Elica: Francesco Casoli im Interview

Elica

Vertikal vorwärts

27. Juni 2022, 13:07
Francesco Casoli

Mailand  - das war der Auftritt der großen italienischen Marken, aber auch deutsche Hersteller von Geräten und Küchenmöbeln haben sich diesen Jahr teils stark ins Szene gesetzt. Und dann gibt es noch die italienischen Marken, die man hierzulande mittlerweile von vielen Messeapräsenzen kennt, wie etwa Elica. Wir haben Elica-Präsident Francesco Casoli auf dem Messegelände von Rho getroffen. In einem kurzen Interview sprach er über die Bedeutung und den Verlauf der Eurocucina, über die Ziele im deutschen Markt und die Frage, wie er mit Elica die aktuelle Situation meistert.

 

INSIDE: Herr Casoli, können Sie mir sagen, wie wichtig diese Messe für Sie ist?
Francesco Casoli: Ich glaube, dass diese Messe für alle wichtig ist, die sich mit Design, Kochen und Haushaltsgeräten professionell beschäftigen. Natürlich war es in diesem Jahr eine besondere Herausforderung, hier zu sein. Kaum jemand konnte sich sicher sein, ob die Messe wirklich gut besucht wird. Heute aber, am zweiten Tag der Messe, weiß ich, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben. Außerdem bin ich überzeugt, dass auch andere Messen in Europa für uns wieder verstärkt an Bedeutung gewinnen werden – in Frankreich und in Deutschland.

Was Sie sagen ist interessant, denn manche Branchenplayer sehen Messen heute viel kritischer als noch vor der Pandemie. Immerhin haben viele ja auch Erfahrungen mit digitalen Plattformen und alternativen Präsentationsformen gewonnen.
Casoli:
Wollen Sie die Wahrheit erfahren? Ja, ich bin sehr zufrieden mit dem, was Sie sagen, denn ich hoffe, dass alle meine Konkurrenten so denken. Genau so. Für uns bringt es nur Vorteile, dieses Jahr hier zu sein und den Besuchern die Möglichkeit zu geben, unser Angebot mit denen anderer im Markt zu vergleichen. Eine Messe ist der Ort, an dem man zeigt, was man kann. Das ist wichtig für den Markt und die Unternehmen, auch für die eigene Unternehmenskultur.

Sind Sie denn mit der Besucherfrequenz und -qualtität rundum zufrieden? Immerhin sind in diesem Jahr doch deutlich weniger Besucher aus Asien angereist.
Casoli:
In der Tat sind bislang weniger Besucher aus Asien gekommen. Hinzu kommen fehlende Besucher aus Russland und der Ukraine. Dafür registrieren wir mehr Besucher aus dem Rest Europas, als das in der Vergangenheit der Fall war. Selbst aus Deutschland, obwohl es in Ihrem Land auch sehr starke und wichtige Messen gibt, auf denen wir uns zeigen.

Meinen Sie also, dass die Deutschen nicht unbedingt nach Mailand kommen müssen?
Casoli:
Nein, nein, nein. Ich denke, dass Deutsche unbedingt nach Mailand kommen müssen, weil eine Messe, und diese Messe besonders, nicht nur der Ort ist, wo man Produkte zeigt, sondern wo man spürt, was im Markt passiert, und wo man Menschen begegnet.

Was sind Ihre Ambitionen im deutschen Markt?
Casoli:
Unser Ziel in Deutschland ist es, unsere Marke in unserem Bereich zu konsolidieren. Wir wachsen und wir stellen immer wieder neue Ideen vor, wie jetzt LHOV, eine Innovation die Kochfeld, Backofen und Dunstabzug verbindet, eine neue Typologie. Wir sind uns sicher, dass es einen Platz für dieses Produkt im Markt geben wird – auch in Deutschland.

Wie gehen Sie bei Elica mit den aktuellen Problemen wie den angespannten Lieferketten und erhöhten Rohstoffpreisen im Markt um, die ja so ziemlich alle Player beschäftigen?
Casoli:
Sie treffen den Nerv. Gerade jetzt können wir unsere Stärken zeigen, weil wir sehr vertikal organisiert sind und ja einige Komponenten, wie etwa Motoren selbst produzieren. 

Sie sehen sich also im Vorteil im Vergleich zu Ihren Mitbewerbern?
Casoli:
Ja, wir sind im Vorteil. Und wissen Sie was? Vor fünf Jahren haben das viele als Nachteil gesehen, weil jeder nach China gehen wollte. Wir produzieren in Italien und Polen und nicht in China. Das verkürzt unsere Lieferketten und macht uns weniger abhängig.

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