06. September 2022, 9:13
Angesichts der Energiekrise müssen viele Einzelhändler jetzt schnelle Entscheidungen treffen, um die explodierenden Kosten in den Griff zu bekommen. Die Türen im Winter nicht mehr dauerhaft auf Durchzug zu lassen und nachts die Außenbeleuchtung abzuschalten gehört schon zum Standard und ist mittlerweile auch politisch geregelt.
Galeria Kaufhof oder Saturn schalten laut Bild-Zeitung bereits Rolltreppen aus, auch bei Ikea wird das laut einem Medienbericht überlegt. Polsterfilialist Kabs hat in der Hinsicht schon Nägel mit Köpfen gemacht. Andreas Bartmann, Geschäftsführer des Outdoor-Ausrüsters Globetrotter, gleichzeitig Präsident vom Handelsverband Nord äußerte sich so: „Es zeichnet sich eine breite Entwicklung ab, die Öffnungszeiten nachhaltig zu reduzieren.“ Und Peter Wüst, Hauptgeschäftsführer des DIY-Branchenverbands BHB erzählte kürzlich der Lebensmittel-Zeitung, dass manche Gartencenter sogar in Betracht zögen, während der schwachen Saison im Januar oder Februar komplett zu schließen. Baumärkte prüften eine Reduzierung der täglichen Öffnungszeiten.
Ähnlich große Hallen wie Bau- und Gartenmärkte haben bekanntlich viele im Möbelhandel zu bewirtschaften. Einige haben es schon beschlossen, andere überlegen zumindest: Die Fünf-Tage-Woche wird im Möbelhandel künftig keine Ausnahme mehr sein. Da ständiges An- und Abdrehen der Heizung wenig sinnvoll ist, geht es dabei wohl hauptsächlich um die Strom- und Fahrtkosten.
Fix kommt die Fünf-Tage-Woche vom 1.10. bis 31.3. beispielsweise beim VME-Händler Möbel Schaumann mit Einrichtungshäusern in Kassel und Korbach, und auch ein größeres Küchenhandelsunternehmen hat die Entscheidung getroffen.