19. Oktober 2021, 12:59
Ronny Waburek

Lieber INSIDER,

jetzt, Mitte Oktober, hat die Branche die erste Welle an Messen bewältigt (mal abgesehen von der Ifa, die ja in die Spree fiel): Der OWL-Herbstmessen-Aufschlag ist deutlich besser gelaufen, als im Vorfeld einige vermutet hatten, die Küchenwohntrends in Salzburg, die Sicam in Pordenone – die Stimmung war fast überall und durchweg gut, erstaunlich gut. 

Dabei liegt die größte Herausforderung für die Branche gerade noch vor uns. Vieles ist ungewiss: Führen bei Verbrauchern die Preissteigerungen, wenn etwa die Energiekosten in den Wintermonaten in die Höhe schnellen, zu einer allgemeinen Zurückhaltung? Dass alles teurer wird – auch Küchen – ist längst in den Köpfen vieler Menschen angekommen. Oder tritt das gegenteilige Problem ein: Dass die in den Wintermonaten gewöhnlich steigende Nachfrage wegen Lieferengpässen, Halbleiterchipmangel (wie aktuell auch bei Miele) und Logistikproblemen nicht bedient werden kann? Auch was die EZB künftig tut, die ja normalerweise eine Inflationsrate von zwei Prozent anstrebt, wird sich langfristig auf unsere Branche auswirken. Ja, und selbst bei der EZB macht man sich über Dekarbonisierung Gedanken.

Antworten darauf kann wohl gerade niemand geben. Klar ist, viel ist derzeit in Bewegung – auch weil die Verbraucher das Thema Nachhaltigkeit wichtiger nehmen als vor der Pandemie und weil die Politik die Rahmenbedingungen für nachhaltiges Wirtschaften verschärfen wird. Viele Hersteller haben schon reagiert. Liebherr lieferte gerade ein Beispiel, wo es sich lohnt zu investieren. Und die VdDK-Verbandsspitze hat bei der Mitgliederversammlung jüngst für eine stärkere Unterstützung der verbandseigenen und für Nachhaltigkeit und Circular Economy zuständigen Arbeitsgruppe geworben. Bei Agoform setzt man auf biobasierte Kunststoffe. Absehbar ist jetzt schon, dass der Bedarf künftig steigen wird und dass der Druck vonseiten der Politik wächst. Wen es interessiert: Wir haben dazu eine Menge Lesestoff in unserem aktuellen INSIDE Spezial Zulieferindustrie zusammengetragen, das Sie als INSIDE-Abonnent auch als E-Paper lesen können.  

Trotz allem ist die Nachhaltigkeit nur eine Herausforderung unter vielen, die die Branche gegenwärtig zu meistern hat. Mit der Digitalisierung, das zeigt unser Interview mit Nils Wagner, Mitglied der Rehau-Inhaberfamilie und Chef der frisch gegründeten Rehau New Ventures, haben Industrie, Zulieferer und Handel noch gewaltige Aufgaben vor der Brust. Wie genau die aussehen, dazu hat sich auch Andreas Bielefeld, lange, lange Zeit Boss der Produktentwicklung bei Nobilia, mit einem Beitrag bei uns geäußert. 10 Punkte hat er zusammengetragen. Zum Beispiel: "Mit den Entscheidungen zweier großer Küchenhersteller, ihr jeweiliges Raster zu ändern, findet dieser grundlegende Prozess nach über zwanzig Jahren seinen Abschluss. Die Hersteller haben sich für 130, 200, 150 oder 144 mm entschieden. Die in einem zum Teil quälend langen Prozess erreichten Ergebnisse sind jetzt fix und werden das Ergebnis in den nun folgenden Dekaden positiv oder negativ beeinflussen."

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