Avitana: Rund um den Herforder Kirchturm

Avitana

Rund um den Herforder Kirchturm

26. September 2022, 19:59
Jürgen Heitmann

Der Plasmafilter-Profi Avitana expandiert. Die Produkte des Unternehmens werden für den Einsatz im Sanitärbereich, in der Klimatechnik, in der Industrie und der Medizin weiterentwickelt. Gemeinsam mit dem Produktionspartner soll zudem in eine neue Fertigung investiert werden.

Trotz seiner 79 Jahre kann Jürgen Heitmann sich als erfolgreichen Jungunternehmer bezeichnen. Heitmann und seine Mitgesellschafter sind mit dem Plasmafilter-Unternehmen Avitana aus Herford inzwischen im fünften Jahr. In drei Jahren soll ein zweistelliger Millionenumsatz erreicht sein. Eine Kombination aus Aktivkohle und elektrisch induzierter Reduktion im Plasma macht aus „verbrauchter“ Luft – mit Rauch, Bratgeruch, Viren, Bakterien oder Allergenen – beim Filteraustritt frische, unbelastete und gesunde Raumluft. Ein besonderer Fokus liegt bei Avitana auf dem Umluftverfahren, das in Niedrigenergie- und Passivhäusern zwingend notwendig, ratsam im Hinblick aufs Energiesparen aber auch in anderen Gebäuden ist. Eine der jüngsten Entwicklungen, der Aira Quadro L, positioniert die Luftreinigung für Muldenlüfter grundlegend neu, nämlich direkt hinter dem Lüftermotor und platzsparend an der Unterschrank-Rückwand. Neben Down-Draft-Lösungen kommen Avitana-Filter auch bei klassischen Dunstabzügen und Schräghauben zum Einsatz.

Vor Jahrzehnten hat Heitmann zusammen mit Horst Ehlebracht den Möbelzulieferer Ehlebracht aus Enger mit aufgebaut, war dort bis 2002 im Vorstand tätig. Die Küchenbranche ließ ihn nicht los. 2015 kam Heitmann mit einem Unternehmer in Kontakt, der in der Plasmatechnologie zu Hause war und ein Konzept brauchte, um diese Technologie in den Küchenbereich zu bringen. Das entwickelte Heitmann für ihn. Die damaligen Geschäftsbeziehungen existieren nicht mehr, wohl aber das Know-how, denn die Patente liefen auf Heitmann, der Anfang 2018 schließlich gemeinsam mit Carmen Ehlebracht, Tochter von Horst Ehlebracht, und dem früheren Melitta-Manager Winfried Pommeranz Avitana gründete. Ein weiterer, stiller Gesellschafter kam durch eine Kapitalerhöhung dazu. 

___STEADY_PAYWALL___„Wir waren anfangs in den Wohnräumen von Frau Ehlebracht aktiv. Bereits nach einem Jahr wurde das allerdings zu eng“, erzählt Heitmann. Inzwischen hat die Firma an ihrem Standort in Herford mit acht Mitarbeitern 400 qm für die Bereiche Verwaltung, Konstruktion, Vertrieb, Projektmanagement zur Verfügung. In der Fertigung, einem als verlängerte Werkbank dienenden externen Betrieb, arbeiten zwölf Personen. Eine zweite Produktion, an der sich neben dem Produktionspartner zu 50 Prozent auch Avitana selbst beteiligen will, ist in Planung. Mit den Details hält Heitmann sich zurück. Nur so viel: „80 Prozent unserer Produkte werden rund um den Kirchturm von Herford gefertigt. Es ist alles made in Germany.“ Geliefert wird in 24 Stunden. Seinen Umsatz will Avitana im Zuge der Expansion in den kommenden drei Jahren in den zweistelligen Millionenbereich bringen. „Unsere Produkte werden hauptsächlich über Küchenstudios verkauft“, erklärt Heitmann. Entsprechend werden die Neuheiten auch auf der Area30 präsentiert. Kohlefilter in Muldenlüftern oder Dunstabzugshauben können durch die Avitana-Filter mit wenigen Handgriffen ersetzt werden.

Heitmann: „Wir geben fünf Jahre Garantie, aber die Filter halten eigentlich ein Leben lang. Man muss bloß den Vorfilter waschen.“ Seit dem 1.1. vermarktet Avitana auch Handelsware. Der Export macht etwa 40 Prozent vom Umsatz aus. Momentan sind die Schwerpunkte Benelux und Skandinavien, ab dem nächsten Jahr steht China im Mittelpunkt. Die Sicherheit der Avitana-Produkte checkt das VDE Prüf- und Zertifizierungsinstitut aus Offenbach. Neben der elektrischen Sicherheit wird beim VDE auch überprüft, ob die gereinigte Luft wirklich ozonfrei ist. Letzteres bestätigt zudem das Duisburger Institut für Energie- und Umwelttechnik (IUTA) und auch das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologien aus Greifswald am Testbeispiel des Produkts Aira Rondo.

Dass die gefilterte Luft auch ganz bestimmt nicht mehr müffelt, bestätigt wiederum die Olfasense GmbH aus Kiel: Nachgewiesen wurde bei der olfaktorischen Prüfung eine signifikante Geruchsminderung – bei Bratfisch um 95 Prozent, bei Pommes frites um 96,5 Prozent. Von einer „wahrnehmbaren Filter-Wirksamkeit“ wird übrigens ab 50 Prozent gemessener Geruchsminderung gesprochen.

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