Gienger Küchen

Mit eigenem Stil

16. Juli 2021, 11:20
Gienger-Chefin Christine Zinner

Wer als Endkunde in München nach einem Küchenstudio sucht, hat die Qual der Wahl. Von den vielfältigen Bauaktivitäten der Stadt, die selbst durch die Pandemie bislang kaum ausgebremst wurden, haben in den vergangenen Jahren viele Küchenstudios profitiert. Deshalb findet man kleinere und größere in Zentrumsnähe und am Stadtrand. Vor allem im hochpreisigen Segment haben sich einige Spezialisten in der bayrischen Landeshauptstadt einen guten Ruf erarbeitet – so auch Gienger, mit seiner Fokussierung auf Küchen von Siematic und Bulthaup.

Klar, das Küchenstudio Gienger in München, direkt an der Landsbergerstraße, unweit des S-Bahnhofs Laim, liegt nicht wirklich zentral. Dennoch gehört es zu den besten Adressen in der Isarmetropole. Das Haus hat Tradition. Schon seit rund sechs Jahrzehnten berät es Kunden bei ihrem Wunsch nach einer modernen Küche. Bekanntermaßen liegen die Wurzeln von Gienger im Sanitär-Bereich und hat sich aus der GC-Gruppe (Cordes & Graefe) heraus entwickelt. Mittlerweile deckt Gienger, bis heute in der Hand der Inhaberfamilie Graber, drei Geschäftsbereiche ab: den klassischen Einzelhandel mit Küchen, den Großhandelsbereich unter dem Namen Sanline und eine Einkaufsgruppierung für Küchenhändler, kurz die Küchengruppe genannt.

Neben Bulthaup ein Schwerpunkt bei Gienger: Küchen von Siematic

Sanline, 2004 gegründet, ist mit dem Ziel entstanden, Schreiner zu unterstützen, wenn diese sich über die Themen Fenster, Türen und Innenausbau hinaus mit Küchen beschäftigen. Für diese Schreiner bietet Gienger ein komplettes „Backoffice“ und deckt damit mehr ab als die klassischen Funktionen eines Großhändlers.

Die ebenfalls schon lang im Markt etablierte Einkaufsgruppierung „Die Küchengruppe“, zu der aktuell rund 160 Händler aus ganz Deutschland gehören, hat seit Mitte 2018 mit einer Mitgliedschaft bei der EMV-Tochter KSV eine breitere Basis für ihre Mitglieder geschaffen. Dennoch firmiert die Küchengruppe weiterhin eigenständig. Und hat ihren eigenen Stil bewahrt, wie Gienger-Chefin Christine Zinner in einem Gespräch mit INSIDE Küche betont. „Bei uns gibt es andere Einstiegsbedingungen als bei anderen Verbänden“, sagt sie. „Auch ist bei uns die persönliche Betreuung sehr wichtig. Hinzu kommt: Wir wollen große und kleinere Händler gleichermaßen gut unterstützen.“

Auf Wunsch werden bei Gienger auch Teile des Wohnraums mitgeplant.   

Dass Gienger selbst Einzelhändler ist, stört die Mitglieder offenbar nicht. „Wir sehen in einem Händler keinen Wettbewerber“, sagt Zinner. Solange man fair miteinander umgehe, sei das überhaupt kein Problem. Im Gegenteil: Man könne gegenseitig über die je eigenen Erfahrungen im Einzelhandel sprechen und begegne sich so auf Augenhöhe.

Die Vorteile, die sich aus der Verbindung mit dem KSV ergeben, sieht man bei Gienger auch in der Erweiterung der Lieferantenstruktur, vor allem in den Wohnbereich. Interessant ist das für große Schreinereien, die sich mit deutlich mehr befassen, als nur Küchen zu planen. Interessant ist das aber auch für Gienger selbst. So konzentriert man sich dort seit Kurzem verstärkt auf ein neues Geschäftsfeld, und zwar das Projektgeschäft in Deutschland, wo der Wohnbereich oft mitgeplant wird. Dabei geht man bei Gienger sogar so weit, eigene Möbel zu entwickeln.

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Weiß kann jeder: Bei Gienger zeigt man auch Küchen in edlem Schwarz

Der zunehmende Bedarf nach einer Verschmelzung von Küche und Wohnbereich ist genauso im Geschäft mit Einzelkunden zu spüren. Für klassische Küchenberater ist das oft keine kleine Aufgabe, da allein die Küchenplanung oft schon komplex ist. „Wenn dieser sich dann noch mit verschiedenen Stoffen und Lederarten auskennen soll, mit Licht und den baulichen Voraussetzungen, was beispielsweise Anschlüsse angeht, wird die Aufgabe nicht selten zum Mammutprojekt“, sagt Zinner.

Was die Nachfrage nach Küchen betrifft, bemerkt man bei Gienger wie bei vielen anderen Händlern derzeit eine deutliche Steigerung gegenüber der Zeit vor der Pandemie. Auch hat sich das Kundenverhalten verändert. „Wir bekommen von Kunden immer häufiger sehr detaillierte Anfragen  per E-Mail, mit Skizzen und genauen Plänen – noch vor dem Erstkontakt. Das gab es vor der 2020 eher selten“, sagt Zinner. Insgesamt seien viele Endkunden noch etwas ungeduldiger und fordernder geworden, was möglicherweise mit gestiegenen Belastungen zuhause mit Homeoffice und Homeschooling zusammenhängen könnte. „Wenn dann noch die Lieferprobleme der Industrie dazukommen, wird es oft kritisch“, sagt Zinner. „Eine Geschirrspülmaschine, die ein halbes Jahr lang nicht lieferbar ist, wird für eine Familie mit kleinen Kindern oft zu einer enormen Belastung. Als Händler sind wir dabei oft der Puffer zwischen Industrie und Endkunde.“

Klar, dass dabei die Verärgerung bei Gienger groß ist – und erst recht, wenn sich zeitgleich einige Player in der Geräteindustrie wegen außerordentlicher Umsatzzahlen, beispielsweise fürs Jahr 2020, feiern. „Eigentlich müsste die Industrie dem Handel in solchen Zeiten stärker zur Seite stehen“, sagt Zinner. Froh ist sie dagegen darüber, dass das Thema Lieferschwierigkeiten in der Endkunden-Presse mittlerweile angekommen ist. Zinner: „Das macht die Gespräche mit den Endkunden oft ein Stück weit einfacher. Außerdem ist meine Hoffnung, dass sich die Situation bald wieder etwas entspannt.“

 

 

 

 

 

 

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