Sabine Gantzkow

„Die MöFa ist auf dem Weg“

18. Mai 2021, 13:57
Beim Möfa-Talk geht es um die Zukunft

Ende Juni nehmen wir den zweiten Anlauf für den INSIDE-MÖFA-Talk, den wir zusammen mit den Vogelsänger Studios, live aus der Fachschule des Möbelhandels, also aus Köln, senden werden.
 
Sechs Studenten, sechs Unternehmer und die neue MöFa-Chefin Sabine Gantzkow im Interview – das ist der Plan. Ein Interview mit Sabine Gantzkow über den Wandel an der MöFa, neue Studiengänge, ein neues MöFa-Marketing – und neue Möglichkeiten, die Branche in Köln einzubinden.
 
INSIDE: Die Fachschule des Möbelhandels (MöFa) in Köln ist in Bewegung. Sie sind seit Oktober als neue Leiterin der Schule im Einsatz. Seit Juli des vergangenen Jahres ist mit Dirk Scharmer auch ein neuer Geschäftsführer da. Können Sie uns, liebe Frau Gantzkow, noch ein paar Worte zu Ihrem Hintergrund sagen?
Sabine Gantzkow: Ich bin in Hamburg geboren. Nach dem Abitur habe ich zunächst Jura studiert und auch als Anwältin praktiziert. Nach meinem dritten Kind wollte ich einer weiteren Leidenschaft nachgehen und habe ich mich als Lehrerin ausbilden lassen. Seit 2014 arbeite ich an der MöFa, zunächst als Dozentin. Im letzten Herbst habe ich die Leitung der
Schule übernommen.
 
Wie viele Schüler studieren momentan bei Ihnen?
Momentan sind es rund 500. Für wie viele wäre denn Platz? Wir können durchaus noch ein paar mehr Schüler aufnehmen und so auch der Branche noch besser unter die Arme greifen. 250 weitere Schüler bekämen wir noch gut unter. 750 ist doch eine schöne Zahl.
 
Sie arbeiten täglich mit den Branchenprofis von morgen. Beschreiben Sie uns doch bitte kurz den Antrieb, die Motivation eines klassischen Möfisten? Warum kommt man zu Ihnen nach Köln?
Das ist sehr unterschiedlich. Zum Teil bilden wir Unternehmerkinder aus, deren Eltern auch schon auf der MöFa ihren Abschluss gemacht haben, die ein Küchenstudio oder ein eigenes Möbelhaus betreiben. Diese Schüler kommen traditionell zu uns, um nach der Ausbildung den Betrieb der Eltern zu übernehmen. Wir haben aber auch Schüler, die eine neue Berufung suchen. Zum Beispiel hat im vergangenen Jahr bei uns eine Stewardess studiert, die dann in die Branche gegangen ist. Es kommen junge Menschen aus den verschiedensten Richtungen zu uns. Da ist auch mal ein Schreiner, der entweder berufsunfähig ist oder einfach den körperlichen Job nicht mehr machen kann. Und sich dann bei uns zum Interior-Designer Küche ausbilden lässt.
 
Interior-Designer? Früher hieß das Einrichtungsberater, oder?
Ja, wir gehen mit der Zeit (lacht).
 
Ist der Name Fachschule des Möbelhandels denn überhaupt noch passend? Sie bilden ja gar nicht nur für den Möbelhandel aus.
Nein, ein großer Teil unserer Schüler geht ja auch in die Industrie im Anschluss. Unser Ziel ist es, weitere Kooperationen mit der Industrie einzugehen. Die Prozesse laufen bereits. Der neue Name steht noch nicht fest, wie wir wissen.
 
Wann wird es denn so weit sein?
Sicher noch in diesem Jahr. Am Ende wollen wir das Kürzel MöFa sehr gerne behalten, denn mit diesem Namen ist die Schule im Markt bekannt und beliebt. Doch die Langform, die wird sich ändern. Sie haben es bereits angesprochen: Viele Eltern Ihrer Schüler arbeiten im Möbelmarkt.
 
Muss die Schule nicht noch attraktiver für junge Menschen von außen sein?
Ja, wir haben viele Studenten an der Schule, deren Eltern im Möbelmarkt arbeiten. Aber es waren schon mal deutlich mehr. Wir freuen uns grundsätzlich über jeden, der in der Branche arbeiten will – egal, wo er herkommt. Aktuell haben 70 Prozent unserer Studenten keinen familiären Branchen-Hintergrund. Früher lagen wir eher bei 50 Prozent.
 
Der Markt wird weiter durch den Fleischwolf gedreht, ist stark im Wandel. Welche Veränderungen haben Sie pädagogisch bereits eingeleitet, damit Ihre Schüler nach dem Abschluss fit für die sich stark verändernden Herausforderungen in der Branche sind?
Wir sind als staatlich anerkannte Ersatzschule an Lehrpläne gebunden und wir schauen, dass wir die Lehrpläne immer aktuell halten. Wir haben aber neue Bildungsgänge beantragt. Zum Beispiel wollen wir bald den Industriekaufmann, die Industriekauffrau im Rahmen eines dualen Studiums mit Betriebswirtschaftslehre anbieten – so wie das aktuell mit der Einzelhandelskauffrau, dem Einzelhandelskaufmann bereits möglich ist. Wir sind auf dem Weg und stoßen noch einiges an. Das Thema E-Commerce würde ich zum Beispiel gerne abbilden an der Schule. Hier müssen wir aber auch in Ruhe nach dem geeigneten Lehrpersonal suchen. Das soll und muss ja solide sein.
 
Im Kollegium steht ein kleiner Generationenwechsel an. Das ist so gesehen auch eine Chance, oder?
Klar, wir suchen natürlich nun gezielt nach neuen Lehrkräften, die inhaltlich Themen abdecken und Qualifikationen mitbringen, die uns bislang fehlen, und es uns somit ermöglichen, die Lücken im Programm sehr kompetent zu füllen.
 
Womit wir natürlich auch wieder beim Geld wären. Um die MöFa auch pädagogisch auf neue Beine zu stellen, brauchen Sie Geld. Wie wollen Sie erreichen, dass sich mehr Firmen aus der Branche für die MöFa engagieren?
Wir haben ein ganz neues Sponsoringkonzept entwickelt, um Unternehmen speziell aus der Industrie einzubinden. Das läuft gerade an, was uns sehr freut.
 
Gibt es denn schon erste Erfolge? Firmen, die sich eingeklinkt haben?
Erfreulicherweise ist Schüller Küchen bereits dabei. Es gibt bei uns nun an der Schule auch schon einen Raum, der entsprechend benannt und eingerichtet ist.
 
Hatten Sie, als Sie in Köln übernommen haben, das Gefühl, dass es eventuell auch sinnvoll sein könnte, in der Außendarstellung der Schule für etwas frischen Wind zu sorgen?
Aber klar. Wir haben da auch schon einiges gemacht mittlerweile. Man konnte es in unseren sozialen Kanälen auf Facebook oder Instagram verfolgen: Wir haben ein neues Logo, ein neues Marketing. Wir gucken gerade, was gut ankommt. Wir wollen auf jeden Fall frischer und jünger rüberkommen und so möglichst viele potenzielle Schüler und die ganze Branche ansprechen.

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