beobachtet.
Die Liefer-Problematik bei E-Geräten hat sich erfreulicherweise entspannt, was zu einem großen Teil darauf zurückzuführen ist, dass Händler sich bevorratet haben – und dadurch auch gleich die ein oder andere Teuerungsrunde umgehen konnten. Für die Geräte-Lieferanten wiederum bedeutet dieser Lagereffekt schwierige Aussichten für die Nachfrage in den kommenden Monaten.