Miele

Grüner und digitaler

03. September 2021, 13:59
Reinhard Zinkann und Markus Miele bei der Herbstpressekonferenz 2021

Keine IFA, aber natürlich Neues von Miele: Am heutigen Freitag hat der Gütersloher Konzern bei der virtuellen Herbstpressekonferenz einen Ausblick auf das kommende Portfolio, die aktuelle Situation und die Pläne für die Zukunft des Unternehmens gegeben.

Nachhaltigkeit und Digitalisierung, diese beiden Oberpunkte zogen sich durch die Vorstellungen, angefangen bei der aktuellen Markenkampagne, die im Video betont: „Langlebigkeit ist die wahre Nachhaltigkeit.“ In der Kommunikation geht Miele dabei immer wieder auf die magische Zahl 20 ein, nämlich die 20 Jahre Lebensdauer, auf die jedes Produkt getrimmt wird. Wer sich für Miele entscheide, entscheide sich letztlich für Klimaschutz, so lautete der Tenor von Dr. Reinhard Zinkann.

Neben immer energieeffizienteren Modellen, der Verwendung umweltschonenderer Materialien, schonenderen Produktionsarten und der Langlebigkeit der Hardware soll auch die Modernisierung der Geräte durch Updates, also Software weiter dazu beitragen, dass Miele nachhaltiger wird. „Bei Miele ist Nachhaltigkeit schon seit Gründung vor 122 Jahren gelebtes Unternehmensprinzip“, so Zinkann. Miele werde die CO2-Neutralität (Scope 1 und Scope 2) für alle Standorte „noch möglichst dieses Jahr“ erreichen, sagte Zinkann. Mit-Geschäftsführer Dr. Markus Miele verbesserte den Lapsus, bekräftigte: „Wir werden das erreichen. Punkt.“ Das war der „Wir-schaffen-das-Moment“ von Miele. Sie haben es nicht so formuliert, aber bei Miele wollen sie ganz offensichtlich durch und durch zum Nachhaltigkeits-Champion werden.

Erreicht hatte Gütersloh einen Umsatzsprung von 4,2 Mrd Euro (2019) auf 4,5 Mrd Euro (2020). Für das erste Halbjahr könne man eine positive Entwicklung vermelden, hieß es – mit der Einschränkung___STEADY_PAYWALL___, dass das erste Halbjahr 2020 lockdown-bedingt relativ schwach war. Eine Prognose für die verbleibenden sechs Monate sei schwierig, so Zinkann. Gemessen an den Bestellungen „hätten wir ein fantastisches zweites Halbjahr“. Aber: Die Situation bei elektronischen Bauteilen, also Chips, ist weltweit offenbar ein großes Problem. Mehrere Hersteller hätten aus unterschiedlichen Gründen dort immer wieder Lieferschwierigkeiten. „Dass wir mal in den Werken und der Supply Chain solche Schwierigkeiten bekommen würden, hätte ich nie geglaubt“, so Markus Miele. Die Gütersloher wollen am Ball bleiben und führen wöchentlich Gespräche mit Vorlieferanten. Als Folge gibt es immer wieder unterschiedliche Werke, bei denen die Produktion gedrosselt werden müsse. „Wir sind bekannt für Liefertreue, insofern tut das weh“, so Zinkann. Diese „nicht erfreuliche Situation“ könnte bis Mitte des kommenden Jahres anhalten.

Auf Produktseite erreichen ab Oktober nahezu alle Geschirrspüler der Serie G 7000 die neue Energieeffizienzklasse A. Nach dem eigenen Anspruch will man hier die Benchmark erreicht haben und den Wettbewerb ausstechen. Um 44 Prozent habe der Hersteller den Energieverbrauch seiner Geschirrspüler in den vergangenen 20 Jahren gesenkt, konnte die Grenzwerte der besten Energieeffizienzklasse A+++ noch um 10 Prozent unterbieten. Die neue Klasse hat noch strengere Maßstäbe. Mittels optimierten Sprüharmen, präziser ausgerichteten Sprühstrahlen und anderen Maßnahmen konnte der Wasserverbrauch gesenkt werden (im ECO-Programm auf 8,4 Liter). Natürlich wird auch weniger Strom benötigt.

Bei den Kühlschränken gibt es ebenfalls eine technische und Nachhaltigkeits-Innovation: Die neue Kühlgeräte-Generation K 7000 kommt mit „PerfectFresh Active“ auf den Markt. Bereits zuvor sorgte das Frischesystem „PerfectFresh Pro“ für einen intelligenten Sprühnebel. Alle 90 Minuten und bei jeder Türöffnung wird der Sprühnebel aus einem 120-ml-Wassertank direkt in die Schublade für Gemüse abgegeben. Der Wasserverbrauch ist so gering, dass die Füllung des kleinen Tank für zwei bis drei Monate reicht. Der neue, um 180 Grad drehbare Glasboden „FlexiTray“ ist ein weiteres Alleinstellungsmerkmal.

Digitaler will man auch werden: Ein neuer In-App-Shop ab Herbst für 1.000 Artikel und eine sich abzeichnende Ansteuerbarkeit auch durch den Google-Sprachassistenten (Amazons Alexa und Miele Geräte „sprechen“ schon miteinander) gehören zu den Projekten. Letztlich will man weiter in die Smart-Home-Vernetzung. Als Beispiel wählte Markus Miele die Programmierung eigener Routinen durch den Nutzer. Am Ende kann dann ein Kommando wie „Hey Google, ich verlasse das Haus“ alle Teilaufgaben automatisch übernehmen (Herunterfahren oder Ausschalten von Geräten, Schließen der Tür etc.). Hinzu kommen Digital-Projekte im Bereich Marketing und Vertrieb, bei Töchtern und Start-ups. Auch da zeichnet sich ab, dass zahlreiche weitere neue Services zumindest getestet werden. Beispielsweise auch Leasing oder Vermieten von Geräten für private Endkunden.

Am Markenerlebnis wird ebenfalls weiter gefeilt. Das soll nicht nur null-einsig sein, sondern auch haptisch und sonstwie analog erfahrbar: Miele wird im Dezember sein drittes deutsches Miele Experience Center eröffnen. Nach Gütersloh und Berlin wird dann auch Düsseldorf einen der weltweit mehr als 100 Flagships erhalten. Standort wird die von Stararchitekt Daniel Libeskind gestaltete Einkaufspassage Kö-Bogen sein. In der Einkaufsmeile sind die Gütersloher damit Nachbarn großer Marken wie Apple oder Porsche Design.

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