Ikea

Schneller ans Ziel

06. März 2020, 16:24
Salat-Anbau vorm Ikea

Der Nachhaltigkeitsplan von Ikea soll den Konzern bis zum Jahr 2030 „people and planet positive“ machen. Unter einer positiven Klimabilanz kann sich heutzutage jeder was vorstellen. Der Möbel-Weltmarktführer aus Schweden will außerdem das Leben der Menschen positiv beeinflussen- wie auch immer das gemessen werden kann. Unter „people positivity“ fallen unter anderem die Gleichberechtigung der Geschlechter und faire Bedingungen in Produktion und Beschaffung von Rohstoffen. Letzteres ist ein Punkt, bei dem der aufgrund seiner Größe und Beliebtheit beim Endverbraucher unter besonderer Beobachtung stehende Konzern immer mal wieder Kritik ausgesetzt ist.

Seit ein paar Jahren investiert Ikea gezielt in Drittunternehmen, die zum einen die Transformation des Konzerns vorantreiben und zum anderen die Ambition „people and planet positive“ zu werden. „Wir tun uns mit anderen Unternehmen zusammen, darunter auch Start-ups, um unsere Ziele schneller zu erreichen“, heißt es im Nachhaltigkeitsbericht der Schweden. Das Investmentportfolio unterteilt sich in die beiden Bereiche „Business Development Investments“ mit bereits reiferen Unternehmen und „Venture & Growth Capital“ mit vor allem neuen Firmen, die in strategischen Bereichen wie Services für den Einzelhandel, digitale Innovationen oder Kreislaufwirtschaft tätig sind.

Das investierte Kapital im Bereich Venture & Growth wurde 2019 etwa verdoppelt. Sechs neue Investitionen hat Ikea abgeschlossen, was die Gesamtzahl auf 18 bringt. Dazu gehören beispielsweise das holländische Startup RetourMatras, das in der Lage sein soll, Matratzen zu etwa 90 Prozent zu recyceln. RetourMatras will seine Kapazität zeitnah auf 1 Mio recycelte Matratzen erhöhen und auch in anderen Ikea-Ländern aktiv werden. Das US-Start-up Optoro bietet eine Software für nachhaltiges Retourenmanagement im Einzelhandel an. Drei weitere Start-ups - Morsinkhof-Rymoplast, Umincorp und NGR - befassen sich mit dem Bereich Kunststoffrecycling. Aerofarms, Click and Grow sowie Terramera sind dem Segment Lebensmittel und Landwirtschaft zuzuordnen und DyeCoo der nachhaltigen Textilproduktion.

Ideen, wie man nachhaltiger wirtschaften kann, gibt es auch bei Ikea selbst jede Menge. So wird in Kanada gerade die Rücknahme von Produkten mit leichten Gebrauchsspuren getestet und in einigen Ländern das Leasing von Möbeln. In Schweden und der Schweiz bauen Ikea-Häuser seit 2018 sogar den Salat für ihre Gastronomie selbst an.

Für den, der es gern in Zahlen mag: Die Emission von Treibhausgasen will Ikea zwischen 2016 und 2030 um 80 Prozent reduzieren. Im Wirtschaftsjahr 2018/2019 wurden insgesamt 604.000 Tonnen CO2 emittiert. Hinzu kamen 23,4 Mio Tonnen, die Kunden und Mitarbeiter durch den Weg in die Einrichtungshäuser oder Auslieferung verursacht haben. Diese Emissionen sollen im genannten Zeitraum ebenfalls um 50 Prozent reduziert werden. Dazu sollen zum Beispiel auch die neuen City Stores in zentraleren Lagen ihren Teil beitragen. Geschäftsreisen per Flugzeug werden eingeschränkt und Auslieferungen werden per Elektrofahrzeug abgewickelt. Die Einzelheiten der Pläne, die sie in Schweden haben, könnte man über mehrere Seiten fortsetzen. Wen’s interessiert, dem sei die Lektüre des „Ingka Group Annual Summary & Sustainability Report FY19“ nahegelegt.

 

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