BSH Umsatz 2021

BSH

Umsatzschub

05. April 2022, 14:22
Dr. Carla Kriwet

Das Marktumfeld könnte sicher einfacher sein: Corona-Pandemie, instabile Lieferketten, Halbleiter-Knappheit sind schon länger ein Thema, das die BSH vor Herausforderungen stellt. Neue, noch schwerer zu kalkulierende Herausforderungen kommen hinzu, insbesondere durch den Krieg in der Ukraine, der auch ein Energie-Embargo nach sich ziehen könnte. Dass für die BSH die Sicherheit des Personals in den betroffenen Gebieten oberste Priorität hat und man einiges an Hilfen unternimmt, hat der Münchner Hausgeräteriese bereits kurz nach Ausbruch des Krieges kommuniziert.

Aber zunächst zum Zahlenwerk der Münchner, das sich wieder sehen lassen konnte: Um 12 Prozent ist der Gesamtumsatz gestiegen, auf rund 15,6 Mrd Euro. Mal wieder ein Rekord. Wechselkursbereinigt lag das Plus bei 14 Prozent. In allen Regionen sind ging es umsatzseitig nach oben. In Europa lag das Wachstum bei rund 9 Prozent, insbesondere dank Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Spanien, Italien, Nordeuropa und der Türkei. In Amerika kletterte der Umsatz gar um 23 Prozent. Die Region Asien-Pazifik/Afrika, zweistärkste Region insgesamt, konnte um 18 Prozent zulegen (17 Prozent in China). Während der BSH-Pressekonferenz wurde die Führungsriege auch nicht müde zu betonen, dass die BSH in China der führende nicht-chinesische Hersteller von Hausgeräten bleibe.

___STEADY_PAYWALL___

Was die Produktkategorien angeht, hat offenbar der Bereich Kälte den stärksten Schub bekommen. Hier kam die BSH insgesamt auf ein Plus von 20 Prozent, gefolgt von Kochen mit einem Plus von 14 Prozent bei den Backöfen und 13 Prozent bei Kochfeldern und Ventilation. Im Spülenbereich ging es um 7 Prozent nach oben.

Das Ebit sei im vergangenen Jahr leicht gestiegen, hieß es auf der BSH-PK. Da der Umsatz relativ kräftig gestiegen ist, stellt sich die Frage, wie sich die Ebit-Marge entwickelt hat. Finanzchef Gerhard Dambach sieht es so: 2020 habe es viele Sondereffekte gegeben, die mit der Corona-Pandemie zusammenhingen. Damit sei ein Rekordergebnis einhergegangen, das nicht im Verhältnis zur normalen Rentabilität gestanden habe. Diesen Rückenwind hatte die BSH 2021 nicht, trotzdem sei die BSH auf „ein Ergebnis auf sehr, sehr hohem Niveau“ gekommen.

Für dieses Jahr geht die BSH von einem Wachstum zwischen 5 und 8 Prozent aus. „Dieses Wachstum könnte deutlich mehr werden, aber auch deutlich weniger“, sagt Dambach. „Es gab in meiner bisherigen Karriere noch nie Jahr, bei dem Chancen und Risiken zu breit gefächert waren.“ Das größte Risiko: die Materialversorgung, insbesondere bei den Halbleitern. Vor allem in der Prognose gebe es dort viele Unzulänglichkeiten. „Das, was wir heute sehen, unterscheidet sich erwartungsgemäß stark von dem, was morgen geliefert wird“, sagt Dambach. Permanente Anpassungen im Produktsortiment werden so notwendig. Insgesamt geht Dambach auch für 2022 mit erheblichen Preissteigerungen in der Logistik und beim Material aus.

Spannend wird darüber hinaus sein, wie die BSH mit ihren eigenen Markenstores umgeht, deren Zahl im Ausland nach und nach steigt. „Wir bewerten hier jeden Markt einzeln“, sagt Marketingchef Matthias Ginthum. „Wir werden zu gegebener Zeit entscheiden, ob wir ebenfalls einen Brandstore in Deutschland eröffnen. Moment aber ist noch keiner direkt geplant.“

2021 konnte die BSH nach eigenen Aussagen über alle Vertriebswege Zuwächse erreichen. Der Vertriebskanal Online-Handel hat 2021 gegenüber 2020 allerdings laut Ginthum „nicht stark zugenommen“, weil er sich bereits auf einem hohen Niveau befand. 2021 habe die BSH „ein Stück weit eine Stärkung der Buying Groups erlebt, die auch in 2022 anhält“. Heißt: Verbraucher gehen gerne wieder stationär einkaufen, der stationäre Fachhandel hat weiterhin eine sehr hohe Bedeutung. „Wir erwarten in den nächsten fünf Jahren allerdings eine weitere, kontinuierliche Verschiebung der Vertriebskanäle“, sagt Ginthum. Und man werde auch „einen Rückgang an Verkaufsfläche insgesamt in Europa sehen“, weil sich Verbraucher „an den Online-Handel gewöhnt haben“.

Verwandte Artikel

Newsletter

INSIDE Wohnen Verlag GmbH
Destouchesstr. 6
80803 München

Telefon: (089) 38 35 670
Telefax: (089) 34 21 24

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Vertrieb
Projekte