Miele

Nachhaltig mit Plan

08. Juni 2021, 19:20

Weltweit nehmen Unternehmen das Thema Nachhaltigkeit ernster, so auch Miele. Die Gütersloher wollen schon im laufenden Jahr CO2-neutral werden, an allen Standorten und bezogen auf die Treibhausgasemissionen aus eigenen Verbrennungsprozessen (Scope 1) sowie den Emissionen der Energielieferanten (Scope 2). Dazu wird der Schadstoffausstoß verringert. „Um das bereits 2021 zu schaffen, kompensieren wir außerdem unvermeidbare Emissionen“, heißt es auf Nachfrage. Die weiteren Maßnahmen kommen aus verschiedenen Bereichen: Wasseraufbereitung oder nachhaltiger Kaffeeanbau gehören dazu. Insgesamt sechs Projekte weltweit unterstützt das Unternehmen.

Der Hausgerätehersteller gehört seit Januar zur Science-Based-Targets-Initiative (SBTi), die unter anderem vom WWF und der 1999 gegründete UN Global Compact, einem Bündnis zwischen Wirtschaft und Vereinten Nationen, getragen wird. Unter dem Dach der SBTi sind bereits Konzerne wie Tesco, Sony oder Kellog’s organisiert. Die Initiative begleitet die Emissionsreduktionsziele wissenschaftlich. Neben Scope 1 und 2, werden auch langfristige Ziele entlang der Wertschöpfungskette angestrebt, etwa beim Bezug von Materialien, in der Nutzungsphase der Produkte und bei der Entsorgung oder beim Transport (Scope 3).

Ziel: Die globale Erderwärmung gegenüber der vorindustriellen Ära auf deutlich unter 2 °C, besser: unter 1,5 °C, zu begrenzen. „Als produzierendes Unternehmen sind wir uns unserer Verantwortung in der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette bewusst und setzen uns langfristig auch hier ehrgeizige Ziele“, lässt sich der geschäftsführende Gesellschafter Dr. Markus Miele zitieren. Generell soll bei Miele der Ausstoß von CO₂ bis 2030 um 50 Prozent sinken – verglichen mit 2019. Bei einem Ausstoß von 90.000 Tonnen CO₂ im Jahr 2019 entspricht dies einer Reduktion von etwa 45.000 Tonnen. Dafür soll die eigene Stromerzeugung mit Hilfe von Photovoltaikanlagen in den nächsten Jahren massiv auf- und ausgebaut werden. Im April startete im Miele-Werk im chinesischen Dongguan eine Photovoltaikanlage mit einer Fläche von knapp 8.150 qm, die etwa ein Drittel des dortigen Strombedarfs deckt. Allein durch diese Maßnahme spart Miele 1.600 Tonnen CO₂ pro Jahr ein. Auch am Stammsitz in Gütersloh und an weiteren Werkstandorten sind zusätzliche Photovoltaikanlagen geplant.

Zudem stellt Miele seine weltweite Stromversorgung vollständig auf erneuerbare Energiequellen um – ein Volumen von mehr als 165.000 MWh im Jahr. Dabei stammt der Strom aus Wind- und Photovoltaikanlagen, die jünger als zehn Jahre und mit dem international anerkannten EKOenergy-Label zertifiziert sind. Für jede mit diesem Label bezogene Megawattstunde wird ein zusätzlicher Betrag in einen Klimafonds investiert, um den Ausbau erneuerbarer Energien zu fördern. Ergänzend hierzu will das Unternehmen seine Energieverbräuche weiter senken – um bis 2030 weitere 30 GWh Energie. Allein bei der Fahrzeugflotte wären Einsparungen von bis zu 30 Prozent möglich.

CO₂-Emissionen, die sich durch Umstellung auf Grünstrom und Senkung der Verbräuche kurzfristig nicht vermeiden lassen, werden in Kompensationsprojekten ausgeglichen: Einsatz von Solarthermieanlagen in Indien, ein Biogas-Projekt in Nepal und ein Agroforstprojekt für nachhaltigen Kaffeeanbau in Nicaragua gehören dazu. Dazu kommen Aufforstungsprojekte in Uganda, das in den letzten 20 Jahren über 40 Prozent seiner Waldfläche verloren hat, sowie in den USA im Bundesstaat Mississippi. Auch Ansätze zur CO₂-Reduktion und Abscheidung und Speicherung („Sequestrierung“) werden gefördert: So soll mit einem Projekt in Österreich und Deutschland die CO₂-Entfernung aus der Atmosphäre und Speicherung von Kohlenstoff für die landwirtschaftliche Nutzung vorangetrieben werden.

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