Atoll

Start-up für Oberderdingen

07. Oktober 2021, 17:52
Kochen auf der Tischplatte, Quelle: Atoll

Der Berliner Company-Builder Bridgemaker plant zusammen mit der Blanco-Mutter Blanc & Fischer Holding einen High-End-Aufschlag im Esszimmer. Das Produkt: ein Keramik- Tisch mit integrierten Induktionsplatten. Die Produktion startet noch dieses Jahr. ___STEADY_PAYWALL___ 

Der erste Kontakt zwischen dem Berliner Company-Builder Bridgemaker und uns Outsidern kam im Frühjahr dieses Jahres zustande. Im Netz stolperten wir über einen Tisch, der neugierig machte. Unter der Marke Atoll, angelehnt an die aus Vulkanen entstandenen Riffe, und mit dem Slogan „Redefining Living Spaces“ will das Berliner Unternehmen ein Hightech-Produkt auf den Markt bringen. Die Idee: Induktionsfelder in einem Keramik-Esstisch zu verbauen. Also quasi unsichtbar.

Wer diesen Tisch produziert, war im Frühjahr nicht in Erfahrung zu bringen. Die Katze aus dem Sack gelassen hat erst der Industriepartner im Sommer auf der hauseigenen Jahrespressekonferenz in Oberderdingen: Die Familienholding Blanc & Fischer, zu der unter anderem Blanco, Blanco Professional und E.G.O. gehören, will ab kommendem Sommer mit Atoll durchstarten. Die Berliner sehen sich dabei als Partner im Hintergrund, die das Traditionsunternehmen aus dem Kraichgau beim Markenaufbau unterstützen. Der Produktionsstart ist in einer eigens angelegten Manufaktur in kleiner Stückzahl noch für dieses Jahr geplant.

Die Keramik-Platten stammen aus Südeuropa, größtenteils aus Spanien und Italien; die Induktionstechnik ist made in Germany. Naheliegenderweise produziert von E.G.O., dem Vorlieferanten für die Hausgeräteindustrie. Dr. Johannes Haupt, CEO der Blanc & Fischer Familienholding: „Atoll steht gewissermaßen sinnbildlich für unsere Mission. Wir wollen mit unseren Produkten und Innovationen den Lebensraum Küche weiter verbessern und komfortabler gestalten und dabei gleichzeitig knappe Ressourcen und das Klima schonen.“ Zum Markteintritt ist Atoll nur Kunden mit dicker Geldbörse vorbehalten. Denn Berlin und Oberderdingen planen einen Markteintritt im High-End-Preissegment. Für die kleinste Größe, 200 x 100 cm, muss man 11.400 Euro auf den Tisch legen. Für 240 x 100 cm muss man schon 12.400 Euro bezahlen und 280 x 100 cm kosten schlappe 13.400 Euro – wie eine ganz passable Einbauküche. Zwei Induktionsfelder sind inklusive. Noch gibt es den Tisch allerdings nicht zu kaufen, nur eine Reservierungsoption ist Stand heute erhältlich. Zu den exakten Zukunftsplänen hält man sich in Berlin, aber auch in Oberderdingen weiter zurück.

Auf der Atoll-FAQ-Seite erfährt man, dass die Tische zwar erstmal nur in Deutschland verfügbar sind, in naher Zukunft soll der Tisch aber auch nach Österreich und in die Schweiz geliefert werden. Atoll soll schon bald nicht nur als Tisch verfügbar sein. Wer will, der kann die Hightech-Platten auch als Arbeitsplatte verbauen. Zusätzlich, so der Plan, soll schon bald eine passende Inselhaube verfügbar sein. Showroom-Pläne liegen auf dem Tisch, der Vertrieb ist auf einen eigenen Online-Shop ausgelegt. Getrommelt wird bislang noch wenig für die junge D2C-Marke. Auf Instagram hat der Kanal Atoll.Berlin 630 Follower. Schaut man sich auf der Atoll-Store-Website ein wenig um, findet man einen Konfigurator, mit dessen Hilfe der Tisch in drei verschiedenen Größen, mit drei verschiedenen Tischbeinen und acht verschiedenen Oberflächen, also in insgesamt 72 Variationen geplant werden kann. Und denen, die ganz old school die Oberflächen vor der Kaufentscheidung anfassen wollen, denen schickt Atoll vier der acht Oberflächen für 20 Euro in einer Musterbox nach Hause. Die ersten Tische sollen Anfang 2022 ausgeliefert werden. n

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