Reform

Planung zu Hause

19. Oktober 2021, 14:58
Reform-Showroom in Berlin

Von dem schon vor einiger Zeit angekündigten Ziel, ein Milliardenunternehmen zu werden, ist das 2014 gegründete dänische Küchenlabel Reform noch immer weit entfernt. Dennoch freuen sich die Gründer Michael Andersen, Jeppe Christensen und DACH-Chefin Rebecca Sonnenberg über ein starkes Wachstum. Immer wieder wird betont: Reform ist heute mehr als nur ein Ikea-Hübschmacher.

Ende letzten Jahres konnte Reform ein dickes Investment einsammeln. Der staatliche Investmentfonds Vaekstfonden unterstützte das ursprünglich mal als reiner Ikea-Hack gegründete Start-up mit fast 10 Mio Euro. „Das Geld haben wir gut genutzt“, sagt Rebecca Sonnenberg, DACH-Geschäftsführerin bei Reform und schon seit 2015 im Unternehmen. Anfang November führt Reform ein inhouse gebautes Planungstool ein. „Der Konfigurator wird unseren Kunden den Küchenkauf erleichtern und uns intern wertvolle Arbeitszeit sparen“, sagt Sonnenberg. Schrank- und Front-Alternativen können die Endverbraucher dadurch ohne Hilfestellung am Computer testen.

Aktuell laufen die letzten Tests. Der „super simple Konfigurator“ bietet Reform-Kunden eine 95-prozentige Preissicherheit bei der Küchenplanung vom heimischen Sofa aus.

Überhaupt, so glaubt Sonnenberg, ist die Küchenplanung von zu Hause ein Schlüssel zum Erfolg. Auch deshalb setzen sich die Reform-Küchen-Planer wie der Küchenquelle-Außendienst ab dem kommenden Jahr ins Auto und besuchen potentielle Kunden in deren eigenen vier Wänden. Dies sei insbesondere für ländliche Regionen ein Gewinn. In Deutschland betreibt Reform fünf Showrooms, allesamt in den großen Metropolen: Hamburg, München, Köln und zwei in Berlin. Ein weiterer Showroom eröffnet im Januar 2022 im Frankfurter Bahnhofsviertel. „Mehr sollen es erstmal nicht werden in Deutschland“, sagt Sonnenberg. 

Dass Reform ambitionierte Ziele hat, das machen die Gründer in Interviews immer wieder deutlich. Die Dänen wollen als mehr wahrgenommen werden als nur ein Ikea-Hack-System. Seit letztem Jahr produziert Reform auch eigene Schränke und Schubladen. Zwischen 30 und 40 Prozent der von Reform verkauften Küchen basieren heute auf eigenen Möbeln, sagt Sonnenberg. Ende 2020 waren es laut Unternehmensangaben erst gut 20 Prozent. Gründer Christensen will mittelfristig 90 Prozent des Umsatzes mit kompletten Reform-Küchen machen. 

Wie viele Marktbegleiter kämpft auch Reform in diesem Jahr mit Produktionsschwierigkeiten und Lieferengpässen. Im Oktober führten gestiegene Kosten auch zu Preiserhöhungen. Bei den eigenen Schrank-Systemen und den Reform-Schubladen, die das Unternehmen zu einem großen Teil in Litauen fertigen lässt, fehlte es an Materialien, um die Produkte im Gleichschritt mit der Nachfrage zu produzieren. Die Lieferzeiten stiegen zwischenzeitlich auf zehn bis 15 Wochen und sind noch heute bei bis zu zwölf Wochen. Die Läger wurden aufgestockt. Die Dänen sind guter Dinge, dass alle Küchen, die im Oktober bestellt werden, auch noch dieses Jahr ausgeliefert werden können.

Den bis dahin höchsten Monatsumsatz im DACH-Raum bislang erreichte Sonnenberg und ihr Team im März: 160 Küchen verkaufte das Label da in der umsatzstärksten Region des Unternehmens. Im September folgte der Rekordumsatz von knapp unter 1 Mio Euro. Auf Jahressicht rechnet Sonnenberg mit einer Umsatzverdopplung auf knapp 10 Mio Euro im DACH-Gebiet. Auch der Durchschnittspreis einer Reform-Küche stieg in diesem Jahr von 5.000 auf 6.000 Euro. 

Nicht nur der Umsatz wächst, auch das Team bekommt Zuwachs . Bei Reform arbeiten momentan 223 Personen. Ein Head of Sustainability wurde eingestellt. „Das Thema Nachhaltigkeit steht bei uns oben auf der Liste“, sagt Sonnenberg. Nächstes Ziel ist die FSC-Zertifizierung. Bereits heute setzt  Reform auf FSC-zertifiziertes Holz. Dazu will Reform auch ein so genanntes B-Corp-Unternehmen werden. Das sind laut B-Corporation-Darstellung Unternehmen, „die die höchsten Standards in Bezug auf verifizierte soziale und ökologische Leistung, öffentliche Transparenz und rechtliche Verantwortlichkeit erfüllen, um Gewinn und Zweck in Einklang zu bringen“. Sonnenberg sagt es so: „Unternehmen, die einen guten Einfluss auf ihre Umwelt haben, qualifizieren sich dazu.“

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